Genießen Sie also die letzten vergleichsweise ruhigen und friedlichen Tage. Das meine ich völlig ernst, denn genau das habe ich in den vergangenen Tagen getan. Während der vergangenen Woche habe ich nicht viele Artikel gepostet, weil ich Zeit mit Familie und Freunden verbringen wollte und weil ich mich auf den landesweiten Aufruf zum Gebet am 18. und 19. September vorbereitete.
Aber jetzt hat der chaotische Monat September begonnen und mich beschleicht das Gefühl, ich werde demnächst keinen Mangel an Themen haben, über die ich schreiben kann.
Ende Juli hatte ich erklärt, dass der Monat August entscheidend werden würde, und ganz genau so ist es gekommen. Für die Börse war es der schlimmste Monat der vergangenen drei Jahre und für die amerikanischen Finanzmärkte sogar der schwärzeste Monat seit 17 Jahren.
In der Geschichte der amerikanischen Börse ist der Index S&P 500 erst elf Mal im August um mehr als fünf Prozent gefallen. Fast immer, wenn das der Fall war, sind die Kurse auch im September gesunken..
September ist der einzige Monat, in dem der S&P 500 häufiger gefallen als gestiegen ist. Und damit nicht genug: In den Fällen, in denen der S&P 500 während des Augusts mehr als fünf Prozent einbüßte, fiel er in 80 Prozent der anschließenden September weiter, und zwar um durchschnittlich fast vier Prozent.Letzte Woche gab es nach dem ersten Crash eine Rally. Ich hatte im Vorfeld gewarnt, dass dies passieren würde. Bei fast jedem Marktzusammenbruch im Lauf der Jahre haben wir ein ähnliches Muster beobachten können. Hier, was John Hussman dazu zu sagen hat:
Wie ich dieses Jahr geschrieben habe, neigen Börsencrashs dazu, »aufzutreten, nachdem der Markt bereits zehn bis 14 Prozent verloren hatte und eine Erholung von diesem niedrigeren Niveau nicht gelingt«. Vor-Crash-Erholungen liegen zumeist in einer Spanne von sechs bis sieben Prozent und genau das haben wir vergangene Woche beobachtet, insofern kann ich nicht erkennen, inwiefern dieser Sprung nach oben unsere Bedenken beseitigen sollte. Wir bleiben extrem aufmerksam, was die Möglichkeit weiterer und sehr viel deutlicherer Marktverluste anbelangt.Wie weit könnten die Kurse noch einbrechen? Hussman prognostiziert, dass die Märkte letztlich mehr als 50 Prozent verlieren könnten:
Wir rechnen absolut mit einem Marktverlust von 40 bis 55 Prozent bis zum Abschluss des derzeitigen Marktzyklus. Ein derartiger Verlust würde die Bewertungen nur auf ein Niveau herunterbringen, das historisch eher dem Durchschnitt entspricht.Die Verluste an den Börsen könnten dieses Mal beschleunigt ablaufen, weil die Menschen sich Unmengen an Geld geliehen haben, um Aktien kaufen zu können. Solange die Kurse steigen, geht die Rechnung auf, aber wenn das Wetter umschlägt, können die Einschussforderungen massenhaft Panikverkäufe auslösen. Hier ein Auszug aus einem aktuellen Stück von Wolf Richter, in dem er einiges von dem Chaos beschreibt, das bereits zu beobachten ist:
Energie-Aktien und - Anleihen sind abgestürzt, selbst solche großer Konzerne wie Chesapeake. Einige Titel sind überhaupt nichts mehr wert. Alle anderen Arten von Aktien und Anleihen sind in den vergangenen Monaten ausgeweidet worden, selbst solche IT-Lieblinge wie Twitter oder der Biotech-Gigant Biogen. Wer in seinem Aktiendepot auf den falschen Trend gesetzt hat, musste schwer einstecken.Und es gab durchaus Einschussforderungen. Das Wall Street Journal:
Nachdem die Märkte vergangene Woche global Prügel bezogen haben, stellten nun einige Gläubiger, darunter auch die Bank of America, Einschussforderungen an ihre Kunden. Die Investoren waren dadurch gezwungen, entweder Geld nachzuschießen oder einige der als Sicherung hinterlegten Wertpapiere zu verkaufen.
Auch andere Banken erhoben Einschussforderungen, wie das Wall Street Journal berichtete, darunter U.S. Trust, Morgan Stanley und Wells Fargo. Während die Einschussforderungen das Bild trüben, bemühen sich die verunsicherten Investoren, ihre Hebel freiwillig zu verkleinern, bevor sie dazu gezwungen werden. Der Boom, was forderungsbesicherte Leihungen angeht, scheint vorüber. Und die Vermögensverwaltungsabteilungen der Banken, die sich den Bauch mit dieser Kreditform vollschlugen, dürften deutliche Gewinnrückgänge verzeichnen.
Setzt sich diese Entwicklung fort, kommt es zu etwas noch Üblerem - die Margen kippen ins Negative. Die letzten beiden Male, als dies nach einem gewaltigen, alle Rekorde brechenden Höhenflug geschah, kam es zum Börsencrash.
