Das Kind der GesellschaftS


Che Guevara

Streikwelle überzieht Italien

Der Unmut über das Sparpaket steigt

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hatte noch versucht, den gestrigen Generalstreik zu verhindern. Am Sonntagabend noch war er aus dem Wochenende mit dem Zug aus Mailand zurückgekehrt und danach mit den Spitzenfunktionären der drei großen Gewerkschaften Italiens CGIL, CISL und UIL zusammengekommen. Genutzt hat das informelle Treffen am Ende aber nichts mehr. Noch in der Nacht zum Montag wurde der Aufruf zum Generalstreik bestätigt, am Montagmorgen gab es ein heftiges Unwetter über Rom und ab Mittag streikten Zehntausende landesweit in vielen großen und kleinen Städten.

Die Metallarbeiter von Fiat legten in Turin die Arbeit nieder. In Genua protestierten Arbeiter gemeinsam mit Studenten. In Mailand musste ein Konzert in der Scala abgesagt werden und in Rom gab es am Nachmittag eine Kundgebung vor dem Palazzo di Montecitorio, dem Sitz der italienischen Abgeordnetenkammer. Damit hat eine Streikwoche mit einer Reihe von kürzeren Arbeitsniederlegungen begonnen. Die heutige Auszeit war für drei Stunden vorgesehen. Für die ganze Woche sind weitere Streiks vorgesehen.

Die Gewerkschaften wehren sich gegen das Sparpaket der Regierung Monti, weil sie es für unausgewogen und ungerecht halten. Es träfe die Rentner, die Arbeiter aber nicht die Reichen in Italien. Auch die für 2012 angekündigte Kürzung der Politikergehälter kommt nicht nur den Gewerkschaften zu spät. Italien hat nicht nur das größte Parlament Europas, sondern auch das teuerste.

Heart - Black

Rechtsextremist erschießt senegalesische Händler

Es war wie eine Exekution: Ein Rechtsextremist hat im italienischen Florenz zwei senegalesische Händler auf offener Straße erschossen. Danach richtete er die Waffe gegen sich selbst.

Der 50 bis 60 Jahre alte Mann, bei dem es sich um einen bekannten Rechtsextremisten aus der nahen Stadt Pistoia handeln soll, sei in der Nähe des Dalmazia-Platzes nördlich der historischen Altstadt aus einem Auto gestiegen und habe zunächst drei Schüsse abgegeben, berichteten mehrere Onlinemedien. Dabei habe er zwei Händler getötet und einen dritten schwer verletzt. Zahlreiche Passanten hätten sich aus Angst vor dem Täter in anliegende Geschäfte geflüchtet.

Augenzeugen sprachen von einer regelrechten „Exekution“. Der Schütze sei danach im Gewirr des Markttreibens auf dem Platz geflüchtet. Die Polizei berichtete, der Täter und sein Fahrzeug seien auf dem Platz fotografiert worden. Ein Zeitungshändler habe noch versucht, den Schützen zu stoppen, sei aber von ihm bedroht worden.

Handcuffs

SEK stürmt Haus in Stendal

In Stendal hat ein bewaffneter Mann für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ersten Berichten zufolge hatte sich der 44-Jährige am Dienstagnachmittag bewaffnet in einem Haus im Stadtzentrum verschanzt. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte daraufhin das Gebäude und nahm den Mann fest.

Bismarckstraße weiträumig abgesperrt

Die Hintergründe der Tat sind zur Stunde noch völlig unklar. Offenbar war der Mann gegen 14:15 Uhr mit einer Waffe oder einem waffenähnlichen Gegenstand im Eingang des Hauses gesehen worden. Daraufhin war die Bismarckstraße großräumig abgesperrt worden und zunächst die Polizei, später dann das Sondereinsatzkommando aus Magdeburg gerufen worden.

Heart - Black

Vier Tote bei Anschlag in Lüttich: Attentäter schießt mit Kalaschnikow in Menschenmenge

Er zündete Granaten und schoss gezielt auf Passanten: Ein Bewaffneter hat im belgischen Lüttich mehrere Menschen erschossen und Dutzende verletzt, dann richtete er sich selbst. Einen terroristischen Hintergrund schließt die Polizei mittlerweile aus - der Täter war für die Behörden offenbar kein Unbekannter.
lüttich, belgien
© ReutersEinsatzkräfte transportieren verletzte Menschen ab, auf Fernsehbildern waren Blutlachen zu sehen. Der Attentäter warf am Mittag eine oder mehrere Blend-Granaten in die Menschenmenge an einer Bushaltestelle, danach eröffnete er das Feuer.

