Das Kind der GesellschaftS


Che Guevara

Zuspitzung der Proteste in Ägypten: Bereits 3 Tote

Sämtliche Flüge von Kairo in die USA und nach Europa sind ausgebucht. Zahlreiche Ausländer verlassen vor dem einjährigen Amtsjubiläum von Präsident Mursi Ägypten, auch Mitarbeiter der US-Botschaft fliegen aus. Bei den jüngsten Gewaltausbrüchen starben drei Menschen, darunter auch ein amerikanischer Student und ein ägyptischer Journalist.
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© ReutersDer Tahrir-Platz in Kairo in der Nacht von Freitag auf Samstag
Nach dem jüngsten Gewaltausbruch in Ägypten flüchten viele Ausländer. Sämtliche Flüge vom internationalen Flughafen Kairo in die USA, nach Europa und in die Golfstaaten waren nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Samstag ausgebucht. Auch Mitarbeiter und Familienangehörige der US-Botschaft - insgesamt 45 Personen - verließen demnach per Flugzeug das Land. Angesichts der Unruhen erlaubten die USA einem Teil ihres Botschaftspersonals die Ausreise.

Bei erneuten Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi sind am Freitag mindestens drei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.

Unter den Toten war ein US-Bürger, wie das Außenministerium in Washington bestätigte. Die USA riefen alle Beteiligten in Ägypten zur Zurückhaltung auf und ermahnten die Regierung, das Recht auf Meinungsfreiheit zu achten. "Wir können bestätigen, dass in Alexandria in Ägypten ein US-Bürger getötet wurde", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde er von einem zunächst nicht identifizierten Mann mit einem großen Messer in die Brust gestochen, als er Demonstranten fotografierte. Die New York Times berichtete online, der 21 Jahre alte Student aus Ohio habe als Praktikant bei der Organisation Amideast in Ägypten Kindern Englisch beigebracht und zugleich sein Arabisch verbessert.

Light Saber

Gegen Abschiebung: Asylbewerber in Hungerstreik auf Münchner Rindermarkt - Drohung mit Zwangsräumung

Dem Camp der hungerstreikenden Asylbewerber in München droht die Zwangsräumung. Die Stadtverwaltung verlangt, dass Kinder das Lager verlassen.
abschiebung
© DPAAuf dem Rindermarkt in München campieren bis zu 60 Asylsuchende in Gartenpavillons
Die Situation im Zeltlager der hungerstreikenden Asylbewerber in München spitzt sich deutlich zu. Eine baldige Zwangsräumung schien gestern Abend wahrscheinlich. Die etwa 50 Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen und asiatischen Ländern sind seit einer Woche im Hungerstreik, seit Mittwoch trinken sie auch nichts mehr. Bisher 21 Kollabierte wurden in die Klinik gebracht und mit Infusionen versorgt. In der Nacht war der Zustand einer Frau, so sagt der betreuende Arzt Andreas Sliwka, "sehr kritisch".

Der von der Stadt München eingerichtete Krisenstab verlangt, dass die drei Kinder auf dem Campgelände, die normal ernährt werden, das Lager verlassen. "Der Aufenthalt dort schadet dem Wohl der Kinder", sagte Münchens Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) bei Verhandlungen mit Hanifeh Wahafi, Mutter von zwei der Kinder. Mit der Frau aus Afghanistan, ihrer achtjährigen Tochter und dem neunjährigen Sohn bekommt der Protest erstmals ein Gesicht. "Wo waren Sie, als wir in Passau im Asylbewerberheim sein mussten?", fragt sie die Sozialreferentin. "Da ging es den Kindern schlecht, ich konnte aber nicht mit ihnen zum Arzt gehen. Sie mussten ansehen, wie sich in dem Heim Flüchtlinge das Leben genommen haben."

Die Familie ist zerrissen: Der mit zwölf Jahren älteste Sohn wurde am Mittwoch allein nach Österreich abgeschoben und weiter nach Ungarn. Der Vater sollte am selben Tag abgeschoben werden. Er wehrte sich aber so heftig, dass sich der Pilot weigerte, ihn im Flugzeug mitzunehmen. Jetzt sitzt er in München-Stadelheim in Abschiebehaft. Während des Gespräches wurde Frau Wahafi eine Mitteilung des Bundesamtes für Flüchtlinge übergeben, dass der Sohn zurückgebracht und der Vater aus der Haft entlassen werden sollen. Die Familie erhält ein deutsches Asylverfahren.

Gold Seal

Nur ein Ausnahmefall? Schulverweigerer macht Realschulabschluss mit Eins

schulverweigerer
Vor acht Jahren spielten Moritz und Thomas Neubronner zufrieden zuhause.
Moritz Neubronner ist jahrelang zu Hause von seinen Eltern unterrichtet wurden. Jetzt geht er wieder zur Schule, in die zehnte Klasse der Oberschule in Bremen-Lesum. Der 16-Jährige bemüht sich, denn er will seinen Realschulabschluss machen. Seine Chancen stehen gut.

