Minus 19 Grad in Brandenburg, milde Temperaturen in Süddeutschland. Was ist bloß mit dem Wetter los?

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In Deutschland neigt sich ein Monat dem Ende zu, den man nicht so schnell vergessen dürfte. Wenigstens im Norden und Osten der
Republik könnte er in der Schlussbilanz der kälteste und vor allem schneereichste seit Beginn der genaueren Aufzeichnungen vor etwa 100 Jahren werden. In dem brandenburgischen Dorf Coschen sank in der Nacht zum Sonntag das Thermometer gar auf minus 19 Grad - es war der kälteste Ort Deutschlands. Auch wenn es im Süden milder war, so waren die ersten drei Wochen doch deutschlandweit bisher etwa dreieinhalb Grad kälter als der langjährige Mittelwert dieses Monats, und die wenigen Tage bis zu seinem Ende werden daran nichts Wesentliches mehr ändern, zumal die Meteorologen deutlich höhere Temperaturen erst zu Ostern erwarten. In die Berechnung des gesamten meteorologischen Winters (Dezember bis Februar) gehen die Messungen aus dem März nicht einmal mehr ein, dennoch waren auch diese drei Wintermonate zusammen etwa ein halbes Grad kälter als "
normal". Finster sowieso.
Ornithologen meldeten, dass aus dem Süden kommende Zugvögel wieder umkehrten. Andere, mit schärferen Sinnen ausgestattete, blieben gleich länger als sonst im Mittelmeerraum und verschoben ihre Brut. Die Pflanzenblüte verzögerte sich, und die während weniger milder Tage zu Monatsbeginn ausgebildeten Krokusteppiche in den Parks verschwanden für Wochen unter 20 Zentimeter starken Schneedecken. Die Bauwirtschaft und andere Branchen fürchten Verzögerungen, Schäden und weitere Kostenbelastungen. Der Mieterverein zu Hamburg rechnet damit, dass nach dem Winter für eine 70 Quadratmeter große Wohnung bei der nächsten Heizkostenabrechnung ein Aufschlag von rund 100 Euro fällig sein wird, in öffentlichen Gebäuden wird der Steuerzahler entsprechend belastet. Mehrmals mussten viele Dutzend Flüge, etwa von und nach Frankfurt am Main, wegen heftigem Schneefall abgesagt werden, für einen März höchst ungewöhnlich.
Kommentar: Lesen Sie auch den folgenden Artikel, wo unter anderen vermutet wird, dass die Sonnenaktivität mit Wolkenbildung in Verbindung steht. Ein mögliche Erklärung für den dunkelsten Winter seit den Aufzeichnungen.
Der Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung, Wolkenbildung und Klima