ErdveränderungenS


Black Magic

Katastrophenjahr für Störche - Nasskälte brachte Tod für 80% der Jungstörche

Storchenbeauftragte Ute Reinhard spricht von einem Katastrophenjahr

Der Storch bringt die Babys, heißt es in einer Redensart. Doch mit dem eigenen Nachwuchs hat das Federvieh in diesem Jahr ziemliche Probleme: „Das Jahr ist ein Katastrophenjahr, ganz klar“, stellt Ute Reinhard fest. Die Beauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen für Weißstörche koordiniert deren Schutz in Baden-Württemberg und muss es wissen. „Insgesamt sind bis zu 80 Prozent der Jungstörche umgekommen“, sagt sie. Schuld sei meist das nasskalte Wetter der vergangenen Wochen. Die Situation um Friedrichshafen sei zwar weniger dramatisch, jedoch auch alles andere als positiv.

Friedrichshafen - Auf dem Lettenhof in Kluftern starben zwei von vier Jungstörchen. Während der Älteste wegen einer Missbildung aus dem Horst fiel, kam der Jüngste aufgrund des schlechten Wetters ums Leben. „Wenn die jungen Störche zwischen vier und fünf Wochen alt sind, dann wird’s gefährlich“, schildert Rudolf Moser, der im Jahr 2004 den Horst auf einer Streuobstwiese gebaut hat und seitdem die Störche zusammen mit seiner Frau betreut. Statt Federn haben die Jungstörche noch Daunen, sind allerdings schon zu groß, um komplett von den Flügeln der Eltern bedeckt zu werden. Ohne wärmende Federn überlebt kaum ein Storch die lang anhaltende Kälte und die heftigen Niederschläge der vergangenen Wochen.

Bizarro Earth

Deichbruch an der Elbe: Tausende Menschen evakuiert

In Teilen von Sachsen-Anhalt haben die Einsatzkräfte beim Hochwasser einen weiteren schweren Tag vor sich. Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck.
deichbruch fischbeck
© dpaDeichbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt - Aktuelle Bilder vom Hochwasser
Stendal/Magdeburg - Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ergießen sich die Wassermassen weiter ins Hinterland. Die Bundeswehr wollte am Dienstag nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung erneut versuchen, die Bruchstelle zu schließen.

Die Arbeiten daran waren gegen Mitternacht abgebrochen worden. Nun sollten aus Hubschraubern wieder große Sandpakete abgeworfen werden. Damit soll zumindest eine Reduzierung der einfließenden Wassermenge erreicht werden. Das Wasser hat die Bundesstraße 107 zwischen Jerichow und Fischbeck überflutet. Inzwischen nähert es sich dem Stadtgebiet von Jerichow.

Cloud Lightning

Heftige Stürme in Sri Lanka: 40 Menschen kamen ums Leben

40 Menschen kamen infolge heftiger Stürme ums Leben, die die westliche Küste von Sri Lanka erschüttert hatten, berichten die Behörden des Landes. Fast alle Opfer waren Fischer.
Sturm, Sri Lanka
© EPA
Außerdem wurden mindestens 30 Menschen verletzt und 30 weitere gelten als vermisst. Die Retter und Militärs setzten ihre Suche nach den Überlebenden fort.

Cloud Precipitation

Hochwasser in der südlichen Schweiz legt Straßenverkehr lahm

Der Platzregen ist in südlichen Kantonen der Schweiz zur Ursache zahlreicher Überschwemmungen und Erdrutschen geworden.
Überschwemmung, Flut
© AFP
Wegen des Hochwassers wurde der Auto- und Eisenbahnverkehr in Kantonen Freiburg und Waadt eingestellt. In den vom Unwetter meist betroffenen Regionen forderten die Behörden dringende Evakuierung der Bevölkerung. Die Angaben über Opfer und Verletzte liegen noch nicht vor.

Cloud Precipitation

Überflutungen im Südosten Belgiens

Mehrere Ortschaften sind wegen Regengüsse am vergangenen Sonntag in den Ardennen im Südosten Belgiens überflutet worden. Der Verkehr auf mehreren Autostraßen nahe Verviers, die unter Wasser stehen, wurde lahmgelegt.
Flut Belgien
© EPA
Feuerwehrleute, die in Belgien die breitesten Rettungsfunktionen erfüllen, bekamen mehrere Anrufe wegen gefallener Bäume oder mit Wasserströmen auf Straßen geschwemmte Steine.

Cloud Precipitation

Überflutung in Serbien und Evakuierung der Einwohner

In Serbien bereitet man sich auf die Evakuierung von Einwohnern der Regionen vor, die bis Mitte nächster Woche überflutet werden könnten. Der Donau-Pegel steigt kontinuierlich und wird seinen Höhepunkt am 12. bis 13. Juni erreichen, berichtet ein Sprecher der Notfall-Leitung des serbischen Innenministeriums.
Flut, Serbien
© AFP
Am stärksten betroffen ist zurzeit die Stadt Beočin, wo einige Ortschaften teilweise schon unter Wasser stehen. Die Menschen werden dort mit ihrem Besitz evakuiert.