Die Schulbank drücken - das ist nicht immer ein Spaß. So war es auch bei Moritz und Thomas Neubronner aus Bremen-Nord. Die Brüder fanden die Schule doof. Weil ihre Eltern sie dazu nicht zwingen wollten, unterrichteten sie die Kinder zu Hause. Das schlug damals hohe Wellen in Bremen. Sogar Zwangsgeld drohte die Stadt der Familie an, weil Unterricht zu Hause in Deutschland nicht zugelassen wird. Als der Druck zu hoch wurde, floh die Familie vor fünf Jahren erst nach Spanien und dann nach Frankreich, denn dort ist das sogenannte "Home-Schooling" erlaubt.

Abschluss ohne Schule

Jetzt, fast acht Jahre nach dem letzten Schulbesuch, ist der ältere Bruder Moritz nach Bremen zurückgekehrt - und geht wieder in die Schule. Obwohl der 16-Jährige so lange keinen Schulunterricht mehr hatte, schaffte er jetzt den Abschluss mit Note 1,4. Das war nur möglich, weil seine Eltern ihn unterstützten. Seine Mutter ist Lehrerin, sein Vater Sozialpädagoge.

Immer wenn Moritz etwas wissen wollte oder etwas nicht verstanden hat, dann haben es ihm die Eltern ausführlich erklärt. Wenn sie selbst Nachhilfe brauchten, wie zum Beispiel bei mathematischen Formeln, haben sie im Internet nachgeschaut. Ihre Philosophie: Kinder wollen von alleine lernen, man braucht sie nicht zu zwingen, so wie es oft bin der Schule passiert. So hat Moritz auch ohne Schule viel gelernt - ziemlich erfolgreich sogar.

Candy Cane

Arbeitslosenzahlen werden bis 2020 sinken - Fragwürdige Prognose

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© dpa
Vom Jahr 2020 an wird die Zahl der Arbeitslosen nach einer Studie unter die Marke von 2 Millionen fallen. Zehn Jahre später werden sogar nur noch 1,7 Millionen erwartet. Damit würde in Deutschland nahezu Vollbeschäftigung herrschen.

Deutschland hat heute schon eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa. In den kommenden Jahren dürfte sich bei anhaltender Wirtschaftskraft der Trend noch beschleunigen, weil immer weniger Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Vom Jahr 2020 an wird einer aktuellen Studie zufolge die Zahl der Arbeitslosen unter die Marke von 2 Millionen fallen - derzeit sind es noch fast 3 Millionen. Zehn Jahre später werden sogar nur noch 1,7 Millionen erwartet. Die Arbeitslosenquote, die heute 6,6 Prozent beträgt, würde in den beiden Schritten zunächst auf 4,8 und dann auf 4,2 Prozent fallen.

Damit würde zumindest nach der Definition in Deutschland nahezu Vollbeschäftigung herrschen. Arbeitsmarktwissenschaftler sprechen von diesem Zustand bei einer Quote von bis zu 4 Prozent. In weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs ist dieser Zustand schon heute erreicht. Für Bayern etwa wird den Berechnungen zufolge der Wert sogar flächendeckend nahe 2 Prozent liegen.

Die Studie zeige, dass es künftig genug Arbeit geben werde, sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Wirtschaft, in deren Auftrag die Prognos AG die Berechnungen angestellt hat. Brossardt wies aber darauf hin, dass vor allem Arbeitnehmer für anspruchsvollere Tätigkeit gesucht würden. „Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung werden es dagegen immer schwerer haben“, sagte er. Zumindest deuten darauf die Berechnungen hin, die das mutmaßliche Stellenangebot und das Arbeitskräfteangebot auf Basis des Mikrozensus hochrechnen und einander gegenüberstellen.

Kommentar: Bei dieser Studie handelt es sich um eine Prognose - wenn ... dann - und geht von fortlaufenden Trends aus. Trends, dass die Wirtschaft linear immer weiter wächst und alles so bleibt, wie es ist. Was summar summarum eine sehr vereinfachte Darstellung ist.


Gear

Verwirrter Nackter im Brunnen vor "rotem Rathaus" Berlin - Polizist schoss auf ihn

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© Kay NietfeldEine Polizeibeamtin sichert den Tatort
Berlin - Tod am Roten Rathaus in Berlin: Ein nackter Mann ist im Zentrum der Hauptstadt möglicherweise von einem Polizisten erschossen worden.

Der Unbekannte hatte zuvor im Neptunbrunnen einen Beamten mit einem 20 Zentimeter langen Sägemesser bedroht und sich auch selbst verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ob der zwischen 20 und 30 Jahre alte Mann durch einen Schuss aus der Polizeiwaffe starb oder an seinen Stichverletzungen, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Es stehe aber fest: «Ein Kollege hat auf den Mann geschossen und ihn im Oberkörper getroffen.» Eine Obduktion soll nun die Todesursache feststellen.

