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Do, 04 Mär 2021
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Family

Wenn Mutter und Sohn ihre Bindung verlieren

Eine gestörte Beziehung in der Kindheit lässt Jungen als Teenager eher straffällig werden, wie eine US-Studie in Pennsylvania nun heraus fand.
Mutter und Sohn
© picture alliance / Bildagentur
Eine schlechte Beziehung zwischen Mutter und Sohn kann im Erwachsenenalter die Straffälligkeit erhöhen.

Hamburg. Ein "Muttersöhnchen" zu sein kann vor dem Gefängnis bewahren. So lässt sich zugespitzt das Ergebnis einer neuen US-Studie zusammenfassen. Ein enges, von Vertrauen und Verständnis geprägtes Verhältnis zwischen Mutter und Sohn ist offenbar wichtiger als bisher angenommen, wenn es darum geht, wie gut Jungen später negativen Einflüssen widerstehen können. Dabei spielen die ersten Lebensjahre eine Schlüsselrolle: Führen Sohn und Mutter schon früh eine gespannte, konfliktreiche Beziehung, würden die Jungen als Teenager eher straffällig, schreiben Forscher um Christopher Trentacosta im Fachblatt Child Development.

Für die Langzeitstudie begleitete Trentacosta, Psychologieprofessor an der Wayne State University, 265 sozial schwache Familien im US-Staat Pennsylvania. Über zehn Jahre untersuchte er mit seinem Team die Beziehung der Frauen zu deren Söhnen, die zu Beginn der Studie fünf Jahre alt waren. Mütter seien gerade in sozial schwachen Familien meist die wichtigste Bezugsperson für die Söhne, sagen die Wissenschaftler. Sie fanden heraus, dass die Bindung zur Mutter das Verhalten der Jungen bis ins Teenager-Alter hinein maßgeblich prägt. So hatten etwa Jungen mit einer engen Bindung an ihre Mutter als Jugendliche auch eine enge Bindung zu ihren Freunden.

Sherlock

Nervenverbindung erleichtert Wiedererkennen: Hirngebiete für das Erkennen von Stimmen und Gesichtern sind verbunden

Gehirn
© Hemera
Forschungslandschaft Gehirn

Das Erkennen von Stimmen und von Gesichtern ist in unserem Gehirn enger verknüpft als bisher gedacht. Zwischen den Arealen für beide Wahrnehmungen haben Forscher jetzt eine direkte Nervenverbindung entdeckt. Der dadurch ermöglichte intensivere Informationsaustausch könne uns im Alltag dabei helfen, vertraute Personen schnell und unter widrigen Bedingungen zu identifizieren, schreiben die Forscher im Journal of Neuroscience.

Für ihre Studie hatten die Forscher ein Verfahren eingesetzt, mit dem sich der genaue Verlauf von Nervenfaserbahnen im Gehirn ermitteln lässt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen lieferten nun die anatomische Erklärung für frühere Beobachtungen, sagen die Forscher. In diesen habe man festgestellt, dass die Gehirnbereiche für Stimmen- und Gesichtserkennung häufig gemeinsam aktiv wurden. "Wir gehen inzwischen davon aus, dass Areale im Gehirn, die in Stimm- und Gesichtserkennung involviert sind, direkt miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen", sagt die Hauptautorin der Studie, Helen Blank vom Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Mr. Potato

TV-Konsum: Serie "SpongeBob" schlägt Kindern aufs Gehirn

Die Zeichentrickserie "SpongeBob Schwammkopf" führt bei Kindern bereits nach kurzer Zeit zu Aufmerksamkeits- und Lernproblemen. Das zeigt eine US-Studie.
SpongeBob
© PA

Die Zeichentrickserie "SpongeBob" führt laut einer neuen US-Studie zu kurzzeitigen Aufmerksamkeits- und Lernproblemen bei Kindern. Wenn Vierjährige die Serie nur neun Minuten lang sehen, könnten diese Symptome bereits auftreten, heißt es in der Studie, die in der Zeitschrift Pediatrics veröffentlicht wurde.

Für die Studie mussten 60 Kinder entweder "SpongeBob" oder die ruhigere US-Zeichentrickserie "Caillou" ansehen und danach psychologische Funktionstests absolvieren. Die "SpongeBob"-Kinder schnitten deutlich schlechter ab.

