Das Kind der GesellschaftS


Bomb

Ludwigshafen: Entschärfung der Bombe am Sonntag

Ludwigshafen. Eine 250-Kilo-Fliegerbombe, die heute bei Bauarbeiten im Ludwigshafener Stadtteil Süd gefunden wurde, wird am Sonntag ab 13 Uhr vom Kampfmittelräumdienst entschärft. Dies gab die Stadtverwaltung bekannt. Rund 7000 Bürger müssen während der Zeit der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr zieht eine Sicherheitszone mit einem Radius von 500 Metern um den Fundort an der Mundenheimer Straße/Ecke Rubensstraße. Über die Dauer der Entschärfung kann der Kampfmittelräumdienst noch keine Angaben machen. Der Kopfzünder ist nach Behördenangaben noch aktiv. Die amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde gegen 11 Uhr auf dem Gelände eines ehemaligen Autohauses entdeckt, das neu bebaut werden soll.

ott

Che Guevara

Russische Opposition rüstet sich für neue Massenproteste

Moskau - Mit dem größten Protest seit Jahren will die russische Opposition am Samstag landesweit gegen die Ergebnisse der umstrittenen Parlamentswahl aufbegehren. Die Oppositionsbewegung Solidarnost erklärte, es sei eine Demonstration mit 30.000 Teilnehmern im Zentrum von Moskau genehmigt worden. Die Regierung kündigte ein hartes Vorgehen der Polizei im Falle von weiteren nicht genehmigten Veranstaltungen an.

Die Genehmigung für die Großdemonstration in Moskau galt für den Bolotnaja-Platz. Bis Freitagnachmittag sagten auf der Facebook-Seite "Demonstration für ehrliche Wahlen" bereits rund 35.000 Menschen ihre Teilnahme an der um 14.00 Ortszeit (11.00 Uhr MEZ) beginnenden Kundgebung zu - also weit mehr, als erlaubt sind. Seit der frühere Präsident und derzeitige Ministerpräsident Wladimir Putin im Jahr 2000 an die Macht kam, gab es keine Proteste vergleichbarer Größenordnung.

Ursprünglich wollten die Oppositionellen auf dem Platz der Revolution nahe des Kreml zusammenkommen, dort erlaubten die Moskauer Behörden aber lediglich eine Demonstration von 300 Teilnehmern. Mit der Entscheidung für den Bolotnaja-Platz auf der anderen Flussseite sollen die Demonstranten daran gehindert werden, in Richtung der Regierungsgebäude zu marschieren.

Magnify

Die modernen Anarcho-Terroristen von der FAI

Die italienische Terrorzelle FAI hat sich zum Briefanschlag auf Deutsche-Bank-Chef Ackermann bekannt. Deren Struktur ist derart lose, dass Ermittler bisher immer ins Leere liefen.
carrara, italien
© Gianluca BoniEin Wappen der Italienischen Anarchistischen Föderation in Carrara

"Sie sind nicht mal ein Prozent. Aber es gibt sie", singt der französische Chansonnier Leo Ferré in seinem Lied Les Anarchistes. Will man in Italien Anarchisten sehen, dann fährt man am besten nach Carrara, die berühmte Marmorstadt in der Toskana. Dort ragt über den Hauptplatz ein Schild mit dem Kürzel FAI, umrahmt von zwei schwarz-roten Fahnen.

FAI bedeutet Italienische Anarchistische Föderation. In Italien gehört der Anarchismus zum Alltag. Die politische Bewegung trifft sich schon lange nicht mehr in geheimen Kellergewölben. Sie betreibt Kulturzentren, verkauft Bücher, veranstaltet Konzerte. In den Kulturzentren der FAI stößt man auf eine bunte Mischung aus rabiaten Punkern und seriösen alten Herren. Einmal im Jahr treffen sich die FAI-Anhänger außerdem in Carrara, um gemeinsam den 1. Mai mit einer lauten, friedlichen Parade zu begehen.

