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Do, 17 Aug 2017
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Du bist ein Terrorist: Die neue Tendenz zum Einzeltäter

Der Nahostexperte Michael Lüders warnt vor einer neuen Tendenz im Terrorismus. Offenbar gibt es inzwischen immer mehr Einzeltäter. Dies sei besorgniserregend, weil es die Ermittlungen für die Polizei extrem erschwere, so Lüders bei n-tv.


n-tv: Es gibt eine neue Generation islamistischer Extremisten, aus der Mitte der Gesellschaft, in der wir leben. Nachdem, was wir bisher wissen: Ist Mohammed Merah der typische Täter, das typische Profil eines solchen Täters?

Michael Lüders: "Nun, wir haben in der Tat eine neue Tendenz, dass es nämlich Einzeltäter gibt, - wir haben es in Norwegen gesehen, in Deutschland, jetzt auch in Frankreich - Einzeltäter, die sich auf eine radikale Ideologie berufen, aber offenbar losgelöst von einem organisatorischen Netzwerk handeln. Das ist eine neue Entwicklung und es ist insoweit ein bisschen besorgniserregend, weil man natürlich in diesem Umfeld nur schwer recherchieren kann, denn ohne organisatorische Verbindungen zu anderen Mittätern gibt es zunächst einmal keine Indizien für die Polizei. Das ist nicht einfach für die Sicherheitskräfte und man muss natürlich immer auch ein bisschen den gesellschaftlichen Hintergrund beleuchten.

Kommentar: Und Merah sagte genau das, um das Bild des Krieges gegen Terror aufrecht zu erhalten. Zufall? Eher nicht.


Attention

Durch Terrorismus steigt Sarkozy in der Gunst

Lange Zeit sieht es es nicht gut aus für Nicolas Sarkozy. Die Franzosen sind ihres Präsidenten überdrüssig, die Wahlen im Frühjahr scheinen schon verloren. Doch durch die jüngsten Anschläge wendet sich das Blatt. Sarkozy kann sich als starker Mann präsentieren - und profitiert davon deutlich in der Wählergunst.

Mission erfolgreich.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat nach den Anschlägen von Toulouse in der Wählergunst zugelegt. In der ersten Umfrage nach dem Angriff auf eine jüdische Schule lag der Staatschef zumindest für den ersten Wahlgang am 22. April in Führung: Danach würde er seinen sozialistischen Herausforderer Francois Hollande mit 30 zu 28 Prozent schlagen. Den entscheidenden zweiten Durchgang am 6. Mai würde Hollande der nun veröffentlichten Umfrage zufolge allerdings unverändert mit einem Vorsprung von acht Prozentpunkten gewinnen.

Seit den Anschlägen eines mutmaßlichen Islamisten auf die jüdische Schule und mehrere französische Fallschirmjäger hat sich der in Bevölkerung ansonsten unpopuläre Sarkozy als Hüter der inneren Sicherheit präsentiert, während Hollande beiseitetreten musste. Sarkozys Krisenmanagement könnte Demoskopen zufolge daher wahlentscheidend sein. Allerdings hatte der Staatschef auch in vorangegangenen Umfragen zu seinem sozialistischen Rivalen aufgeschlossen.

Vader

Täter mit allen Klischees des Terrorismus: Mohammed Merah

Der mutmassliche Attentäter von Toulouse war in seinem Quartier berüchtigt. In seiner Wohnung lagern mehrere Säbel und ein riesiger Koran. Trotz mehrmaliger Anzeige passierte nichts.
© Keystone
Ein gespaltenes Leben: Mohammed Merah, mutmasslicher Mörder von sieben Menschen.

Mohammed Merah war kein unbeschriebenes Blatt: Der mutmassliche Attentäter von Toulouse sass schon zweimal in Frankreich im Gefängnis und wurde vom französischen Inlandgeheimdienst überwacht.

