Bangladesch trauert um die Toten der Brandkatastrophe in einer Textilfabrik. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist nach wie vor unklar. Auch, warum ausgerechnet in einer auf Arbeitssicherheit kontrollierten Fabrik das Feuer ausbrach.
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© KeystoneDie Menschen nahmen Abschied von den Verstorbenen.
Die Landesfahnen wehten an Regierungsgebäuden auf Halbmast. Die Fabriken bleiben geschlossen. Im ganzen Land wurde für die über 100 Opfer der verheerenden Brandkatastrophe in einer Textilfabrik gebetet.

Angehörige und Kollegen der Getöteten versammelten sich in der Nähe der niedergebrannten Fabrik in Dhaka. «Ich habe meinen Sohn und den einzigen Ernährer der Familie verloren», sagte eine Betroffene. «Was soll ich jetzt machen?»

Brand trotz Überprüfung auf Arbeitssicherheit

Überlebende erklärten unterdessen, ein Ausgang des Gebäudes sei blockiert gewesen, Feuerlöscher hätten nicht funktioniert. Als der Alarm losgegangen sei, hätten die Vorarbeiter die Arbeiterinnen angewiesen, an ihre Nähmaschinen zurückzugehen. Ihnen sei gesagt worden, es handle sich um eine Brandschutzübung.

Die Menschen waren im Inneren des Gebäudes gefangen und erstickten oder verunglückten beim Sprung nach draussen tödlich. Die Feuerwehr erklärte, wahrscheinlich habe ein Kurzschluss den Brand ausgelöst. Noch aber ist die tatsächliche Ursache nicht klar.

Deshalb sei es zu früh zu sagen, wo genau das Problem gelegen habe, erklärt Jürg von Niederhäusern von der «Business Social Compliance Initiative» (BSCI) gegenüber der «Tagesschau». Doch Vergangenes Jahr hat die BSCI ausgerechnet die nun niedergebrannte Fabrik in Bangladesch kontrolliert - und einen positiven Befund ausgestellt. In einem ersten Bericht zur möglichen Brandursache sei von kleineren Mängeln die Rede gewesen, so Niederhäusern, das ist «durchaus normal».
Über die BSCI

Die BSCI ist eine Plattform zu Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen Lieferkette. Sie vereint und unterstützt hunderte Unternehmen bei ihren Bemühungen, eine ethische Lieferkette aufzubauen. Dies geschieht auf der Grundlage von Verhaltenskodizes: u.a. Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Disziplinarmassnahmen, Entlöhnung (mindestens gesetzlich vorgeschriebene Mindestlöhne), Einhaltung von Richtlinien für soziale Verantwortung sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

In der Schweiz sind derzeit 47 Unternehmen BSCI-Teilnehmer, darunter Detailhandel, Textilfachhandel und Transportwesen (z.B.: Migros, Coop, SBB oder PKZ).
Walmart beendet Zusammenarbeit

Niederhäusern, seit Februar 2012 der Leiter der BSCI-Kontaktgruppe Schweiz, ergänzt: «Die Nachhaltigkeit muss noch verbessert werden.» Es fänden viele sowohl angekündigte wie auch unangekündigte Kontrollen in den Betrieben statt, aber «man muss noch mehr tun, um solche Ereignisse zu verhindern.»

Die zerstörte Fabrik Tazreen Fashion gehört zur Tuba Group, die laut Unternehmenshomepage auch für C&A, Carrefour und Walmart produziert. Walmart hat seine Arbeit mit Tazreeen Fashion bereits beendet.

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