Ein Blutbad mit mehreren Todesopfern und Dutzenden Verletzten hat die belgische Stadt Lüttich in einen Schockzustand versetzt - die Behörden haben aber einen terroristischen Hintergrund ausgeschlossen. Nach jüngsten Angaben der Behörden wurden die Angriffe von einem Einzeltäter begangen. Der Attentäter tötete drei Menschen - darunter zwei Jugendliche - und sich selbst. Mindestens 75 weitere Personen wurden verletzt.

Der Mann habe einen Gerichtstermin gehabt, teilte die Staatsanwaltschaft mit und korrigierte damit Berichte, die eine Verbindung zu einem laufenden Justizverfahren zuvor ausgeschlossen hatten. Belgische Medien präzisierten die Angaben: Der Mann sei für ein Verhör vorgeladen gewesen - angeblich wegen eines Sittlichkeitsdelikts.

Einen terroristischen Hintergrund hatte das Innenministerium ausgeschlossen. Zwischenzeitlich war von bis zu drei Tätern die Rede gewesen.

Doch es war wohl ein einzelner Täter, der am Mittag nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine oder mehrere Blend-Granaten in eine Menschenansammlung an einer Bushaltestelle nahe des Weihnachtsmarkts warf und dann das Feuer auf die Menge eröffnete. Dabei starben nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei junge Männer im Alter von 15 und 17 Jahren und eine 75-jährige Frau. Einer der Jugendlichen starb noch am Tatort.

Phoenix

Anschlag auf Nato-Versorgungskonvoi in Pakistan: 34 Tankwagen verbrannt

Nato-Angriff auf einen Grenzposten in Pakistan
konvoi, nato, tankwagen
© REUTERS/ Naseer Ahmed

In Pakistan haben bewaffnete Extremisten einen Nato-Versorgungstransport angegriffen und 34 Tankwagen verbrannt, die Kraftstoff für die Truppen des Bündnisses nach Afghanistan transportieren sollten.

Wie die Agentur AFP unter Verweis auf die Polizei meldete, war der Konvoi im Raum Quetta im Westen des Landes aus Maschinenpistolen und Panzerfäusten beschossen worden. Die Lkws gerieten in Brand. Menschen wurden dabei nicht verletzt.

Es handelt sich um den schwersten derartigen Überfall auf einen Nato-Konvoi nach dem tödlichen Luftangriff des Bündnisses auf einen pakistanischen Armeeposten. Nato-Hubschrauber hatten am 26. November einen Grenzposten der pakistanischen Armee angegriffen und mindestens 24 Soldaten getötet. Rund 14 weitere Pakistaner erlitten Verletzungen.

Bizarro Earth

Zu wenig Milch: In Norwegen wird die Butter knapp

Viel Öl, wenig Schulden und eine sichere Währung - in Zeiten der Euro-Krise wirkt Norwegen wie ein Wirtschaftswunderland. Doch auch im reichen Norden Europas gibt es handfeste ökonomische Probleme: Es mangelt an Butter. Der Engpass ruft bereits Schmuggler auf den Plan.
Butter
© dpaTeures Fett: 350 Euro für 500 Gramm Butter

Hamburg - Die Regale in den norwegischen Supermärkten sind leer - und die Schwarzmarktpreise schießen durch die Decke: Laut Nachrichtenagentur AFP werden im Internet 350 Euro für ein 500-Gramm-Päckchen geboten. Die Rede ist nicht von seltenem Kaviar oder sonstigen Delikatessen, sondern von ganz normaler Butter.

In Norwegen wird das Fett knapp. Nach Angaben des Hauptproduzenten für Milchprodukte, Tine, fehlen bis zu tausend Tonnen, um die Nachfrage zu befriedigen. Am vergangenen Freitag erwischte der Zoll sogar einen russischen Schmuggler mit 90 Kilogramm Butter im Gepäck. Seine wertvolle Ware wurde sofort beschlagnahmt.

Eine Ursache für den Mangel ist laut Tine-Sprecher Lars Galtung der verregnete Sommer und damit die schlechte Qualität des Tierfutters. Das habe sich negativ auf die Milchproduktion ausgewirkt, sagte Galtung.

Clock

Griechische Botschaft im Visier: Polizei entdeckt Briefbombe

polizist
© ReutersEin Polizist in Rom vor der römischen Behörde, wo am Freitag die zweite Briefbombe detonierte.
Diesmal geht noch alles gut. An der griechischen Botschaft in Paris fällt eine in Italien aufgegebene Sendung auf. Die Polizei wird alarmiert, die dann feststellt: Das Päckchen enthält eine Briefbombe.

Die Polizei in Paris hat eine an den griechischen Botschafter adressierte Briefbombe entschärft. Der Brief wurde in Italien aufgegeben und kam in der Vertretung Griechenlands in Paris an. Ein Absender war nicht erkennbar, teilte das griechische Außenministerium mit.

