Avocado-Liebhaber können das Spektrum der Anwendung der “Super-Frucht” erweitern - mit Avocadoöl. Mit dem Öl der Frucht können sogar diejenigen in den Genuss der gesundheitlichen Vorteile kommen, denen die Avocado als Ganzes einfach nicht schmeckt.
Doch nicht nur zum Braten oder für das Salat-Dressing ist das Öl geeignet. Avocadoöl für die Haut ist seit einiger Zeit beliebt und in zahlreichen Pflegeprodukten enthalten.
In diesem Artikel erfährst du
- Alles wichtige über die Inhaltsstoffe des Öls - von den Fettsäuren bis hin zu den Vitaminen.
- Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten des Öls - von der Pfanne bis zur Haut.
- Was Avocadoöl für die Haut so besonders macht.
Avocados wachsen auf etwa bis zu 15 Meter hohen Bäumen, welche zur Familie der Lorbeergewächse gehören und vor allem im tropischen und subtropischen Klima gedeihen.
Interessanter Fakt: Avocados reifen nicht am Baum. Sie werden entweder gepflückt oder fallen hart auf den Boden; erst dann reifen sie. Die Reife kann man vor allem durch den Drucktest und die Farbe der Schale beurteilen.
Je nach Art und Reifebedingungen kann der Fettgehalt der Frucht zwischen 15 und 30 % variieren. Wie Olivenöl ist Avocadoöl eines der wenigen pflanzlichen Öle was direkt aus dem Fruchtfleisch gewonnen wird und nicht aus dem Samen der Pflanze.
15-20 Avocados werden in etwa für 250 ml Avocadoöl benötigt.
Uns interessiert vor allem die Zusammensetzung der Fettsäuren des Öls:
~ 15 % enthalten gesättigte Fettsäuren (insbesondere Palmitinsäure)
~ 70 % sind einfach ungesättigte Omega-9-Fettsäure (insbesondere Ölsäure und Palmitoleinsäure)
~ 15 % entsprechen mehrfach ungesättigte Fettsäuren (insbesondere Linolsäure)
Zuerst fällt vor allem der hohe Anteil gesättigter und einfach ungesättigter Fettsäuren (zusammen ~ 85 %) des Avocadoöls auf - das deutet auf ein relativ hitze-unempfindliches und oxidations-unempfindliches Öl hin.
Die zahlreich vorhandenen einfach ungesättigten Fettsäuren (70%) haben bei regelmäßigen Verzehr beispielsweise einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel und helfen bei der Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen.
Wichtig zur Beurteilung eines Öls ist zudem die Zusammensetzung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ein vermeintlicher Schwachpunkt des Öls offenbart sich: Das Verhältnis der Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren beträgt etwa 13:1 (optimalerweise sollte das Verhältnis in der Ernährung bei etwa 4:1 liegen). Olivenöl weist ein ähnliches Fettsäureprofil und -verhältnis auf.
Die Vorteile des hohen Gehaltes an einfach ungesättigten Fettsäuren (70%) gegenüber dem relativ geringeren Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren (15 %) überwiegen.
Zum Vergleich ein Öl von dem wir auf Grund des hohen Omega-6-Fettsäure Gehaltes eindeutig abraten: Sonnenblumenöl weist in etwa 40 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ein Omega-6 zu Omega-3-Fettsäure-Verhältnis von 120:1 auf.
Neben einer guten Fettsäureverteilung bietet Avocadoöl eine Menge weiterer positiver Substanzen - das ist auch kein Wunder, immerhin wird es aus einer nährstoffreichen Frucht gewonnen:
- Vitamin E (schützt die Fettsäuren im Öl vor dem ranzig werden)
- weitere Vitamine wie (Pro)-Vitamin A, D und K
- Mineralien wie Magnesium und Kalium
- sekundäre Pflanzenstoffe wie Phytosterole und Carotinoide
Wird das Öl nach der Pressung mit weiteren Schritten aufgearbeitet (raffiniert) ensteht ein recht geschmacks- und geruchsneutrales Öl. Zu bedenken ist: Die Verarbeitungsschritte können unter anderem den Vitamingehalt (vor allem Vitamin E) beeinflussen.
Ein Öl - Viele Anwendungsmöglichkeiten
Seine Ursprünge hat der Avocado-Baum in Südmexiko. Schon die Azteken begannen mit der Kultivierung, um die Frucht in ihrer ganzen Bandbreite zu nutzen.
Heute wird das Öl in vielen Küchen unter anderem gerne zum Braten eingesetzt. Doch wie gut ist Avocadoöl in der Pfanne erhitzbar? Um das einzuschätzen wird oftmals der Rauchpunkt eines Öls herangezogen.
