Mehr als 200.000 Menschen protestieren in Kairo gegen Präsident Mursis wachsende Macht. Die Auseinandersetzungen fordern Tote: Ein Mann erstickt, als Polizisten Tränengas auf ihn abfeuerten.
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© Ahmed Jadallah/Reuters
Bei den neuen Protesten gegen den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi hat es ein drittes Todesopfer gegeben. Ein 56-jähriger Gegner des Staatschefs sei in Kairo an von der Polizei abgefeuertem Tränengas erstickt, berichteten übereinstimmend Protestierende und Ärzte. Der Mann habe sich in einem von seiner linken Volksallianz aufgestellten Zelt in der Nähe der US-Botschaft aufgehalten. Dort kam es zu Auseinandersetzungen zwischen jugendlichen Mursi-Gegnern und der Polizei, in deren Verlauf die Beamten Tränengas einsetzten.

Die Wut der Straße schlägt den regierenden Islamisten jetzt mit voller Wucht entgegen. Mehr als 200.000 Gegner protestierten in Kairo gegen Mursis umstrittene Verfassungserklärung. In der Hafenstadt Alexandria kam es zu Schlägereien zwischen Islamisten und Demonstranten. In Kairo starb nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein junger Mann, als die Polizei mit Tränengas auf eine Gruppe von Jugendlichen feuerte.

Auch in Al-Arisch, Bani Sueif und Suez protestierten Menschengegen Mursis Erklärung, mit der er sich selbst und das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee vor dem Zugriff der Justiz schützt. Die Muslimbrüder und die Salafisten sagten eine Kundgebung pro Mursi kurzfristig ab, "um Blutvergießen zu verhindern".