
Fahndung im Steinkreis-Zentrum
Jetzt haben Archäologen im südlichen Innenring von Avebury eine weitere Struktur entdeckt. "Schon lange gibt es Vermutungen, dass hier im Zentrum des Henge die ältesten Megalith-Bauten der Anlage liegen", erklären Mark Gillings von der University of Leicester und seine Kollegen. Dennoch war dieses Areal vorher nie mittels Bodenradar untersucht worden. Nur eine Ausgrabung im Jahr 1936 hatte erste Hinweise auf weitere Steine geliefert.

Quadrat statt Kreis
"Megalith-Steinkreise sind für die Zeit rund 3000 Jahre vor Christus wohlbekannt", erklärt Joshua Pollard von der University of Southampton. "Aber quadratische Megalith-Anlagen dieser Größe und Komplexität sind etwas völlig Neues." Das gewaltige Quadrat schließt den bereits bekannten Obelisken im südlichen Steinkreis von Avebury ein. Außerdem erstrecken sich kürzere Reihen umgestürzter Steine vom Quadrat aus zum Kreisring, wie die Forscher berichten.
"Dies enthüllt einen ganz neuen Typ von Monument - und dies im Herzen des weltweit größten prähistorischen Steinkreises", kommentiert Nick Snashall vom National Trust. "Das zeigt, wie viel es selbst hier in Avebury noch zu entdecken gibt, wenn wir die richtigen Fragen stellen." Noch ist nicht geklärt, wie alt das rätselhafte Stein-Quadrat ist. Die Archäologen vermuten jedoch, dass es sich um eine der frühesten Strukturen der gesamten Anlage handeln könnte.
Auch wozu dieses neuentdeckte Megalith-Monument diente und warum es quadratisch war, ist bisher rätselhaft. Möglicherweise wollten seine Erbauer damit an den einstigen Standort eines jungsteinzeitlichen Hauses erinnern. Mutmaßen die Forscher. Dass die Steine ein Grab markieren, halten sie dagegen eher für unwahrscheinlich.
(University of Leicester, 30.06.2017 - NPO)




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