Laut Definition ist der Rauchpunkt die niedrigste Temperatur bei der eine sichtbare Rauchentwicklung eines erhitzten Öls zu beobachten ist. Generell gilt: Kein Öl sollte bis zu diesem Punkt erhitzt werden, da sowohl Geschmack als auch Inhaltsstoffe negativ beeinflusst werden können.
Avocadoöl hat einen relativ hohen Rauchpunkt, der bei etwa 250°C liegt. Dennoch findet man hin und wieder Angaben die auf einen niedrigeren Rauchpunkt des Öls hinweisen.
Die Schwankungen in den Angaben können mehrere Gründe haben: Die Avocado ist ein Naturprodukt und nicht immer gleich zusammengesetzt. Zudem wird für Avocadoöl bei der Angabe des Rauchpunktes oft nicht zwischen raffiniertem und kaltgepressten Öl unterschieden.
Unser Rat: Ähnlich wie Olivenöl sollte Avocadoöl in der kalt gepressten Form wenn dann zum schonenden Braten verwendet werden. (Zur Info: Natives Olivenöl hat in etwa einen Rauchpunkt um 150°C)
Wofür eignet sich das Avocadoöl in der Küche?
- Ideal als Salatöl.
- Kann aber auch zum Dünsten und (schonenden) Braten genutzt werden.
- Hervorragend zur Herstellung von Marinaden, Dressings und Mayonnaise geeignet.
- Macht sich gut über Ofengemüse.
Nicht nur in der Küche macht das Avocadoöl eine gute Figur: Seit einiger Zeit wird es in Kosmetika angewandt. Nicht selten wird - dank des enthaltenen Avocadoöl in den entsprechenden Kosmetika - eine Verjüngung der Haut versprochen. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter dem Versprechen?
Avocadoöl für die Haut
Die positiven Eigenschaften des Avocadoöls für die Haut sind zahlreich. Kaum ein Körperbestandteil profitiert nicht durch die regelmäßige Pflege, denn es:
- zieht gut in die Haut ein.
- macht die Haut geschmeidig.
- ist gut verträglich.
- pflegt spröde Haare.
- beugt Akne und Pickel vor und hilft beim Abheilen dieser.
- hilft Verhornungen und rissige Hautstellen (beispielsweise am Fuß) zu behandeln.
Vermutlich trägt Avocadoöl besonders gut dazu bei die natürliche Feuchtigkeit der Haut aufrecht zu erhalten, bedingt durch spezielle Eigenschaften der Fettsäuren (beispielsweise der Palmitoleinsäure). Gegenüber Kokosöl hat das Öl den Vorteil, dass es besser in die Haut eindringt und sich besser verreiben lässt.
Die regelmäßige Pflege mit Avocadoöl versorgt vor allem trockenen Haut mit Feuchtigkeit und führt zu einem elastischeren (jünger aussehenden) Hautbild. Das spricht zumindest dafür, dass ein Körnchen Wahrheit in der Aussage steckt: Avocadoöl trägt zur „Verjüngung der Haut“ bei.
Avocadoöl - Das neue Superfett?
Die Avocado in einer Guacamole zu verarbeiten, Avocadoöl im Salat zu vermengen oder auf Körperbestandteile auf der Haut zu verreiben - alle Anwendungsformen scheinen ihre Vorteile zu haben.
Bisher wurde Avocadoöl erst in wenigen Supermärkten in das Angebot aufgenommen, zudem ist es relativ teuer. Wer es jedoch dennoch einmal in der Hand hat, sollte beim Kauf, wie generell bei Ölen, auf die Qualität achten.
Die Nährwerte und Anwendungsbereiche von Avocadoöl entsprechen etwa dem des Öls aus Oliven. Wer den Geschmack von Olivenöl nicht mag, oder einfach etwas Abwechslung bei den Fetten möchte trifft mit Avocadoöl eine gute Wahl. Vor allem für Salate, Marinaden und schonendes Braten eignet es sich.
Möchte man in der Pfanne höhere Temperaturen anwenden ist z.B. Kokosöl oder Schweineschmalz besser geeignet.
Sollte man die Avocado nun lieber essen oder auf die Haut auftragen? Wir erinnern uns, dass das Hautbild maßgeblich durch die Ernährung beeinflusst wird. Nicht umsonst existiert das Sprichwort: Wahre Schönheit kommt von innen.
Verwendest du Avocadoöl für die Haut oder setzt du es in der Küche ein? Hast du einen vertrauensvollen “Dealer” von hochwertigem und leckerem Avocadoöl?
Berichte uns von deinen Erfahrungen mit dem Öl in den Kommentaren!




Kommentar: