Laborantin mit Dopingprobe,Doping
© Sputnik
Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada ist laut ihrem Präsidenten Craig Reedie enttäuscht über den Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die russischen Athleten zu den Spielen in Rio de Janeiro nicht völlig auszuschließen.

„Die Wada ist enttäuscht, dass das IOC den Hinweisen des Exekutivkomitees der Organisation kein Gehör geschenkt hat. Den Empfehlungen, die eine starke und abgestimmte Herangehensweise gewährleisten sollten, lagen Ermittlungen von Richard McLaren (Leiter der unabhängigen Wada-Kommission — Anm. d. R.) zugrunde“, wird Reedie auf der Wada-Webseite zitiert.

Der McLaren-Bericht habe ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm in Russland aufgedeckt, was die im Welt-Antidoping- Regelwerk verankerten Prinzipien des „sauberen Sports“ stark untergrabe.

„Obwohl die Wada voll und ganz die Autonomie des IOC achtet, Beschlüsse in Übereinstimmung mit der Olympischen Charta zu fassen, werden die Herangehensweise und festgelegten Kriterien zweifellos zu potentiellen Problemen und zur Schwächung des Schutzes dopingfreier Athleten führen“, so Wada-Generaldirektor Olivier Niggli.

Wie zuvor mitgeteilt worden war, will die Wada die IOC-Entscheidung nicht anerkennen und die Weltsportverbände dabei unterstützen, über die Zulassung russischer Sportler zu den Olympischen Spielen in Rio zu entscheiden.

Das IOC hatte am Sonntag den Beschluss getroffen, keinen Komplett-Bann gegen das russische Olympia-Team bei den Spielen in Rio zu verhängen. Den jeweiligen Weltverbänden wurde das Recht eingeräumt, die Zulassung einzelner Athleten zu Olympia 2016 zusätzlich zu prüfen. Die russischen Sportler müssen ihrerseits Extra-Kriterien erfüllen: Wer beispielsweise früher Doping-Probleme hatte, wird zu den Spielen nicht zugelassen.

Zuvor hatten die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada das russische Sportministerium, die Anti-Doping-Labors in Moskau und Sotschi sowie den Inlandsgeheimdienst FSB beschuldigt, in ein staatlich gesteuertes Dopingprogramm involviert zu sein. Die staatlichen Stellen sollen Proben russischer Sportler manipuliert haben, um gedopte russische Athleten zu schützen, heißt es in dem WADA-Bericht, der in dieser Woche veröffentlicht wurde.


Kommentar: Was natürlich auf der Grundlage von bloßen Behauptungen geschah, aus denen die politisch motivierte Wada sich dann eine Menge Hoffnungen machte, russische Sportler in Gänze (selbst wenn sie nicht in Doping verwickelt waren) nicht nur von den Olympischen Spielen sondern vom Weltsport an sich ausschließen zu können.


Am Donnerstag entschied der internationale Sportgerichtshof CAS, alle 68 russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro auszuschließen.