Genau dafür prangert eine Mutter aus Merahs Wohnquartier die Behörden nun an: «Die Polizei wusste genau, wie gefährlich und radikal er ist», sagt sie gegenüber Le Télégramme. Zweimal habe sie Anzeige erstattet gegen den Mann, der seit Tagen die Welt in Atem hält. Doch nichts sei geschehen.

Riesen-Koran und Al-Qaida-Videos

Die französische Zeitung nennt die Frau Aicha, und wenn ihre Geschichten stimmen, dann hatte sie allen Grund dazu, die Behörden auf Mohammed Merah aufmerksam zu machen. Der mutmassliche Attentäter soll ihren Sohn angegangen und den 15-Jährigen zu sich nach Hause gefahren haben - in jene Wohnung, in der er sich jetzt verschanzt.

Pistol

Attentäter in Toulouse wurde (erfolgreich) erschossen

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© Reuters
Sonderpolizisten in Toulouse nach ihrem Einsatz gegen Mohamed Merah.
Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist tot. Der 23-Jährige stirbt nach einem längeren Schusswechsel beim Sprung aus dem Fenster. Nun sucht die Polizei nach möglichen Komplizen.

Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse ist tot: Scharfschützen erschossen den 23-Jährigen nach Polizeiangaben am Donnerstag, als er aus dem Fenster seiner Wohnung in der südfranzösischen Stadt flüchten wollte. Zuvor hatte sich Mohammed Merah nach Angaben von Innenminister Claude Guéant einen heftigen Schusswechsel mit den Elitepolizisten geliefert, bei dem ein Beamter verletzt wurde.

Die Eliteeinheit Raid der Polizei drang gegen elf Uhr in die Wohnung von Merah ein, in der er sich 32 Stunden lang verschanzt gehalten hatte. Dort prüften die Polizisten zunächst mit Kameras jedes Zimmer und tasteten sich langsam vor. Der algerischstämmige Franzose hielt sich im Badezimmer versteckt und kam laut Guéant „mit äußerster Gewalttätigkeit“ um sich schießend heraus. Dann sei er mit der Waffe in der Hand aus dem Fenster gesprungen. Dabei erschossen ihn Raid-Scharfschützen.

Red Flag

Möglicher Attentäter aus Frankreich umstellt und seit Jahren beobachtet

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© REUTERS
Ein maskiertes Mitglied der französischen Terroristen Eliteeinheit RAID am Vormittag in Toulouse: Die Belagerung dauert bislang zwölf Stunden
Seit den frühen Morgenstunden hat sich der mutmaßliche Serien-Attentäter von Toulouse in einer Wohnung verbarrikadiert. Am Nachmittag hieß es zunächst, der 24-Jährige sei überwältigt worden. Das dementierte der französische Innenminister.

Der französische Innenminister Claude Guéant hat Berichte über die Festnahme des mutmaßlichen Serienmörders von Toulouse dementiert. mit den Worten: „Ich dementiere, das ist falsch: Die Verhandlungen dauern noch an“, sagte Guéant. Zuvor hatten der TV-Nachrichtensender BFM und das Magazin Le Point übereinstimmend berichtet, der Mann sei überwältigt worden. Der 24-Jährige hat sich in einem Haus verschanzt und steht im Verdacht, in Toulouse und Umgebung sieben Menschen getötet zu haben.

Zwei Tage nach den tödlichen Schüssen vor einer jüdischen Schule in Toulouse haben Mitglieder der französischen Eliteeinheit RAID den mutmaßlichen Schützen zunächst stundenlang umzingelt. Der 24-Jährige hielt sich am Mittwoch seit den frühen Morgenstunden in einem von der Polizei umstellten Haus im Viertel Croix-Daurade verschanzt.

Am Nachmittag gelang es der französischen Polizei, den Kontakt zum mutmaßlichen Serienmörder von Toulouse wieder herzustellen. Am Vormittag hatte der Verdächtige die Gespräche mit den Ermittlern zunächst abgebrochen.