Megaphone

Fragen & Antworten mit Laura Knight-Jadczyk: Psychopathie


Kommentar:

Dieses Video ist Teil einer Forschungs-Serie von Sott.net:

Der Psychopath - Teil 1: Die Maske der Normalität
Der Psychopath - Teil 2: Psychopathen in der New Age Bewegung
Der Psychopath - Teil 3: Was ist ein Psychopath?
Der Psychopath - Teil 4: Wie Psychopathen die Welt sehen
Der Psychopath - Teil 5: Psychopathen und Beziehungen
Der Psychopath - Teil 6: Wie man mit Psychopathen umgeht
Der Psychopath - Teil 7: Symptome/Checklisten für Psychopathie
Fragen & Antworten mit Laura Knight-Jadczyk: Psychopathie
Der Trick Des Psychopathen: Uns glauben machen, dass Böses von anderswo kommt
Vereinigungsfreiheit, Rauchen und Psychopathie
John F. Kennedy und die Verzerrung der Politischen Ponerologie
Der psychopathische Arzt: Dr. Heinrich Gross
Ponerologie, Pathokratie und der große Fehler der einseitigen Berichterstattung durch die Medien


People

Bei Verlust des Elternteils: Ohne Vater früher eigene Kinder

Jungs, die ihren Vater schon in den ersten Lebensjahren verlieren, bekommen umso früher selbst Nachwuchs. Britische Forscherinnen konnten nachweisen, wie viel Einfluss Väter auf die Pubertät und Fortpflanzung ihrer Söhne nehmen.
Vater und Sohn
© picture-alliance/dpa
Auch der Zeitpunkt einer Heirat hängt offenbar mit dem Vater und seiner Anwesenheit zusammen.

Vaterlose Jungen werden selbst früher Väter. Dagegen kommt ein Teil von ihnen später in die Pubertät und heiratet später. Das haben britische Forscherinnen nun nachgewiesen. Paula Sheppard von der London School of Economics und Rebecca Sear von der Durham University präsentieren ihre Studie im britischen Fachjournal Biology Letters.

Für Mädchen war ein Zusammenhang zwischen Vaterlosigkeit und früher Pubertät und Fortpflanzung bereits bekannt. Für ihre Studie haben Sheppard und Sear nun die Daten vom mehreren tausend Männern aus Großbritannien daraufhin untersucht, ob die Abwesenheit des Vaters mit dem Zeitpunkt der Pubertät, der Heirat und der Fortpflanzung korreliert. Dabei wurden andere als ungünstig angesehene Kindheitsumstände ausgeschlossen sowie der Zeitpunkt des Vaterverlustes berücksichtigt.

Alarm Clock

Gehirn registriert im Schlaf Außenreize immer anders

Das menschliche Gehirn reagiert in Leicht- und Tiefschlafphasen, in der Fachsprache Non-REM-Schlaf genannt, von Sekunde zu Sekunde völlig unterschiedlich auf Außenreize. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie belgischer und österreichischer Wissenschafter, die nun in der Wissenschaftszeitschrift „PNAS“ veröffentlicht wurde. In dem Versuch wurden Schlafenden Töne vorgespielt und gleichzeitig mit Elektroenzephalogramm (EEG) und Kernspintomographen (MRT) die Gehirnaktivitäten gemessen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Schlafphasen: den REM-Schlaf, benannt nach den raschen Augenbewegungen in diesem Stadium, in dem primär geträumt wird, und den Non-REM-Schlaf, bei dem sich wiederum Leicht- und Tiefschlafphasen abwechseln. Bereits vor einigen Jahren hat Manuel Schabus vom Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg gemeinsam mit Kollegen vom Cyclotron Research Center in Lüttich herausgefunden, dass das Gehirn im Leichtschlaf wesentlich aktiver ist als gedacht.

Heart

Mutter-Sohn-Beziehung hat großen Einfluss auf das Verhalten des Jungen

Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn beeinflusst das Verhalten des Jungen bis ins Jugendalter hinein, wie aus einer jetzt veröffentlichten Studie hervorgeht.
Bild

So würden Jungen, die eine konfliktreiche Beziehung zu ihrer Mutter hätten, später eher straffällig als andere, schreiben die Forscher um Christopher Trentacosta von der Wayne State University im Fachblatt Child Development.

Jungen mit einer engen Bindung an die Mutter hätten als Jugendliche auch eine gute Beziehung zu ihren Freunden. Entscheidend dabei sei, wie sich das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn im Laufe der Jahre verändere, erklärten die Wissenschaftler.

