Ein Mann wird tot aus den Trümmern eines Hauses geborgen
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© dapdIngolstadt erlebt eine Explosion wie "im Krieg"
München. Als die gewaltige Explosion die Stille der Nacht zerreißt, klingt es für Erika Schweiger "wie im Krieg, wenn eine Bombe" fällt. Das Haus wackelt, die Ingolstädterin läuft gemeinsam mit ihrem Mann hinaus. Das Gebäude gegenüber steht nicht mehr, in den Trümmern liegt ein Toter. Aus der Ruine schlagen Flammen, beißender Rauch steigt auf. Eine Gasexplosion in der Nacht zum Freitag stürzt Ingolstadt in helle Aufregung.

Unmittelbar nach dem großen Knall in der Nacht besteht zunächst weitere Explosionsgefahr, bis das Gas abgestellt werden kann. Vorsorglich kommen fast 80 Rettungskräfte unter anderem vom Bayerischen Roten Kreuz an den Unglücksort. Am frühen Morgen haben mehrere Dutzend Feuerwehrmänner den Brand weitgehend unter Kontrolle. Doch auch Stunden später schlagen immer wieder Flammen aus der einsturzgefährdeten Ruine.

Der Tote liegt in der Badewanne

Vorsichtig gräbt sich ein Bagger durch den Schuttberg. Über Stunden weiß niemand, ob unter den Trümmern ein Toter liegt. Ob der 46 Jahre alte Bewohner zum Unglückszeitpunkt im Haus war, ist zunächst unklar. Die sonst ebenfalls in dem Haus wohnende 81-Jährige Mutter des Mannes hatte Glück: Sie ist laut Polizei derzeit in einem Pflegeheim untergebracht.

Gegen Mittag schließlich kommen die Einsatzkräfte "dem Hausinneren etwas näher", wie ein Polizeisprecher schildert. Ein Hubschrauber verschafft sich von oben Einblick in das Gebäude und entdeckt die Leiche im ersten Stock - in der Badewanne. Die Bergung gestaltet sich umständlich: Mitsamt der Wanne muss der Tote von einer Art Gabelstapler geborgen werden.

Ob es sich bei der männlichen Leiche um den vermissten 46-jährigen Bewohner handelt, ist noch unklar. Laut Polizei ist zur Feststellung der Identität ein DNA-Abgleich notwendig. Eine Obduktion kann am Nachmittag zumindest die Todesursache klären: Schockartige Atemlähmung infolge der Hitzeentwicklung. "Womöglich wurde der Mann durch die Druckwelle in die Wanne geschleudert", sagt ein Polizeisprecher.

"Ganz schön geschockt"

Die Kriminalpolizei stellte den Gasofen des Hauses zur weiteren Untersuchung sicher. Auch die Stadt geht davon aus, dass die Ursache der Explosion in dem zerstörten Haus zu finden ist. Die Gasleitung jedenfalls war "neu und relativ in Ordnung", sagt der Sprecher der Kommune, Gerd Treffer, und beruhigt besorgte Anwohner. Weitere Unfälle seien nicht zu erwarten.

An den Nachbarn geht das Unglück nicht spurlos vorüber. Die angrenzenden Häuser haben etwas abbekommen. Der Sprecher der Stadt, Gerd Treffer, nennt die Schäden "teilweise durchaus beachtlich" und betont: "Es geht nicht bloß um geborstene Fensterscheiben." Ein Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung soll sich jetzt um die Betroffenen kümmern und etwa bei Versicherungsfragen helfen.

Außerdem sitzt der Schrecken tief. Zwei Nachbarn wurden am Morgen mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht. Auch Schweiger ist "ganz schön geschockt", gibt sie zu. "Das war schon schlimm", auch noch "so kurz vor Weihnachten".

dapd