Eine Passantin war auf den Nackten mit dem Messer in dem Brunnen aufmerksam geworden und hatte sich laut Polizei an einen Wachposten vor dem nahen Dienstsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gewandt. Der Wachschützer alarmierte die Polizei. Ein Funkwagen mit zwei Beamten fuhr zu dem Brunnen. Einer der Polizisten sei zu dem blutenden und fuchtelnden Mann in den Brunnen gestiegen, der andere sei davor stehen geblieben, wie ein Sprecher der Polizei berichtete.

Arrow Down

Polizeibrutalität in Westerburg: Beamte schlagen auf am Boden sitzenden Mann ein

Ein Polizist schlägt ihm auf den Kopf, der andere tritt ihm in die Seite: Bei einer Festnahme in Westerburg haben zwei Polizisten einen Mann brutal verprügelt. Die Uniformierten lassen ihren Aggressionen freien Lauf - ohne erkenntlichen Grund.

Polizisten haben nach einem Bericht der Rhein-Zeitung in Westerburg (Rheinland-Pfalz) einen festgenommenen Mann mit grober Gewalt behandelt. Sie hätten auf den am Boden sitzenden Mann eingeschlagen und ihn getreten, berichtet das Blatt unter Berufung auf ein ihm zugespieltes Video.

Zwei Personen hätten bemerkt, dass es zu einer Rangelei zwischen den Beamten und dem Mann gekommen ist, einer filmte die Szenerie mit dem Handy. Zwei weitere Beamte hätten dabei gestanden, ohne einzugreifen. Warum der Mann Prügel von den Polizisten kassierte, ist in dem Video auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Wreath

Nach Leben voller Arbeit holt 100-jährige Frau in Mexiko ihren Grundschulabschluss nach

Im stolzen Alter von 100 Jahren hat eine Frau in Mexiko noch einmal die Schulbank gedrückt und ihren Grundschulabschluss nachgeholt. An ihrer großen Leidenschaft, dem Lesen, hindert sie nun nichts mehr - außer den schwachen Augen.

Im Alter von 100 Jahren hat in Mexiko eine Frau die Grundschule beendet. Manuela Hernández Velásquez habe im Bundesstaat Oaxaca im Süden des Landes einen einjährigen Kurs für Erwachsene besucht und ein Abschlusszeugnis erhalten, sagte die Abteilungsleiterin des Instituts für Erwachsenenbildung, Norma Jiménez López.

Doña Manuelita wurde 1913 in der Stadt Tuxtepec geboren. Während ihrer Kindheit besuchte sie lediglich ein Jahr die Schule. „Mein Onkel hat mich unterstützt. Aber im Jahr darauf konnte ich schon waschen und bügeln und sie haben mich nicht mehr gehen lassen, weil ich bei der Arbeit gebraucht wurde“, sagte Hernández laut einer Mitteilung des Instituts.

Che Guevara

Aufstände in China: Gewalttätige Angriffe, Festnahmen und 27 Tote

Mindestens 27 Tote nach Unruhen in Westchina. Die Polizei habe das Feuer eröffnet, nachdem eine mit Messern bewaffnete Menschenmenge Polizeistationen und Gebäude der lokalen Regierung angegriffen habe.

Bei Unruhen in der autonomen Region Xinjiang im Westen Chinas sind am Mittwoch mindestens 27 Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Die Polizei habe das Feuer eröffnet, nachdem eine mit Messern bewaffnete Menschenmenge Polizeistationen und Gebäude der lokalen Regierung angegriffen habe, wie die örtlichen Behörden mitteilten.

Stormtrooper

Schusswechsel in Rio zwischen Polizisten und Kriminellen - 9 Tote

Bei einem Schusswechsel zwischen Polizisten und mutmaßlichen Kriminellen sind neun Menschen getötet und weitere verletzt worden.


Attention

Angeblicher Boston "Attentäter" soll Todesstrafe bekommen

Auf 17 der 30 Anklagepunkte stehen Todesstrafe oder lebenslange Haft: Eine Jury aus Laienrichtern hat Dschochar Zarnajew offiziell angeklagt. Dem Boston-Attentäter werden unter anderem Vierfach-Mord und der Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe vorgeworfen.

Der überlebende mutmaßliche Bombenattentäter vom Bostoner Marathonlauf, Dschochar Zarnajew, ist wegen vierfachen Mords und des Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe angeklagt worden.

Eine sogenannte Grand Jury aus Laienrichtern werfe Zarnajew insgesamt 30 Anklagepunkte vor, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in der US-Ostküstenstadt mit. Allein auf 17 der Anklagepunkte stünden die Todesstrafe oder lebenslange Haft.

Der 19-jährige Zarnajew soll gemeinsam mit seinem 26-jährigen Bruder Tamerlan Mitte April einen Anschlag auf den Bostoner Marathon verübt haben. Dabei wurden drei Menschen getötet und mehr als 260 weitere verletzt. Auf ihrer Flucht sollen die Brüder einen Polizisten erschossen und einen weiteren Beamten schwer verwundet haben.