Die in Italien aufgegebene Sendung wurde durch eine kontrollierte Explosion unschädlich gemacht. Weil der Umschlag keinen Absender getragen hatte, war die Lieferung aufgefallen und die Polizei alarmiert worden. Die Briefbombe sei klein gewesen, hieß es weiter. Niemand wurde verletzt, Schäden entstanden nicht.

Ob ein Zusammenhang mit der Paketbombe besteht, die am vergangenen Freitag den Direktor eines Steuereinzugsbüros in Rom schwer verletzt hatte, ist unklar. Für diesen Anschlag hatte die italienische linksanarchistische Gruppe FAI (Federazione Anarchica Informale) ebenso die Verantwortung übernommen wie kurz zuvor für eine rechtzeitig in Frankfurt abgefangene Briefbombe an Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

Nuke

Erster Todesfall bei Dekontaminationsarbeiten in Fukushima

Bei Dekontaminationsarbeiten in Fukushima ist es zu einem ersten Todesfall gekommen - dies ist vielleicht nicht die Einzige, wohl aber die dramatischste Meldung die zu Beginn dieser Woche aus Fukushima aktuell gemeldet wird.
jizo Statue
© Chris Gladis cc-by-ndjizo Statue

Doch während die buddhistische Gestalt des Jizo Bosatsu vor allem auf Friedhofen zu finden ist und dort auch besonders mit verstorbenen Kindern in Verbindung gebracht wird, können auch die in Japan lebenden Kinder seit der Entdeckung von kontaminiertem Milchpulver einen Wächter gebrauchen.

Mehr Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Dezember 2011.

Erster Todesfall bei Dekontaminationsarbeiten:

Am Montagnachmittag starb ein 60 Jahre alter Mann während Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur Fukushima. Der Verstorbene war Angestellter einer Baugesellschaft und nahm ein einem Modellprojekt der japanischen Atomenergiebehörde zur Dekontamination in der Stadt Date teil. Während die örtliche Regierungsstelle zur Bekämpfung der Atomkatastrophe den Todesfall meldete, machte die Atomenergiebehörde keine Angaben zur Todesart, betonte jedoch, der Todesfall stehe in keinem Zusammenhang zu seiner Arbeit. Der Angestellte war während einer Arbeitspause die er in einem LKW verbracht hatte mit einem Herzstillstand aufgefunden worden, eine Stunde später bestätigte die Klinik in die er gebracht worden war den Tod, so ein Artikel der Nachrichtenagentur jiji.

Bomb

Sieben Arbeiter bei Explosion in iranischer Stahlfabrik getötet

Im Iran sind bei einer Explosion in einer Stahlfabrik am Montag sieben Arbeiter getötet und mindestens ein Dutzend weitere verletzt worden.

Mehrere der Opfer der Explosion eines Hochofens am Sonntag seien Ausländer gewesen, sagte der Gouverneur der zentraliranischen Provinz Jasd, Asisollah Seifi, der Nachrichtenagentur ISNA. Demnach wurden Ermittlungen zu den Ursachen eingeleitet. Der örtliche Parlamentsabgeordnete Ali Akbar Oliai sagte der Nachrichtenagentur ILNA, die Fabrik habe offenbar Altmetall eingeschmolzen, unter dem sich nicht-explodierte Munition befand. "Das hat die Explosion ausgelöst."

Arrow Down

Essstörungen von Töchtern werden oft von Eltern ignoriert

Essstörung
© ColourboxEltern übersehen die Essstörungen ihrer Töchter, sagen Psychologen
Wissenschaftler der Universität Dresden stellten kürzlich ihre erschreckende Zwischenbilanz einer Studie zu Essstörungen vor: Viele Eltern nehmen die Essstörungen Ihrer Töchter nicht ernst und ignorieren sie gar wissentlich. Etwa die Hälfte der Eltern von Mädchen, bei denen eine Essstörung diagnostiziert wurde, lehnte sogar ein diagnostisches Gespräch ab, das ihnen von Dresdener Psychologen angeboten wurde.

Eltern reagieren teilweise abweisend auf Angebote der Psychologen

Für die Studie, bei der ein familienbasiertes Vorsorgeprogramm gegen Magersucht entwickelt werden soll, wurden 6.000 Fragebögen an über 40 Schulen in Dresden verschickt. Zielgruppe waren Kinder in der Pubertät zwischen elf- bis 17 Jahre und ihre Eltern. Anhand des Fragebogens sollte ermittelt werden, ob ein Risiko für eine Essstörung besteht. Ist dies der Fall, wird den Kindern und Eltern die Möglichkeit angeboten, ein ausführliches Gespräch mit Experten zu führen. Erhärtet sich dabei der Verdacht auf ein erhöhtes Risiko für Essstörungen, können die Eltern an einem internetbasierten Vorsorgeprogramm teilnehmen.