Die amerikanische Regierung unter Präsident Obama hat sich über Bedenken des Heimatschutzministeriums hinweggesetzt und bereits im März dieses Jahres neue Richtlinien verabschiedet, die es der Regierung erlauben, Informationen über jeden einzelnen US-Bürger zu sammeln und zu analysieren.
Seit dem Frühjahr führt nun eine kaum bekannte Nachrichtendienstbehörde außerhalb Washingtons unter Umgehung des Vierten Verfassungszusatzes
[i] im ganzen Land flächendeckend Raster-Überwachungsmaßnahmen durch, verknüpft riesige Datenbestände miteinander und gleicht sie ab und benutzt komplexe Algorithmen, um persönliche Informationen aufzustöbern und zu erfassen, berichtete das
Wall Street Journal (
WSJ) vergangene Woche.
Dabei unterliegt die Behörde offenbar keinerlei Einschränkungen, die etwa besagen würden, dass nur Amerikaner mit Vorstrafen oder Personen, die terroristischer Aktivitäten verdächtigt werden, in die Datensuche einbezogen werden dürften. Dem National Counterterrorism Center (NCTC, Nationales Zentrum zur Terrorismusbekämpfung) wurde Zugang zu zahlreichen Datenbeständen der Regierung gewährt, und es kann praktisch uneingeschränkt auf Informationen zu jeder Person im Land zugreifen, unabhängig davon, ob die betreffende Person etwas getan hat, das einen wie auch immer gearteten Anfangsverdacht gegen sie berechtigt erscheinen ließe. Solange die Behörde behauptet, es läge »die begründete Annahme« vor, die betreffenden Daten enthielten »Terrorismus betreffende Informationen«, kann sie tun und lassen, was sie will. Darüber hinaus kann das NCTC die gesammelten Informationen aufbewahren, und wann immer es will auf sie zugreifen.