
© dapdLöscharbeiten in der Behinderteneinrichtung in Titisee-Neustadt
Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald kommen 14 Menschen ums Leben. Außerdem werden sieben Menschen verletzt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann zeigt sich erschüttertBei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt im Schwarzwald sind am Montag 14 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden mindestens sechs weitere Personen verletzt. Das teilte die Polizei Freiburg am späten Nachmittag mit. Die Menschen seien vermutlich durch das Feuer oder Rauchvergiftungen ums Leben gekommen, hieß es.
Nach ersten Ermittlungen war das Feuer am Montag in einer Behindertenwerkstatt der Caritas im Ortsteil Neustadt ausgebrochen, in der sich etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung befanden. In der Werkstatt werden nach Angaben der Caritas unter anderem Metall und Holz verarbeitet. Zu Details konnte der Polizeisprecher aus Freiburg zunächst nichts sagen. Auch bei Fragen zur Brandursache hielt er sich zurück. „Wir müssen uns zunächst auf die Rettungsarbeiten konzentrieren“, sagte Mirko Steffl in einem Fernseh-Interview am späten Nachmittag. Eine Augenzeugin berichtete später, dass sie einen Knall in der Montageabteilung der Behindertenwerkstatt gehört habe. Eine andere Zeugin erzählte später, dass sie daraufhin zur Rückseite des Gebäudes gelaufen sei und Menschen an den Fenstern gesehen habe.
Laut
Badischer Zeitung soll sich in einem Lagerraum des Gebäudes die Explosion ereignet haben. Ein Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften lief an - es wurde der größte Rettungseinsatz, den die Gemeinde Titisee-Neustadt je erlebt hat. Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. Das Gebäude sei mittlerweile geräumt. Der Zeitung zufolge wurden rund 50 Menschen aus dem brennenden und verrauchten Gebäude gerettet. Noch nicht alle Toten konnten in den Stunden nach dem Unglück identifiziert werden, auch die Angehörigen wurden noch nicht informiert.
Ein Sprecher der baden-württembergischen Landesregierung sagte, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Reinhold Gall (SPD) seien auf dem Weg zur Unglücksstelle. „Die Nachricht über den Brand in der Behindertenwerkstatt und das schreckliche Ausmaß hat mich zutiefst getroffen“, teilte Kretschmann in Stuttgart mit. „In Gedanken bin ich bei den Opfern, und mein tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen“, sagte Kretschmann, bevor er mit dem Innenminister in einen Hubschrauber stieg.
Die Polizei richtete in einer benachbarten Spedition eine Personensammelstelle ein. Dort sollten sich Personen melden, die zum Zeitpunkt des Brandausbruches im Gebäude waren und noch nicht registriert werden konnten. Um diese Personen kümmerte sich ausgebildetes Fachpersonal - Psychologen, Seelsorgern und Notfallberater.
Gut zwei Stunden nach der Explosion meldete die Feuerwehr, dass sie den Brand unter Kontrolle habe. Aus dem Gebäude in einem Gewerbegebiet in Titisee-Neustadt drang am Montagnachmittag allerdings immer noch Rauch. Spezialisten sollen nun die Brandursache klären. In der Werkstatt, in der Holz verarbeitet wird, lagern auch Chemikalien. In einem Lagerraum soll es eine Explosion gegeben haben, die den Brand ausgelöst hat.
dapd
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