Russlands Handelsvertreter in den USA, Alexander Stadnik, zufolge könnte Russland in diesem Jahr die USA beim Weizenexport überholen und somit an die Weltspitze vorstoßen, schreibt die Zeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch.
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Die überraschende Führungsrolle beim Weizenexport ist nicht nur auf die günstigen Wetterbedingungen, die einen hohen Ernteertrag sicherten, sondern auch auf den rapide gesunkenen Rubelkurs gegenüber dem Dollar zurückzuführen.

Stadnik zeigt sich davon überzeugt, dass Russland in diesem Jahr auf den ersten Platz beim Weizenexport vorrücken wird und die USA hinter sich lässt. Er ergänzt, dass es in Amerika zurzeit „Schwierigkeiten mit dem Vertrieb landwirtschaftlicher Produkte gibt, dabei wächst der Import“. Der Grund sei der im vergangenen Jahr erstarkte Dollar.

Die Worte des russischen Handelsvertreters in den USA stimmen mit den im Februar dieses Jahres erstellten Prognosen des einflussreichen Wall Street Journal überein, dass Russland bereits im laufenden Jahr zum größten Getreideexporteur auf dem Weltmarkt aufsteigt. Diese Prognose ergibt sich anhand der Daten des US-Landwirtschaftsministeriums.

2016 könne der russische Weizenexport auf 23,5 Millionen Tonnen steigen, was drei Prozent mehr sind als im Vorjahr, schreibt die Zeitung.

Wie US-Marktanalysten hervorheben, könnte Moskau mit dem schwachen Rubel neue Märkte erschließen: Russischer Weizen wird 2016 in Länder exportiert, in denen es ihn zuvor überhaupt nicht gab.

Die Generaldirektorin des russischen Institutes für landwirtschaftliches Marketing, Elena Tjurina, schätzte im Gespräch mit der Zeitung Nowyje Iswestija das Exportpotential Russlands auf etwa 25 bis 30 Millionen Tonnen Weizen im Jahr. „Aber vieles hängt von der weltweiten Konjunktur und dem Binnenmarkt ab“, sagt sie. „Heute ist unser Weizen wegen seines Preises sehr attraktiv für die Importeure. Die Nachfrage wächst also. Die Lieferungen sind geografisch breit angelegt: Nordafrika und China, auch die europäischen Länder können Kunden werden.“

Die Expertin ist jedoch der Ansicht, dass die Getreideernte auf dem Stand von 100 Millionen Tonnen pro Jahr, wie es in den vergangenen fünf Jahren der Fall war, bleiben sollte, um diese große Exportmenge aufrechtzuerhalten.