Trittbrettfahrer verüben Anschläge

Doch es gibt in Italien auch eine andere FAI, die Informelle Anarchische Föderation. Sie war es, die sich in einem Schreiben zu der Briefbombe an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bekannte. Dass die Linksextremen das gleiche Kürzel wie Italienische Anarchistische Föderation verwenden, ist dabei kein Zufall. Die informellen Anarchisten wollen den Namen der historisch gewachsenen FAI ausnutzen und die Polizei verwirren.

Heart - Black

Erneute Schießerei an US-Uni Virginia Tech

Viereinhalb Jahre nach dem Blutbad an der US-Universität Virginia Tech sind auf dem Campus wieder tödliche Schüsse gefallen. Wie die Leitung der Technischen Universität in Blackburg im US-Staat Virginia auf der Webseite der Hochschule mitteilte, wurden ein Polizist und eine weitere Person getötet.
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Der Schütze konnte entkommen. Die Polizei riegelte das Uni-Gelände ab, Studenten und Lehrpersonal wurden aufgerufen, sich in den Gebäuden einzuschliessen.

Der Uni-Leitung zufolge war der Polizist bei der Hochschule angestellt und hatte am Donnerstagmittag (Ortszeit) auf dem Campus bei einer Routine-Verkehrskontrolle ein Auto gestoppt. Plötzlich seien Schüsse gefallen.

Zeugen hätten den Täter danach in Richtung eines Parkplatzes flüchten sehen. Dort sei der zweite Tote gefunden worden, nach Angaben des Senders CNN vermutlich ein Student. Die Polizei beschrieb den Schützen als hellhäutigen Mann, der eine Trainingshose und einen Rucksack getragen habe.

Pills

Rückschau Elsevier ließ Pseudo-Fachblätter von Pharmafirmen bezahlen

Peinliche Panne beim renommierten Wissenschafts-Verlag: Elsevier hat in Australien jahrelang im Auftrag von Pharma-Konzernen Zeitschriften herausgebracht, die wie unabhängige Fachtitel aussahen. Einer ist nun Gegenstand in einem Schadensersatz-Prozess.

Auf den ersten Blick wirkt das "Australasian Journal of Bone and Joint Medicine" wie ein respektables Fachmagazin. Auf den ersten Seiten wird das der Zeitschrift angegliederte Expertengremium vorgestellt: Das "honorary editorial board" habe 14 Mitglieder, darunter viele mit Professorentitel.
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Im Innenteil finden sich Fachaufsätze von Wissenschaftlern aus aller Welt mit Zusammenfassungen, Tabellen, Diagrammen und Quellenverzeichnissen. Im Impressum sieht man unter den Abopreisen (250 australische Dollar für sechs Ausgaben) den Namen und das Logo eines der renommiertesten und größten Wissenschafts-Fachverlage der Welt: Elsevier.

Ein gravierendes Manko dieses Pseudo-Fachmagazins hat Elsevier nun in einer Stellungnahme eingeräumt. "Ich habe vor kurzem erfahren, dass unsere australische Tochter in den Jahren 2003 bis 2005 eine Reihe von bezahlten Sammelpublikationen im Auftrag von Pharma-Unternehmen veröffentlicht hat, die so gestaltet wurden, dass sie wie Fachmagazine wirkten und keinen entsprechenden Hinweis enthielten", sagte Elsevier-Manager Michael Hansen.

Es geht dabei um sechs Titel, wie ein Elsevier-Sprecher dem US-Wissenschaftsmagazin "The Scientist" bestätigte:
  • "Australasian Journal of General Practice"
  • "Australasian Journal of Neurology"
  • "Australasian Journal of Cardiology"
  • "Australasian Journal of Clinical Pharmacy"
  • "Australasian Journal of Cardiovascular Medicine"
  • "Australasian Journal of Bone & Joint Medicine"

Pills

Rückschau Das Beste aus dem Web: MEDIZIN-SKANDAL: US-Pharmafirma ließ geschönte Studien von Ghostwritern schreiben

Neuer Skandal um Medizin-Fachblätter: Ein Pharmakonzern ließ positive Artikel über Hormonersatz-Therapien von Ghostwritern schreiben - und von Forschern unter ihrem Namen in den Journalen plazieren. Auch dann noch, als das Brustkrebs-Risiko für Frauen bereits bekannt war.