Star of David

Die Dinge beim Namen nennen: SPD-Chef Gabriel nennt Israel Apartheidregime - natürlich mit Folgen

SPD-Chef Sigmar Gabriel sucht nach Apartheid-Vergleich das Gespräch mit Zentralrat der Juden

Der Zentralrat der Juden hat SPD-Chef Sigmar Gabriel für seine Äußerung während einer Nahostreise, in Hebron herrsche ein Apartheidregime, scharf kritisiert. Gabriel will nun in Gesprächen mit dem Zentralrat und dem israelischen Botschafter »Missverständnisse ausräumen«.

Nach seinen umstrittenen Äußerungen über die Zustände in der Stadt Hebron im Westjordanland sucht Sigmar Gabriel nun das Gespräch mit seinen Kritikern. Gestern schrieb der SPD-Vorsitzende im sozialen Netzwerk Facebook, dass er mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, und dem israelischen Botschafter in den kommenden Tagen zusammenkommen werde, um »Missverständnisse auszuräumen«.

Die »Missverständnisse« waren während einer sechstägigen Nahostreise von Gabriel entstanden, die am Freitag zu Ende ging. Dabei besuchte er auch die Stadt Hebron. Dort leben rund 167 000 Palästinenser und mehr als 500 jüdische Siedler. Tausende Palästinenser sind in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Die Stadt war in den vergangenen Jahrzehnten auch zum Schauplatz grausamer Massaker geworden, die Araber an Juden und Juden an Arabern verübten.

Auf seiner Facebook-Seite schrieb der Sozialdemokrat nach dem Aufenthalt in Hebron am Mittwochmorgen: »Das ist für Palästinenser ein rechtsfreier Raum. Das ist ein Apartheidregime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.«

Eye 1

Focus und Handelsblatt warnen vor Überwachung

© Unbekannt
Lauschangriff ubiqutus
Wenn Focus und Handelsblatt in genuin bürgerrechtlich-erschütterter Art und Weise vor Überwachung warnen, muss irgendwas passiert sein. Themenmangel nach der Gauck-Wahl? Unzufriedenheit mit dem Innenminister? Ich weiß es auch nicht, aber ich war auch erschüttert.

Focus: Geplante Überwachung mit Indect. Jeder Bürger steht unter Generalverdacht

Von CHIP übernommen, aber das hätten sie ja auch nicht müssen. Vielleicht liegt es ja auch am Untertitel: “..so umstritten, dass sich sogar das BKA davon distanziert.” Wie dem auch sei, da sind ein paar Schweinereien aufgeführt, die ich letztens im EM-Post auch schon erwähnt hatte.

Bei Indect
"setzen die Entwickler auf bestehende Erfindungen wie Kameras, Gesichts- und Verhaltenserkennung oder Spionagetools für PC und Internet. Der neue Ansatz: All das wird jetzt vernetzt."
Es soll eine Straftat
"erkennen, bevor sie stattfindet, indem sie abnormales, gewalttätiges oder kriminelles Verhalten feststellt. Aber um Straftaten gewissermaßen zu erahnen, bedarf es einer Totalkontrolle aller Bürger."
Außerdem wird die Vorratsdatenspeicherung kritisch kommentiert, genauso der geplante Bildabgleich vor Gesichtserkennungssoftware mit Bildern in Sozialen Netzwerken.
"Erst auf Anfrage des Europäischen Parlaments kam ans Licht, was sich Polizisten unter „abnormal“ vorstellen: Verdächtig ist jemand, der rennt oder lärmt, im öffentlichen Nahverkehr auf dem Fußboden sitzt oder dort sein Gepäck vergisst. Indect soll auch dann aktiv werden, wenn Personen herumlungern oder in der Fußgängerzone gegen den Strom laufen."

USA

Bombenanschlag im Irak

Kairo - Bei einer Serie von verheerenden Autobombenanschlägen und Explosionen sind im Irak nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden den Berichten zufolge verletzt.