Cloud Lightning

Wetterkatastrophen auf der ganzen Welt: Hochwasser, Gewitter, Hagel, Erdbeben

Während die Überschwemmungen in Mittel- und Osteuropa weiter die Schlagzeilen beherrschen, erreichen uns Meldungen über Umweltkatastrophen in anderen Teilen der Welt: auf den Philippinen bebte die Erde, in China sorgten Regen, Hagelschauer und Gewitter für Chaos.
Überflutung, Überschwemmung
© EPA
In Budapest sind die Deiche gegen das Hochwasser gefestigt worden, teilte der ungarische Regierungschef Viktor Orbán mit. In der Donau wird heute der Rekordpegel von 8,95 Metern erwartet. Der letzte Rekord fällt ins Jahr 2006 und beträgt 8,6 Meter.

„Das Hochwasser bedroht das Zentrum unseres Landes, die nächsten paar Tage werden entscheidend sein“, so der Regierungschef bei einer Pressekonferenz. In ganz Ungarn wurden rund 1.200 Einwohner aus 28 Siedlungen evakuiert. Der Autoverkehr wurde auf 44 Magistralen unterbrochen. Das Hochwasser soll in den nächsten zwei Wochen nachlassen.

Post-It Note

Rätselhafte Pilzkrankheit bedroht heimische Flusskrebse

In Österreichs Gewässern tummeln sich kaum noch einheimische Flusskrebse: Eine rätselhafte Pilzkrankheit und nordamerikanische Arten machen die Wiederansiedlung der Edelkrebse schwer
Krebs
© apa/dpaAllesfresser mit ungewisser Zukunft: Der Edelkrebs ist in vielen Seen und Flüssen längst verschwunden. Aus Nordamerika importierte Arten, die gegen die Krebspest resistent sind, haben das Problem nur schlimmer gemacht
Man findet ihn in Seen und Flüssen - Hauptsache, es gibt genug zu essen, Schlupfwinkel und ausreichend Sauerstoff. Der Edelkrebs, Astacus astacus, ist eine relativ anpassungsfähige Tierart. Wählerisch ist er jedenfalls nicht: Pflanzen, Aas und allerlei Kleingetier stehen auf seinem Speiseplan.

Einst waren die zehnbeinigen Krabbler von Skandinavien bis ans Mittelmeer weit verbreitet, auch in Mitteleuropa. Das ist vorbei. "Es gibt noch einige überaus gesunde Populationen, aber meistens sind die Bestandsdichten gering", erklärt der Biologe Adam Petrusek von der Universität Prag dem Standard. In vielen größeren Gewässern ist der Edelkrebs seit langem komplett verschwunden. Ursache ist eine tückische Pilzkrankheit, die Krebspest. Sie tötet nicht nur A. astacus, sondern auch andere europäische Flusskrebse wie den Steinkrebs und den Sumpfkrebs.

Cloud Precipitation

Deggendorf in der Flut

Im Deggendorf warten die Einwohner auf das Ende der Flut. Kaum einen anderen Ort hat es so getroffen wie diesen. Zwischen Kadavern, leckenden Öltanks und ruinierten Existenzen gibt es auch Humor.
Flut, Deggendorf
© dpa
Der Feuerwehrmann sagt: "Ich habe kaum das Nötigste aus dem Haus retten können. Ich wollte halt erst den anderen helfen." Margit P., 52, tröstet sich: "Mein Vater war im Krieg und anschließend in Gefangenschaft. Der hätte doch über das Hochwasser gelacht." Und das junge Ehepaar, das mit dem Boot über die Straßen des Deggendorfer Ortsteils Fischerdorf fährt, will wenigstens noch einmal ins überschwemmte Haus reinsehen. "Vielleicht kann man ja die Fahrzeugpapiere retten", sagt der Mann, als das Boot an einer in der Flut schaukelnden Gießkanne vorbeituckert.
Flut, Deggendorf
© dpa
Drei Stimmen aus Deggendorf-Fischerdorf in Niederbayern am Freitag, drei Tage nachdem die Isar über einen Damm schwappte und den Ortsteil überflutete. Drei Meter hoch steht das Wasser nun in den Straßen, es ergoss sich durch Fenster, Garagen und Türen in die Häuser, spülte Möbel auf, sprengte Glas, drang beim Metzger, beim Bäcker und in Autohäuser ein, flutete Kraftfahrzeuge, von denen zum Teil nur die Dächer herausragen, entriegelte durch den Druck die Heckklappen.

Cloud Precipitation

Hochwasser in Deutschland bewegt sich nach Norden

Die Wassermassen in Elbe und Elster wandern gen Norden, der permanente Ausnahmezustand fordert ein weiteres Todesopfer. Mancherorts entspannt sich die Lage - doch das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar
Hochwasser
© dpaTreibgut schwimmt im bayrischen Deggendorf im Hochwasser der Donau. Die Region wurde übler erwischt, als zunächst angenommen. Mittlerweile bewegen sich die Wassermassen Richtung Norden.
Mit zerstörerischer Kraft bedroht das Hochwasser jetzt den Norden Deutschlands. Bundesländer wie Niedersachsen und Brandenburg rüsteten sich für die anrollenden Wassermassen, die im Süden und Osten bereits große Verwüstungen angerichtet haben. In Sachsen-Anhalt starb ein Mann nach einem Zusammenstoß mit einem Sandsacktransporter.

„Das wird ganz knapp“, sagte ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums in der Nacht zum Freitag. In Mühlberg (Elbe-Elster) wird im Laufe des Tages die Scheitelwelle der Elbeflut erwartet. Am frühen Morgen lag der Pegelstand des Flusses bei 9,86 Meter. Bei der Jahrhundertflut 2002 war der Fluss auf 9,98 Meter gestiegen.