
© dpaIn Spanien und Griechenland – das Bild zeigt einen Wohnsitzlosen in Athen – ist das Armutsrisiko besonders hoch geworden. Beide Länder kämpfen mit Arbeitslosenquoten von jeweils 26 Prozent.
Brüssel - Zu beschönigen hat es für László Andor nichts gegeben. „Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der sich verschlechternden sozialen Lage war 2012 ein weiteres miserables Jahr für Europa“, sagte der ungarische EU-Kommissar bei der Vorstellung eines Berichts in Brüssel. Vor allem der Verlust des Arbeitsplatzes drängt immer mehr EU-Bürger ins soziale Abseits: Die verfügbaren Haushaltseinkommen schrumpfen,
das Armutsrisiko steigt deutlich, vor allem in den Ländern Süd- und Osteuropas. „Die Auswirkungen der Krise auf die soziale Lage machen sich nun deutlicher bemerkbar“, heißt es in der Stellungnahme der EU-Kommission.
Parallel zur Veröffentlichung des Ländervergleichs legte die Statistikbehörde Eurostat neue Zahlen zur Erwerbslosigkeit vor. Im November waren demnach 18,8 Millionen Menschen in den 17 Ländern der Eurozone ohne Arbeit - 113 000 mehr als im Vormonat und zwei Millionen mehr als vor einem Jahr. Das ist ein neuer Negativrekord: Die Arbeitslosenquote steht mittlerweile bei 11,8 Prozent, im Vergleich zu 11,7 Prozent im November und 10,6 Prozent Ende 2011. In allen 27 EU-Staaten zusammen sieht es nur geringfügig besser aus: Dort liegt die Quote aktuell bei 10,7 Prozent. (Die Grafik zeigt detailliert die Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit in den EU-Staaten 2011. Die Aufstellung zum vergangenen Jahr liegt noch nicht vor.)