
Vorbild für die Untersuchungen ist das berühmte Experiment des russischen Nobelpreisträgers Iwan Pawlow: Der sogenannte „Pawlow’sche Hund“ konnte mit einem falschen Signal - einem Glockenton - zu Speichelfluss angeregt werden, auch wenn in der Folge gar kein Futter präsentiert wurde. Diese Konditionierung wurde durch eine vorhergehende Koppelung des korrekten Signals für Futter und des falschen Glockenton-Signals erreicht.
„Wir sind der Meinung, dass Pflanzen keineswegs nur passive grüne Wesen sind, sondern genau wie Tiere ein Verhalten aufweisen können“, sagt Michal Gruntman. Die Wissenschaftlerinnen testen experimentell, ob sich Pflanzen ebenso mit falschen Signalen konditionieren lassen, also ein Verhalten aufweisen, das nichts mit dem Signal selbst zu tun hat.
Hierzu wollen sie etwa bei der fleischfressenden Venusfliegenfalle und der tastempfindlichen Mimose schnelle Blattbewegungen durch Reize auslösen, die nichts mit Futter oder Gefahr zu tun haben. Ein weiteres Untersuchungsobjekt ist die Ackerschmalwand, eine typische Modellpflanze der Molekularbiologie, an der gegebenenfalls weitere Untersuchungen angeschlossen werden sollen.



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