In den USA kommt es zu 40 Prozent mehr Frühgeburten pro 10'000 Frauen, die ein Kind bekommen, als in andern industrialisierten Ländern. Elf von hundert Säuglingen kommen in den Vereinigten Staaten zu früh auf die Welt. In den meisten europäischen Ländern, Kanada und Australien sind es nur 7 bis 9 von hundert Säuglingen.
Von 1981 bis 2006 stieg die Rate der Frühgeburten in den USA um dreissig Prozent, seither nimmt sie dank aufwändiger Bemühungen langsam wieder ab, bleiben aber weiterhin 40 Prozent höher als in Europa.
Mit Kenya, Ost-Timor oder Honduras zu vergleichen
Mit den hohen Frühgeburtenrate waren die USA in den Jahren 2006 bis 2008 auf das Niveau von Honduras, Kenya, Thailand, Türkei oder Ost-Timor abgesackt. Das ging aus einem Report der US-Bundesregierung aus dem Jahr 2009 hervor.

Das grösste gesundheitliche Risiko ist ein sozial und wirtschaftlich tiefer Status. Die zunehmende Kluft zwischen Armen und Reichen hat die Zahl der stark Benachteiligten merklich vergrössert. Jeder siebte US-Amerikaner lebt von staatlichen Lebensmittelmarken (Food Stamps). Das sind 46 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.
Das ist der Hauptgrund nicht nur für die vielen Frühgeburten in den USA, sondern auch für die im Vergleich zu Europa höhere Kindersterblichkeit und die tiefere durchschnittliche Lebenserwartung in den USA. Die mit Abstand höchsten Gesundheitsausgaben der Welt können die Folgen der Armut nicht wettmachen.
Mütter mit Frühgeburten leiden häufig an starkem Übergewicht, Diabetes und hohem Blutdruck. Sie rauchen auch häufiger als andere Frauen. Nikotinsucht sowie diese Krankheitsbilder erhöhen das Risiko von Frühgeburten erheblich. Zu diesem Befund kam ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2012.
Professor Radek K. Bukowski von der Yale University hat sich auf Frühgeburten spezialisiert. Er bestätigt die wichtigsten Risikofaktoren «Armut, Rauchen, Übergewicht und Diabetes».





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