Die Anschläge ereigneten sich in Kirkuk im Norden des Landes, in der Hauptstadt Bagdad sowie den weiter südlich gelegenen Städten Kerbela und Hilla.

Allein in Kirkuk rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad detonierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen drei Autobomben. Dort starben den Berichten zufolge zwölf Menschen. Mindestens 40 Menschen seien verletzt worden, als die Sprengsätze in der Nähe des Polizeihauptquartiers der Stadt explodierten.

Zuvor waren im Zentrum von Bagdad bei einem vermutlich von einem Selbstmordattentäter ausgeführten Anschlag mit einer Autobombe mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden, wie der Fernsehsender Al-Arabija berichtete.

MIB

Keine Beweise für Irans Atomwaffenaktivitäten, laut Geheimdiensten

© AFP/ Behrouz Mehri
Nesawissimaja Gaseta: Geheimdienste finden keine Beweise für Irans Atomwaffenaktivitäten
Die Geheimdienste der USA und Israels stimmen darin überein, dass es vorerst keine ausreichenden Beweise für die Bemühungen des Iran um die Herstellung von Kernwaffen gibt, schreibt die Tageszeitung Nesawissimaja Gaseta am Montag.

Wie die New York Times unter Berufung auf ihre Quellen in den amerikanischen Geheimdiensten schreibt, gehen die US-Aufklärungsdienste davon aus, dass das iranische Atomprogramm 2003 auf Anweisung von Ayatollah Khamenei gestoppt und seitdem nicht mehr wieder aufgenommen wurde, obgleich hin und wieder Informationen über Aktivitäten bekannt wurden, die militärische Ziele verfolgen könnten.

„Die eigentliche Neuheit besteht aber darin, dass die israelischen Geheimdienste die Meinung ihrer US-Kollegen trotz der aggressiven Haltung der Regierung von Netanyahu zu dieser Frage teilen“, so die Nesawissimaja Gaseta.

Der Beitrag in der New York Times erschien nach den Erklärungen von US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premier David Cameron, laut denen Washington und London eine israelische Militäroperation gegen den Iran nicht unterstützen würden. Die USA und Großbritannien hoffen auf Sanktionen, die Teheran zu einer Entscheidung zugunsten einer aktiveren Kooperation mit der IAEO und zum Verzicht auf einige Projekte bewegen sollen, welche besondere Besorgnis im Westen hervorrufen.

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Anti-Terrorplan in Frankreich aktiv

Bei den Schüssen vor einer jüdischen Schule in Toulouse und den Morden an Soldaten wurde dieselbe Waffe benutzt. Die Bluttaten bringen das Thema "Innere Sicherheit" zurück in den Wahlkampf. Der Präsident reagiert mit einer Überwachungsoffensive.
© 2012 AFP/KENZO TRIBOUILLARD

Nach dem tödlichen Anschlag vor einer jüdischen Schule in Toulouse hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für die betroffene Region den Anti-Terrorismus-Plan Vigipirate freigegeben. Alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen werden besonders gesichert, sagte Sarkozy nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts im Elysée.

"Jedes Mal wenn dieser Mann in Aktion tritt, handelt er um zu töten. Er lässt seinen Opfern keine Chance", sagte Sarkozy. Ein antisemitisches Motiv sei wahrscheinlich, der Mann sei gefährlich und müsse schnellstens gefasst werden, sagte der Präsident. Er will seinen Wahlkampf bis Mittwoch aussetzen.
Ein Unbekannter hatte vor der jüdischen Schule vier Menschen erschossen. Es ist der dritte Mordanschlag innerhalb nur weniger Tage im Südwesten Frankreichs. Die Opfer sind ein 30-jähriger Religionslehrer und seine Kinder im Alter von drei und sechs Jahren, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das vierte Opfer sei zehn Jahre alt gewesen. Ein Staatsanwalt sagte, der Täter habe auf alle Personen in seiner Nähe geschossen. Nach Informationen des TV-Senders BFM schwebt ein 17-Jähriger in Lebensgefahr.