Der erste Einsatz in der thailändischen Höhle Tham Luang war erfolgreich: Laut Einsatzleitung wurden vier Jungen gerettet. Am Montag soll es weitergehen.
Rescuers in cave
© Facebook/Anyawut Pho-Ampa / Reuters
Rescuers in the Tham Luang cave complex in Thailand.
In Thailand verlief der erste Rettungseinsatz in der Tham-Luang-Höhle erfolgreich: Vier der eingeschlossenen Jungen sind nach Angaben des Leiters der Rettungsmission in Sicherheit. Der Gouverneur der Provinz Chiang Rai, Narongsak Osatanakorn, bestätigte die Angaben. Zuvor hatten das Verteidigungsministerium und das Amt für Katastrophenschutz noch von sechs Geretteten gesprochen.

Die Jungen sind Teil einer Fußballmannschaft. Noch immer sitzen acht ihrer Teamkollegen und ihr Trainer in der Höhle fest. Sie werden sich auch weiter gedulden müssen: Die nächste Rettungsaktion soll Narongsak zufolge in zehn bis 20 Stunden beginnen - die Taucher müssten zunächst ihre Atemluftvorräte auffrischen, die in der ersten Phase aufgebraucht worden seien.

Nach Angaben des Gouverneurs wurden zunächst die Gesündesten gerettet. Sie seien nach ihrer Rettung aus der Höhle per Hubschrauber in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht worden. Er habe die Jungen persönlich getroffen und sie seien bei "bester Gesundheit", sagte Narongsak. Auch sei der Einsatz besser verlaufen als zunächst erwartet. Alle Jungen hätten nach Angaben Narongsaks Atemmasken getragen und seien von den Tauchern durch die Tunnel geleitet worden. "Ich bin froh, dass wir unsere Mission erfolgreich für die ersten vier abgeschlossen haben", sagte der Gouverneur.

Die Kinder im Alter zwischen elf und 16 Jahren müssen den langen Weg durch das Höhlensystem selbst hinausschwimmen und -tauchen. Geplant war, dass jeder Junge von zwei Profitauchern begleitet würde. Für die Rettung seien die Jungen in mehrere Gruppen aufgeteilt worden, berichtete die Bangkok Post. Insgesamt sind an dem Einsatz 50 ausländische und 40 thailändische Taucher beteiligt. Der Krisenstab ging noch bis vor Kurzem davon aus, dass die Rettungsaktion zwei bis drei Tage dauern würde. Die Retter hatten sich nach langen Vorbereitungen erst am Sonntagmorgen endgültig zu dem Einsatz entschlossen. Aus ihrer Sicht wäre es nur noch gefährlicher geworden, weiter zu warten.

Mehr als zwei Wochen in der Höhle

Die Gruppe ist seit dem 23. Juni in der überfluteten Tham-Luang-Höhle in der Provinz Chiang Rai eingeschlossen. Sie war bei einer Erkundungstour von plötzlichem Starkregen überrascht worden. Neun Tage nach ihrem Verschwinden waren sie gefunden worden. Seitdem sitzen sie an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Innern der Höhle fest.

Der Einsatz gilt als schwierig und gefährlich. Ein Taucher kam dabei am Freitag ums Leben. Selbst professionelle Taucher benötigen fünf bis sechs Stunden, um von der Gruppe zum Ausgang zu gelangen. In dem verzweigten Höhlensystem gibt es dunkle und enge Durchgänge mit schlammigem Wasser, starken Strömungen und zahlreichen Windungen und Kurven, die Luft ist arm an Sauerstoff. In den vergangenen Tagen hatten die Behörden daher stets abgewogen, ob die Tauchaktion gewagt werden sollte oder nicht.

Der Sauerstoffmangel und schlechte Wetteraussichten erhöhten aber den Druck auf die Retter. In den nächsten Tagen soll es wieder heftige Regenfälle geben. Am Aufenthaltsort der Gruppe ist der Sauerstoffgehalt in der Luft von 21 Prozent auf 15 Prozent abgesunken.

Teile der Höhle sind immer noch unter Wasser. Das bedeutet, dass die Jungen für einige Teile Ausrüstung der Taucher benötigen, um voranzukommen. Der Gouverneur der Provinz sagte, in den vergangenen Tagen sei der Wasserpegel in der Höhle dank der Entwässerungsmaßnahmen aber ausreichend gesunken. So könnten nun viele Teile zu Fuß passiert werden. Australische Sanitäter hatten die Höhle am Sonntag betreten, um den Gesundheitszustand der Jungen zu bewerten. Sie hätten nach Angaben des Gouverneurs bestätigt, dass sie bereit seien.

ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, sre