In Russland ist die Entscheidung des künftigen US-Präsidenten Trump, ExxonMobil-CEO Rex Tillerson zum Außenminister zu ernennen, positiv aufgenommen worden. Tillerson hat bereits als Unternehmer lange und konstruktiv mit seinen russischen Partnern gearbeitet.
Sergej Lawrow
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Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, hat die Ernennung des ExxonMobil-CEOs Rex Tillerson zum künftigen US-Außenminister durch den designierten Präsidenten Donald Trump begrüßt. Dies berichtet die Times Of Israel unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP. In einer Rede in der serbischen Hauptstadt Belgrad erklärte Lawrow, der "Pragmatismus", der den künftigen Chefdiplomaten auszeichne, sei eine gute Basis für die künftigen bilateralen Beziehungen.
Wir erwarten, dass dieser Pragmatismus eine Grundlage sein wird, um eine Zusammenarbeit zum wechselseitigen Nutzen aufzubauen", zeigte Lawrow sich optimistisch.
Tillerson hatte kein Geheimnis daraus gemacht, dass er eine "sehr enge Beziehung" zum Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, pflegt, und über eine gute Kenntnis der Machtstrukturen in Russland verfügt. Dies trug dazu bei, dass ExxonMobil eines der wenigen US-amerikanischen Unternehmen darstellt, das über einen Vertrag zur gemeinsamen Ölexploration mit dem staatlichen russischen Energieversorger Rosneft verfügt.

Der aus dem texanischen Wichita Falls stammende, 64-jährige Tillerson war seit 1975, dem Jahr seines Universitätsabschlusses als Bauingenieur, ununterbrochen für den in mittlerweile mehr als 50 Ländern auf allen Erdteilen aktiven Energiekonzern tätig. Neben der Konzernzentrale waren unter anderem der Jemen und die Russische Föderation Stationen einer erfolgreichen Karriere, die 2006 mit dem Dienstantritt als CEO ihren bisherigen Höhepunkt erlebte.

Bereits während der 1990er Jahre beaufsichtigte Tillerson zahlreiche ausländische Projekte von ExxonMobil. Unter diesen war unter anderem die Beteiligung des Konzerns am Sachalin-Großprojekt an der ostrussischen Küste, wo sich die Texaner in den Bereichen Öl und Gas engagierten. Die offenbar zur allseitigen Zufriedenheit verlaufene Zusammenarbeit machte den Weg frei für einen Vertrag im Wert von 3,2 Milliarden US-Dollar zwischen ExxonMobil und der staatlichen russischen Rosneft, in dem es um gemeinsame Öl-Explorationsprojekte in der russischen Arktisregion geht.

Im Jahr 2011 flog Tillerson persönlich nach Sotschi, um dort gemeinsam mit Präsident Putin die Nachricht über das Zustandekommen des Vorhabens zu verkünden.
Das Projekt verheißt eine interessante und von Ehrgeiz geprägte weitere Entwicklung", zeigte sich Putin zufrieden.
Diese bisher bereits gepflegte intensive Zusammenarbeit lässt den Schluss zu, dass der designierte US-Präsident Donald Trump ernsthafte Ambitionen zeigt, das bilaterale Verhältnis zwischen den USA und der Russischen Föderation auf eine neue, konstruktive Ebene zu stellen.

Wer die Entwicklung in Russland seit dem Amtsantritt Wladimir Putins mitverfolgt hat, konnte beobachten, wie der Erfolg internationaler Konzerne, die in Russland Geschäfte machen wollten, regelmäßig davon abhing, inwieweit diese in der Lage waren, eine empathische Haltung gegenüber den Interessen der russischen Regierung zu entwickeln. Tillerson war dieses Einfühlungsvermögen offenbar nicht fremd. Dies ging so weit, dass Präsident Putin ihm 2013 sogar den Freundschaftsorden der Russischen Föderation verlieh, der ausländischen Persönlichkeiten verliehen wird, die sich um die Verbesserung der Beziehungen ihrer Länder mit Russland verdient gemacht haben.

Tillerson selbst erklärte 2014 über sein Verhältnis zum russischen Staatspräsidenten:
Meine Beziehung zu Wladimir Putin reicht mittlerweile fast 15 Jahre zurück, ich kenne ihn seit 1999 und wir stehen einander sehr nahe.
Tillerson übte auch Kritik an den westlichen Sanktionen, die westliche Staaten im Zusammenhang mit der Ukrainekrise verhängten.

Der ebenfalls ursprünglich als Anwärter für den Posten als Außenminister geltende frühere Bürgermeister von New York City, Rudolph Giuliani, äußerte gegenüber CNN, Donald Trump habe im Zusammenhang mit Tillerson eine gute Entscheidung getroffen:
"Ich denke, Donald Trump hat jemanden ausgewählt, der die Welt kennt und der ihn über die Welt beraten kann."