ErdveränderungenS


Bizarro Earth

13.800 Evakuierungen nach Deichbruch - Schiffe sollen versenkt werden, um Deich zu schließen

Fischbeck/Magdeburg - Es ist die bisher ungewöhnlichste Aktion seit Beginn des Hochwassers in Sachsen-Anhalt: Um die gewaltigen Wassermassen auf ihrem Weg ins Landesinnere zu stoppen, werden zwei Lastkähne vor einem gebrochenen Deich in der Elbe im Landkreis Stendal versenkt. Sie sollten am frühen Samstagabend per Sprengung auf Grund gesetzt werden und so den Durchfluss bei Fischbeck schließen. Riesige Säcke mit Sand und Steinen, die von Hubschraubern aus abgeworfen werden, sollen danach die Stelle zusätzlich sichern.

Weiter südlich im Salzlandkreis wurde den Wassermassen schon mit explosiver Ladung zu Leibe gerückt. Am Vormittag sprengten Einsatzkräfte bei Breitenhagen den Saaledeich, um das Hochwasser aus den dort überfluteten Gebieten schneller zurück in den Fluss zu leiten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) besuchte am Samstag nur wenige Kilometer entfernt in Barby und Nienburg vom Hochwasser betroffene Agrarbetriebe. Sie sei sich mit Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (beide CDU) einig darüber gewesen, dass die aktuelle Flutkatastrophe größere Schäden als das Hochwasser 2002 bei den Landwirten angerichtet habe, sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Bullseye

Fernsehturm von Blitz getroffen in Sankt Petersburg

Bei einem Sturm in der russischen Stadt musste der Fernsehturm der Stadt als Blitzableiter dienen.


Reuters

Cloud Lightning

Gewitter ließ Flugzeuge am Boden in Frankfurt

Ein starkes Gewitter hat den Betrieb des Frankfurter Flughafens beeinträchtigt: Mindestens 65 Starts und Landungen mussten abgesagt werden. Auch der "Tag der Luftfahrt" war betroffen. Fraport schloss aus Sicherheitsgründen das Festgelände.

Frankfurt am Main - Das Gewitter sei durch die An- und Abflugrouten des größten deutschen Flughafens gezogen. Auch Verspätungen habe es deshalb gegeben, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor örtlichen Gewittern mit Starkregen gewarnt. Die Gefahr örtlich starker Niederschläge bestehe auch in der Nacht zum Montag.

Das Unwetter beeinträchtigte auch die Veranstaltung "Tag der Luftfahrt". Er musste in Frankfurt früher abgebrochen werden. Die Veranstalter sagten am Sonntagmorgen Aktionen auf dem Freigelände im Süden des Flughafens ab. Das zentrale Festgelände mit einem Airbus A380 als Hauptattraktion wurde geschlossen. Wegen des nahenden Gewitters sei die Sicherheit der Gäste nicht mehr gewährleistet gewesen, sagte ein Fraport-Sprecher.

Ambulance

Böen ließen Baum umknicken - ICE kollidierte, Fahrgäste halbe Nacht gefangen

ice
© Frank Rumpenhorst/dpaNach dem Crash: Der beeschädigte ICE bei Biblis.
Biblis/Frankfurt - Die halbe Nacht saßen Hunderte Bahnreisende in Südhessen in einem ICE fest. Der Zug war bei stürmischem Wetter in einen umgestürzten Baum gekracht. Eine abgerissene Oberleitung erschwerte die Bergung.

Die rund 600 Reisenden kamen zwar mit dem Schrecken davon, mussten aber teils die halbe Nacht im Zug verbringen. Die Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim wurde in beide Richtungen gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag sagte. Dadurch kam es zu Behinderungen. Kräftige Böen hatten am späten Donnerstagabend bei Biblis den Baum umknicken lassen.

Weil sich der Zug in den heruntergerissenen Oberleitungen verfangen hatte, konnten die Helfer die letzten Fahrgäste erst nach knapp sieben Stunden befreien. "Die Rettungstrupps konnten erst an den Zug 'ran, als wir völlig sicher waren, dass der Strom weg war", sagte der Bahnsprecher. Dazu mussten die 15 000 Volt führenden Kabel erst geerdet werden. "Im Zug waren die Gäste am sichersten." Dort wurden sie mit Getränken versorgt.

Am frühen Freitagnachmittag gab die Bahn das erste der beiden Gleise wieder frei. "Seit 13.20 Uhr fahren wir wieder", sagte der Sprecher. Das zweite Gleis werde voraussichtlich zum Wochenende wieder befahrbar sein. Regionalzüge und S-Bahnen fuhren zunächst nur auf Teilstrecken, Fernzüge wurden umgeleitet.

Magnify

Schlechte Ernteprognose für Italien - Nässe und Kälte setzen Pflanzen zu

Auch Nord- und Zentralitalien leiden derzeit unter einem «verrückt gewordenen Frühling» mit starken Regenfällen und Überschwemmungen sowie sehr kühlen Temperaturen, die das Pflanzenwachstum bremsen.

Der Verband der Familienbetriebe (Coldiretti) berichtete in der vergangenen Woche von vorläufigen Schadensschätzungen in einer Höhe von 1 Mrd. Euro. Die Ernten zahlreicher Kulturen wie Industrietomaten, Reis, Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Obst, Soja, Mais dürften mindestens um ein Drittel kleiner ausfallen. In einzelnen Lagen geht Coldiretti sogar von einem Verlust von 50 Prozent aus.