Jahrelang schluckten Millionen Frauen Hormone - als vermeintlich einfache, aber wirksame Therapie gegen Hitzewallungen, Herzrasen und Schweißausbrüche in den Wechseljahren. Was kaum ein Arzt und noch weniger Frauen ahnten: Indem die Patientinnen ihre Beschwerden mit Hormonpräparaten linderten, erhöhten sie das Risiko für Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Demenz.
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Eine entscheidende Rolle in dieser rückblickend gefährlichen Verschreibungspraxis hat offenbar der US-amerikanische Konzern Wyeth gespielt. Die zu den zehn weltweit größten Pharmaunternehmen gehörende Firma hat auf dem US-Markt mit den Hormonersatz-Präparaten Premarin und Prempro riesige Umsätze erzielt - im Jahr 2001 allein zwei Milliarden Dollar. Wie die "New York Times" jetzt berichtet, hat der Konzern hohe Summen an PR-Firmen bezahlt, die positiv über die Vorteile der Hormon-Ersatztherapie (HRT) geschrieben und Risiken heruntergespielt haben. Anschließend hätten Mediziner ihre Namen über die bereits fertigen Berichte gesetzt.

Gerichtsdokumente belegen laut "New York Times", dass auf diese Weise 26 wissenschaftliche Veröffentlichungen in 18 medizinischen Fachmagazinen zustande kamen. Pikant daran ist, dass mehrere der betroffenen Blätter im renommierten Elsevier-Verlag erscheinen - der erst vor einigen Wochen in die Schlagzeilen geriet, weil er ganze Pseudo-Fachblätter von Pharmafirmen finanzieren ließ. Der Verlag zeigte sich offenbar bestürzt über die Vorfälle und wolle eigene Ermittlungen anstellen, so die "New York Times".

Finanzierung durch Pharmafirma blieb verdeckt

Bei den nun in die Kritik geratenen Ghostwriter-Artikel handelte es sich laut "New York Times" meist um Übersichtsarbeiten, die mehrere Studien auswerteten und zu einem positiven Fazit kamen. Publiziert wurden sie offenbar unter anderem in renommierten Fachblättern wie dem "American Journal of Obstetrics and Gynecology" und dem "International Journal of Cardiology". Aufgedeckt wurde der Schwindel dem Bericht zufolge von Rechtsanwälten, die Wyeth wegen anderer Sachverhalte bereits im Visier hatten.

Question

Rätselhaftes Kopfnicken im Südsudan: Experten ratlos bei neuer Kinderkrankheit

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Im Südsudan, dem jüngsten Land der Welt, staunen Wissenschaftler über eine rätselhafte Krankheit. Tausende Kinder leiden am sogenannten Kopfnicksyndrom. Die Gesundheitsbehörden des Südsudans haben bereits die Weltgesundheitsorganisation zur Hilfe gerufen.

Das Usratuna-Krankenhaus im Zentrum von Juba, unter zwei Ventilatoren im Warteraum drängen sich knapp hundert Patienten. Sie wollen Dr. Anna Mary Otim sehen, die einzige Ärztin hier. Das kann Stunden dauern. Denn für manche Patienten wie die 13 Jahre alte Joice Kiko muss sich Dr. Otim trotz des Andrangs viel Zeit nehmen. Die Mutter Elena muss der Ärztin ausführlich berichten.

"Meine Tochter war acht, das war im Jahr 2006, und irgendwann begann sie beim Anblick von Essen, mit dem Kopf zu nicken. Also habe ich entschieden, sie einfach von den anderen Kindern zu isolieren. Sie schläft seither alleine und isst alleine."

Erst 2010 hielt Elena Kiko die Ausgrenzung und Stigmatisierung ihrer Tochter nicht mehr aus. Gegen den Willen ihres Mannes brachte sie Joice in eine kleine Klinik in ihrer Heimatprovinz Western Equatoria. Von dort wurde Joice nach Juba überwiesen, in die Hauptstadt des Südsudans. Bei Dr. Otim landen alle Patienten mit dem Kopfnicksyndrom, die es bis nach Juba schaffen.

