Er wollte wohl einer Polizeikontrolle entgehen - jetzt ist er tot: Ein Flüchtling sprang im Münchner Vorort Haar aus einem fahrenden Zug. Der 17-jährige Ägypter kam dabei ums Leben.
zug, deutsche bahn
© dpa/Roland WeihrauchSymbolbild
Der junge Mann war in einem Nightliner-Zug unterwegs, der gegen 7 Uhr in München ankommen sollte, berichtet der "Bayerischen Rundfunk" online. In Rosenheim warenPolizistenin den Zug gestiegen, um eine Schleierfahndung durchzuführen. Sie begannen, die Fahrgäste in dem Zug zu kontrollieren.

Als sie den jungen Mann gerade kontrollierten und sich seine Papiere anschauten, gelang es dem Mann, in ein anderes Abteil des aus Verona kommenden Zuges zu gelangen. Der Vorfall ereignete sich gegen 6.30 Uhr nahe der Ortschaft Haar.

Fahnder haben wohl selbst nichts bemerkt

Er öffnete das Zugfenster und sprang hinaus. Der Jugendliche fiel auf die Gleise und war sofort tot. Der junge Ägypter sei bereits zuvor einmal in Deutschland aufgegriffen und zur Ausreise nach Österreich aufgefordert worden.


Kommentar: Macht das den jungen Ägypter jetzt zu einem Verbrecher, wenn er einmal aufgegriffen wurde? Und soll dieser Aufgriff die Tragödie beschönigen?


Die Fahrgäste des betreffenden Waggons werden derzeit vernommen, noch steht nicht fest, ob es Zeugen gibt. Die Polizeibeamten gehen davon aus, dass die Schleierfahnder von dem Vorfall gar nichts bemerkt haben.