Magnify

Väter haben hohen Einfluss auf Intelligenz

Vater und Tochter
© FlickrCCMae
Vater und Tochter: Anwesenheit macht großen Unterschied

Montreal/Wien - Für die Entwicklung eines Kindes macht es einen großen Unterschied, ob ein Vater anwesend ist oder nicht. Denn besonders die Intelligenz, das Verhalten und das emotionale Wohlbefinden werden durch ihn geprägt, berichten Forscher der Concordia University http://crdh.concordia.ca im Canadian Journal of Behaviour Science. Die Psychologin Sandra Velasquez http://familien-psychologie.info , Autorin des Erziehungsbuches Die Brücke zu dir, erklärt gegenüber pressetext, was einen guten Vater ausmacht.

Grenzen und Struktur

Die kanadischen Wissenschaftler untersuchten 176 Kinder zwischen drei und fünf Jahren und wiederholten dies sechs Jahre später durch Intelligenztests und Befragungen der Mütter und Lehrer. "Ist der Vater in der frühen Kindheit und vor der Pubertät anwesend, so zeigen Kinder weniger Verhaltensprobleme und höhere Intelligenz. Das gilt sogar für sozial benachteiligte Familien", berichtet die Studienleiterin Erin Pougnet. Den Vater beschreibt sie als "Grenzen- und Strukturgeber", von dem ein Kind vor allem das Problemlösen sowie das Meistern von Traurigkeit, sozialem Rückzug und Angst lernt.

People

Bei der Kollegialität ticken Männer und Frauen unterschiedlich - Das Monoaminoxidase A-Gen steuert die Kooperationsbereitschaft

Ob sich ein Mensch grundsätzlich kollegial und kooperativ verhält, liegt nicht zuletzt in seinen Genen begründet, wie Forscher der Universität Trier bei einer aktuellen Studie nachweisen konnten. Bei ihren Untersuchungen sind die Wissenschafter allerdings noch auf ein weiteres überraschendes Phänomen gestoßen: Eine Variante des gleichen Gens steuert das Verhalten von Männern und Frauen gegensätzlich.

Frauen sind demnach eher bereit, einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten, wenn sie eine weniger aktive Variante des MAOA-Gens aufweisen - bei Männern ist es genau umgekehrt. Die Forscher folgern daraus, dass dafür vor allem evolutionäre Mechanismen verantwortlich sind. Über die Hintergründe lässt sich jedoch nur spekulieren.

Um im Rahmen der Studie die Kooperationsbereitschaft der Testpersonen beurteilen zu können, wurde mit echtem Geld "gespielt". Einen Teil davon konnten die TeilnehmerInnen in einen Gemeinschaftstopf "investieren". Die Forscher um Vanessa Mertins und Jobst Meyer berichten im Online-Fachmagazin PLoS ONE, dass sich Männer und Frauen in Bezug auf ihre Bereitschaft zur Kooperation in Abhängigkeit von einer Variante des Monoaminoxidase A-Gens (MAOA) unterscheiden. MAOA ist auf dem X-Chromosom lokalisiert und wurde in früheren Studien mit aggressivem Verhalten in Zusammenhang gebracht: Männer und Mäuse, denen dieses Gen fehlt, sind überaus gewalttätig.

Butterfly

Kunst des Wartens schon im Kindesalter sichtbar

Selbstregulation ist angeboren, kann aber trainiert werden
Kind mit Marshmallow
© You Tube
Kind mit Marshmallow: Umgang mit Versuchungen früh festgelegt.

New York/Ulm - Schon als Kind zeigen Menschen, wie gut sie sich später unter Kontrolle haben. Das konnten US-Psychologen anhand des berühmten "Marshmallow-Tests" beweisen. "Die Fähigkeit zur Selbstregulation bestimmt in hohem Ausmaß, wie sich Menschen entwickeln. Wer sie besitzt, hat bei den exekutiven Funktionen sowie bei der Lernleistung die Nase vorne und produziert weniger Stresshormone", erklärt Sabine Kubesch vom Transferzentrum für Neurowissenschaft und Lernen der Universität Ulm http://znl-ulm.de gegenüber pressetext.

Der "Marshmallow-Test" aus den 60er-Jahren gehört zu den bekanntesten Experimenten der Psychologie. Forscher um Walter Mischel platzierten damals die Süßigkeit vor vierjährigen Kindern und stellten ihnen zur Wahl, entweder den Marshmallow sofort zu essen oder später einen zweiten zu bekommen, falls sie der Versuchung widerstehen konnten. Dieser Belohnungsaufschub gelang einigen Kindern, anderen hingegen nicht. Der Test und dessen Folgebeobachtungen waren Grundlage für die Erforschung der Selbstregulation.