Nuke

Tepco leitet erneut verstrahltes Wasser ins Meer

Tokio (dpa) - Der Betreiber des havarierten AKW Fukushima plant erneut, verstrahltes Wasser ins Meer abzuleiten. Doch dagegen regt sich Widerstand. Zugleich kam es in einem weiteren AKW zu Problemen.

Tepco begründete die Ableitung am Donnerstag mit einem drohenden Mangel an Tankkapazitäten in der Atomruine. Der Betreiber hatte bereits in den vergangenen Monaten absichtlich verseuchtes Wasser ins Meer fließen lassen.

Eine Entscheidung über ein erneutes Ableiten sei aber noch nicht gefallen, hieß es. Man werde versuchen, dies zu verhindern. Der Chef des Fischereiverbands, Ikuhiro Hattori, bezeichnete eine solche Maßnahme laut Medien als nicht hinnehmbar. Er hatte demnach Tepcos Planung nach einem Treffen mit dem Konzern am Donnerstag bekanntgemacht.

Ein Erdbeben und Tsunami hatte am 11. März das Atomkraftwerk in Fukushima stark beschädigt. Zwar wird ein Teil des ausgetretenen und hochgradig verseuchten Wassers dekontaminiert und zur Kühlung der beschädigten Reaktoren 1 bis 3 wiederverwendet. Doch fließen weiter täglich zusätzlich 200 bis 500 Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude, wie japanische Medien meldeten.

Eye 1

Inflationsangst in Deutschland wächst

Angesichts der Euro-Schuldenkrise wächst in Deutschland die Furcht vor einer massiven Geldentwertung. Zugleich steigt laut einer Studie die Verunsicherung darüber, wo das eigene Vermögen möglichst verlustfrei angelegt werden kann.
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© dpa/dpaDie Deutschen haben wieder verstärkt Angst vor einer massiven Geldentwertung und fragen sich, welche Anlagen langfristig das Vermögen sichern.

Immerhin 33 Prozent der Befragten haben kein oder kaum mehr Vertrauen in die Stabilität der gemeinsamen europäischen Währung, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der AllianzBank ergab. Trotzdem sind die meisten Deutschen mit ihrer Vermögenssituation durchaus zufrieden. Noch überwiegt der Optimismus.

Bundesweit haben inzwischen 46 Prozent der Befragten Angst davor, dass ihr Vermögen durch Inflation seinen Wert verliert. Bei der ersten Umfrage im Frühjahr waren es 37 Prozent. Im gleichen Maße wuchs die Verunsicherung über die richtige Geldanlage: 45 Prozent gaben an, nicht sicher zu sein, wo ihr Geld am besten aufgehoben ist. Für die Umfrage Allianz Bank Money Trends wurden Mitte November 2277 Menschen ab 18 Jahren befragt, die in ihrem Haushalt über finanzielle Fragen entscheiden oder mitentscheiden.

Cut

Einkommen gehen immer weiter auseinander

einkaufswagen, armut
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Die aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist alarmierend. Das Einkommen der Menschen in den Industrienationen ist in den letzten Jahren weiter auseinandergegangen.

Die Einkommens-Ungleichheit ist auf dem höchsten Stand seit 50 Jahren, wie der Nachrichtensender "Euronews" berichtet. Insgesamt gibt es 22 OECD-Mitgliedsstaaten. Nur in fünf der untersuchten Ländern näherte sich das Einkommen der Bevölkerung an. Zu diesen Ländern zählen Griechenland, die Türkei und Frankreich.

Die Reichen werden immer reicher

In 17 von 22 untersuchten Ländern öffnete sich dagegen die sogenannte Einkommensschere weiter. Das Einkommen der reichsten zehn Prozent war neun Mal größer als das der ärmsten zehn Prozent. Vor 25 Jahren war es noch sieben Mal größer gewesen. Die größten Lohnunterschiede gibt es in Israel, Mexiko, Großbritannien und in den USA.