Schlechte Heuernten würden zudem die Versorgung der Tiere gefährden. Die Gefahr von Pilzinfektionen der Pflanzen steige. Fällige Feldarbeiten, wie die Rübenaussaat könnten nicht getätigt werden, Tomatenjungpflanzen würden abgeschwemmt, Kartoffelpflanzungen seien eingestellt worden. Der Blütenansatz der Obstbäume habe sich ebenfalls um ein Drittel reduziert.

Die Weinreben wüchsen nur langsam, erklärte Coldiretti weiter. Aufgrund des Regens flögen die Bienen kaum, dabei werde ihre Bestäubungsleistung derzeit dringend benötigt. Wegen der niedrigen Temperaturen müssten die Ställe zudemnlänger und stärker beheizt werden, was die Energiekosten erhöhe.

Compass

Leichtes Beben in Österreich, Götzis

Bei Götzis hat sich am Mittwoch gegen 12.40 Uhr ein leichtes Erdbeben der Stärke 2,5 ereignet. Das Epizentrum lag nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) südöstlich von Götzis.

Das Beben könnte in der näheren Umgebung des Epizentrums leicht verspürt worden sein, hieß es in einer Aussendung. Derzeit lägen noch keine Wahrnehmungsberichte vor. Schäden dürften keine zu erwarten sein.

Erdbebendienst bittet um Meldungen

Der Österreichische Erdbebendienst ersucht die Bevölkerung, das Wahrnehmungsformular auf der Homepage www.zamg.ac.at auszufüllen oder schriftliche Meldungen an folgende Adresse (Porto zahlt Empfänger) zu senden:

Österreichischer Erdbebendienst
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG)
Hohe Warte 38
A-1190 Wien

Fax: +43-1-368 66 21

Cloud Precipitation

Unwetter in Oberlausitz richtete u.a. Schäden auf Feldern an - Eventueller Preisanstieg der Lebensmittel

Löbau/Zittau. Das Hochwasser vorvergangene Woche wird in der Oberlausitz im Gegensatz zu anderen Flutgebieten nicht zu massiven Ernteausfällen führen. Die Schutzmaßnahmen nach dem August-Hochwasser 2010 hätten gegriffen, sodass kaum Felder überflutet wurden, sagt Joachim Häntsch, Vorsitzender des Oberlausitzer Bauernverbandes, im SZ-Interview. Dennoch befürchtet er einen von Händlern gemachten Preisanstieg bei Lebensmitteln.

Binoculars

Erdfall in Großleinungen

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© Fred ReiseBlick auf die Unfallstelle an der Wipper.
Ein Mitte 60-jähriger Mann ist am Samstagnachmittag bei Wippra gestürzt und in die Hochwasser führende Wipper gefallen. Der Mann konnte sich zwar an einem Baum festhalten, erreichte das Ufer aber nicht mehr aus eigener Kraft.

Sangerhausen. Dramatische Minuten haben sich am Sonnabendabend an der Hochwasser führenden Wipper bei Wippra abgespielt. Ein Mitte 60-jähriger Mann war gegen 18 Uhr gestürzt und in die Wipper gefallen. Nach Angaben der Feuerwehr konnte er sich zwar an einem Baum festhalten, erreichte das Ufer aber nicht aus eigener Kraft. Auch ein herbeigeeilter Spaziergänger konnte ihn nicht aus dem reißen Strom ziehen.

Erst durch die Alarmierung der Feuerwehr und die Hilfe der Rettungskräfte wurde er ans sichere Ufer gebracht. Seine Körpertemperatur war da bereits auf 33 Grad abgesunken. Ein Rettungswagen transportierte ihn in das Sangerhäuser Klinikum, wo er auf der Intensivstation behandelt wurde.

Attention

Sommerweizenernte könnte in Teilen Russlands geringer ausfallen

Russlands Landwirte könnten etwas weniger Weizen ernten als bislang erwartet. Zudem wird die Ernte wahrscheinlich deutlich eher beginnen als sonst üblich.

Grund für die Korrektur der Produktion ist die schleppende Aussaat von Sommerweizen in Sibirien und im Ural. Dort war es bislang zu kalt und zu nass und der Aussaatfortschritt liegt deutlich zurück. Dies hat auch Einfluss auf die Erträge und Gesamtproduktion. Allerdings haben die betroffenen Regionen keine große Bedeutung für den Weizenexport.

Dagegen hat das russische Landwirtschaftsministerium den Zustand der Wintersaaten Ende Mai als sehr gut und besser als im langjährigen Durchschnitt bezeichnet. Nach den Angaben hat das sehr gute Wetter in den südrussischen Hauptanbaugebieten für Winterweisen zu einem deutlichen Wachstumsvorsprung bei Winterweizen geführt. Die Folge ist, dass wichtigste Produktions- und bis zu zwei Wochen früher mit der Weizenernte beginnen können.

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Preisanstieg bei Nahrungsmitteln droht - Kartoffeln könnten durch Flut knapp werden

Die Folgen der Jahrhundertflut könnten Verbraucher bald im Supermarkt zu spüren bekommen: Die Lebensmittelbranche warnt bereits vor Engpässen bei Kartoffelprodukten - und vor steigenden Preisen.


Wegen des Jahrhundert-Hochwassers kann es im Herbst zu Engpässen bei Kartoffelprodukten kommen. Wie die Bild-Zeitung (Dienstagausgabe) schreibt, rechnet der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit deutlichen Einbußen bei der Kartoffelernte.