Ernüchternde Zahlen zur Integration der Geflüchteten auf dem deutschen Arbeitsmarkt: etwa 15 Prozent der Migranten, die von 2015 bis heute nach Deutschland gekommen sind, haben eine Stelle. Gesamtkosten der Zuwanderung werden rund 25 Milliarden Euro jährlich betragen.
Migranten
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Symbolbild. Rund 1,6 Millionen Migranten kamen seit 2014 nach Deutschland
"Wir sind auf einem verdammt guten Weg", sagte erst kürzlich Ingo Kramer, der Arbeitgeberpräsident und damit einer der einflussreichsten Wirtschaftslobbyisten Deutschlands, in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".Es ging um die Zahl der Flüchtlinge, die es in den deutschen Arbeitsmarkt geschafft haben. Neueste Ergebnisse des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung zeichnen aber ein anderes Bild. Seit 2015 sind rund 1,4 Millionen Migranten nach Deutschland gekommen. Davon haben nur rund 15 Prozent bis heute eine Arbeitsstelle gefunden. Bei den meisten handelt es sich um Mini-, Teilzeit- oder Hilfsjobs.

"Die Euphorie war übertrieben. Wir haben es leider nicht geschafft, die Menschen schnell in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren", sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des Center of Excellence for Migration and Integration Research am ifo Institut in München. Die Hauptgründe dafür sieht der Wirtschaftswissenschaftler in der Qualifikation der Zuwanderer und der Sprachbarriere.

Schlechte Bildung als Hindernis

"Nur etwa zwölf Prozent der Zuwanderer haben eine Hochschulausbildung. Etwa elf Prozent verfügen über einen Grundschulabschluss und 33 Prozent haben eine Mittelschule." Die meisten Migranten kamen in den letzten Jahren aus Syrien, Afghanistan und den Irak, und ihre Abschlüsse sind sehr schwer vergleichbar mit den deutschen. Die duale Ausbildung, die für Deutschland typisch ist, können die meisten nicht nachweisen.

Einen weiteren Grund für die langsame Arbeitsmarkt-Integration sieht Felbermayr in den fehlenden Sprachkenntnissen. Bei Einreise geben 60 Prozent der Flüchtlinge an, nicht Englisch zu sprechen und 98 Prozent, nicht der deutschen Sprache mächtig zu sein. "Nach zwei Jahren haben nur etwa 20 Prozent gute Deutschkenntnisse." Eine der Ursachen dafür liegt in der fehlenden Zahl der Sprachkurse.

Zuwanderung kostet rund 25 Milliarden jährlich

Für die Sozialsysteme stellt die Zuwanderung eine Belastung dar, denn von den seit 2014 nach Deutschland gekommenen Menschen - rund 1,6 Millionen - werden demnächst rund eine Million Hartz-IV- Empfänger sein. Ende 2016 beispielsweise hatten nur fünf Prozent der im Jahr 2015 angekommenen Flüchtlinge (890.000) eine versicherungspflichtige Arbeit. Die Kosten der Zuwanderung in den nächsten Jahren werden rund 25 Milliarden Euro jährlich betragen.

Die Forschungsergebnisse verdeutlichen auch, dass erst nach zehn Jahren etwa 50 Prozent der Zugewanderten einen Job haben werden, etwa zwei Drittel in den Bereichen Reinigung und Gastronomie, in der Lagerei und Logistik sowie im Büro und Sekretariat.