
Eine Modellrechnung zeigt, welchen Schaden der Einschlag eines Asteroiden mit einem Durchmesser von 100 Metern anrichten würde. Eine große Rolle spielt die ungeheure Geschwindigkeit, mit der er auf die Erde auftreffen würde. Typischerweise rasen Asteroiden mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Sekunde durchs All, das entspricht über 50.000 Stundenkilometern. Die Erdatmosphäre würde ihn nur minimal abbremsen. Die Wucht beim Aufprall wäre enorm: 40 Megatonnen TNT, so viel wie 2.500 Hiroshima-Atombomben. Alleine der entstehende Krater hätte einen Durchmesser von bis zu zwei Kilometern und wäre rund 300 Meter tief. Die Zerstörungen durch die Druckwelle und das glühend heiße Gestein würde jedoch auch in einem Umkreis von rund 70 Kilometern alles verwüsten.
Die Suche nach Asteroiden ist mühsam
Potenziell gefährliche Asteroiden zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Sie strahlen selbst kein Licht ab und reflektieren auch nur wenig Sonnenlicht. Von der Erde aus gesehen sind sie nur winzige Punkte, minimal heller sind als ihre Umgebung. Sie haben jedoch ein Merkmal, das sie verrät: Sie bewegen sich. Die Astronomen machen daher von einem kleinen Gebiet am Himmel mehrere Fotos hintereinander und lassen diese dann wie in einem kleinen Film ablaufen. Während Sterne an der gleichen Position bleiben, bewegen sich die Asteroiden minimal. Eine erste Analyse übernimmt der Computer, doch eine genauere Einschätzung funktioniert bislang nur mit dem erfahrenen Blick eines Astronomen. Dabei bekommen die Profis Unterstützung von engagierten Amateur-Astronomen, die diese Sichtung übernehmen. Im nächsten Schritt werden dann die Bahn des Asteroiden und die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags berechnet.
Im Jahr 2040 könnte uns ein Asteroid treffen
Zurzeit gibt es einen Asteroiden, der unter besonderer Beobachtung ist: Asteroid 2011 AG5. Er hat einen Durchmesser von rund 150 Meter und die Wahrscheinlichkeit, dass er auf die Erde trifft, ist 1:500, also relativ hoch. Der Berechnung nach würde er aber erst im Jahr 2040 auf die Erde treffen. Bei dieser Gefahrenstufe kommt ein Team des Deutschen Zentrums für Luft-und Raumfahrt (DLR) zum Einsatz. Im Auftrag der EU erforschen sie, wie man Asteroiden abwehren könnte. Der entscheidende Faktor dabei ist die Vorwarnzeit. Diese kann genutzt werden, um genaue Größe, Form und die Beschaffenheit des Asteroiden zu erforschen. Dann könnte eine Rakete gezielt auf den Asteroiden geschossen werden. Sie wird ihn zwar nicht von seiner Bahn ablenken, aber er ist früher am ursprünglichen Kollisionspunkt, so dass er die Erde verfehlen würde.
Abwehr mit Atomraketen?
Die Abwehr mit Hilfe einer Atomrakete à la Hollywood würde gleich mehrere Probleme bergen. Weil es im Weltraum keine Atmosphäre gibt, erzeugt die Atomexplosion auch keine Druckwelle die alles in ihrer Umgebung zerstört. Nur die starke Röntgenstrahlung würde dem Asteroiden einen Impuls geben. Durch die Wärmestrahlung würde ein Teil der Oberfläche verdampfen und dadurch einen kleinen Rückstoß erzeugen. Würde man die Atomrakete direkt auf oder in dem Asteroiden explodieren lassen, kann das auch schief gehen. Denn ein Asteroid kann aus zwei Teilen bestehen, die nur durch ihre Gravitation zusammengehalten werden. Wenn man die Atomraketen ausgerechnet zwischen diesen beiden Teilen zündet, zerstört man ihn nicht, sondern macht nur aus einem zwei Brocken, die aber nach wie vor auf die Erde treffen können. Man müsste also vorher einige Atomraketen zu Testzwecken in den Weltraum schicken. Die Gefahr, dass aber bei solch einem Test etwas schief geht, ist größer als die Gefahr, von einem Asteroiden getroffen zu werden.



Kommentar: Es wird oft vermutet, dass Meteoriten alle paar Millionen Jahre auf die Erde einschlagen und dass es sich dabei um seltene Einzelfälle handelt. Oder in diesem Artikel um große bis größere Asteroiden. Victor Clube und Paul Napier (aus ihrem Buch: The Cosmic Winter) untersuchten die Geschichte auf Meteoriten. Dabei sind sie auf relativ kurze Zyklen gestoßen, als Gesteinsbrocken auf die Erde einschlugen (ca. alle 3600 Jahre) und es sich oftmals um Schwärme handelt und kleine Himmelskörper. Die Autoren wiesen darauf hin, dass es nahezu unmöglich ist alle Gesteinsbrocken im All ausfindig zu machen, da sie sehr oft kein Licht reflektieren und mehr oder weniger einfach "schwarze Klumpen" sind.
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