
© Frank Rumpenhorst/dpaNach dem Crash: Der beeschädigte ICE bei Biblis.
Biblis/Frankfurt - Die halbe Nacht saßen Hunderte Bahnreisende in Südhessen in einem ICE fest. Der Zug war bei stürmischem Wetter in einen umgestürzten Baum gekracht. Eine abgerissene Oberleitung erschwerte die Bergung.
Die rund 600 Reisenden kamen zwar mit dem Schrecken davon, mussten aber teils die halbe Nacht im Zug verbringen. Die Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim wurde in beide Richtungen gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag sagte. Dadurch kam es zu Behinderungen. Kräftige Böen hatten am späten Donnerstagabend bei Biblis den Baum umknicken lassen.
Weil sich der Zug in den heruntergerissenen Oberleitungen verfangen hatte, konnten die Helfer die letzten Fahrgäste erst nach knapp sieben Stunden befreien. "Die Rettungstrupps konnten erst an den Zug 'ran, als wir völlig sicher waren, dass der Strom weg war", sagte der Bahnsprecher. Dazu mussten die 15 000 Volt führenden Kabel erst geerdet werden. "Im Zug waren die Gäste am sichersten." Dort wurden sie mit Getränken versorgt.
Am frühen Freitagnachmittag gab die Bahn das erste der beiden Gleise wieder frei. "Seit 13.20 Uhr fahren wir wieder", sagte der Sprecher. Das zweite Gleis werde voraussichtlich zum Wochenende wieder befahrbar sein. Regionalzüge und S-Bahnen fuhren zunächst nur auf Teilstrecken, Fernzüge wurden umgeleitet.