Im argentinischen Parlament sitzen drei Abgeordnete, die durch ihre Taten deutlich machen, dass es ihnen nicht um ihren individuellen Vorteil geht, sondern um die Durchsetzung der großen Mehrheit der Menschen im Land. Die 3 Abgeordneten der “Linken Front der Arbeiter“ haben nicht nur auf ihre Diätenerhöhung im vergangenen Jahr verzichtet, sie spenden auch 80% ihres Gehalts an Streikende, Familien in Not oder an Entlassene.
Love wallpaper
© Inconnu
Nicolás del Caño (33), Abgeordneter der “Front der Linken und ArbeiterInnen” (FIT), für die Provinz Mendoza im argentinischen Kongress erklärte in einem Interview welche Auswirkungen die Diätenerhöhungen haben: “Alle Abgeordneten und SenatorInnen werden auf 50.000 Pesos im Monat (4620 Euro) kommen. Darüber hinaus gibt es weitere Privilegien für Abgeordnete wie Flug- und Bustickets sowie Zuschüsse für Personal, Büros usw.” Er machte außerdem deutlich, dass die Abgeordneten der FIT nur 8.500 Pesos behalten wollen.

In dem Interview nennt er einige Beispiele, was er mit und seine Kollegen mit dem Rest der Diät machen: “Wir spendeten 10.000 Pesos für den Kampf der Kommunalbeschäftigten des Departamentos Lavalle in Mendoza. Auch die jungen ArbeiterInnen der Elektronikfabrik Liliana SRL bekamen 10.000 Pesos. Spenden gab es ebenfalls für die Entlassenen aus dem Textilunternehmen Elemento oder dem deutschen Autozulieferer Kromberg und Schubert, die ihre Arbeitsplätze verloren, weil sie sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen organisiert hatten.” Die drei Abgeordneten folgen damit dem Beispiel des ehemaligen Präsidenten von Uruguay, der 90 Prozent seines Präsidentengehalts spendete. Die Front der Linken und ArbeiterInnen hat im Parlament auch beantragt, dass die Gehälter der Abgeordneten denen von LehrerInnen angepasst werden, damit keine zu große Kluft zwischen den Beschäftigten und den ParlamentarierInnen entsteht. Diese mehr als symbolische Spende alleine reicht noch nicht aus um wirklich etwas zu verändern, zeigt allerdings dennoch, dass es auch nach dem Ende der Amtszeit von José Mujica als Präsident Uruguays, PolitikerInnen in Südamerika gibt, die auf viel Geld verzichten für ihre Ideale.