Kommentar: Auch vor dem schwarzen Freitag 1929 haben sich viele Geld geliehen um Aktien zu kaufen. Damals war man der Meinung, dass alles immer so weitergehen würde, nur endete dies in der Weltwirschaftskrise. Verschiedene Verhaltensmuster treten immer wieder auf.
Wenn Sie noch mehr technische Gründe dafür haben wollen, warum eine weitere Negativwelle auf uns zurollt, verweise ich Sie auf den hervorragenden Artikel »RED ALERT for 2nd CRASH DOWNWAVE...« von Clive P. Maund.
Als würde das Chaos in der Finanzwelt noch nicht ausreichen, erleben wir im September auch ein Zusammentreffen von Ereignissen, das wohl seinesgleichen sucht. Ich jedenfalls habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt.
Kürzlich habe ich eine Liste mit 33 Ereignissen erstellt, von denen wir wissen, dass sie im September stattfinden werden. Diese Liste finden Sie hier. Ich will Ihnen jetzt nicht die ganze Liste noch einmal wiederkäuen, aber einige Highlights sind schon der Erwähnung wert.
13. September - Der letzte Tag des Sabbatjahres. Während der vorigen beiden Zyklen erlebten wir historische Zusammenbrüche der Aktienmärkte am letzten Tag des Sabbatjahres (im jüdischen Kalender ist der Elul 29 der letzte Tag des Monats und im entsprechenden Jahr auch des Sabbatjahres).
Nehmen wir als Beispiel etwa den 17. September 2001 (Elul 29 nach dem jüdischen Kalender). An diesem Tag kam es zum bis dahin größten Kurseinbruch an einem Tag in der bisherigen amerikanischen Geschichte. Der Dow-Jones-Index fiel an diesem einzigen Tag um 684 Punkte, und dieser »Rekord« wurde erst genau sieben Jahre später am Ende des folgenden Sabbatjahr-Zyklus eingestellt.
Denn am 29. September 2008 (ebenfalls Elul 29 nach dem jüdischen Kalender) stürzte der Dow Jones um 777 Punkte ab. Und dieser Verlust markiert bis heute den größten Kurseinbruch aller Zeiten auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Gegenwärtig stehen wir in einem weiteren Sabbatjahr, das im Herbst 2014 begann und am 13. September 2015 endet.
15. September - An diesem Tag beginnt die 70. Tagung der Vollversammlung der Vereinten Nationen. In der Presse war viel zu lesen, dass Frankreich beabsichtigt, kurz nach Beginn der Sitzung im UN-Sicherheitsrat eine Resolution einzubringen, in der der Sicherheitsrat formell den palästinensischen Staat anerkennt. Bislang haben die USA derartige Vorschläge immer blockiert, aber Barack Obama hat schon angedeutet, dass die Dinge dieses Mal anders liegen könnten. Die Bedeutsamkeit eines derartigen Schritts lässt sich kaum überbewerten.
25. bis 27. September - Die Vereinten Nationen wollen in dieser Zeit über den Entwurf einer neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung beraten - die so genannte »Agenda 2030«.
28. September - Beginn des diesjährigen jüdischen Laubhüttenfestes. Zugleich erscheint an diesem Tag der letzte der vier Blutmonde, die zwischen 2014 und 2015 mit biblischen Feiertagen zusammenfielen. Bei dem Blutmond am Beginn des Laubhüttenfestes handelt es sich zudem um einen »Supermond«, der von Jerusalem aus deutlich zu erkennen sein wird. Wenn Sie nicht wissen, was ein »Supermond« ist, verweise ich Sie auf diese ziemlich gute Erklärung:
In der Nacht vom 27. auf den 28. September ist der Mond der Erde um 2:46 Uhr am nächsten, nur eine Stunde bevor er voll wird. Infolgedessen wird dieser Supermond 14 Prozent größer als dann wirken, wenn er am weitesten von uns entfernt und am kleinsten ist, und er sollte 30 Prozent heller scheinen. Gegen 2 Uhr wird der Mond ungewöhnlich groß und hell strahlend wirken. Um 2:07 Uhr allerdings wird ein kleiner Teil aus der großen Scheibe herausgeknabbert, und zwar vom Erdschatten. Weiter und weiter wird der Mond in Dunkelheit versinken, um 3:11 Uhr kommt es zur vollständigen Mondfinsternis. Bis 4:23 Uhr bleibt der Mond völlig im Erdschatten, danach taucht der Vollmond langsam wieder auf.Es gab zahllose Spekulationen über andere Ereignisse, die darüber hinaus während des Septembers stattfinden könnten, aber bislang kann ich nicht belegen, dass irgendetwas davon tatsächlich eintreten wird.
Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht die Augen aufhalte. Klang das sehr ominös für Sie, als ich schrieb, dass wir uns während des Septembers »in der Gefahrenzone befinden«? Das ist gut, denn genau das wollte ich vermitteln.




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Wir werden uns auf einiges gefasst machen müssen. Unsere "Führer" und "Eliten" werden auch in dieser kommenden Krise nicht unsere Interessen vertreten: