Russland und Deutschland haben ein Projekt zur Aufklärung der Schicksale von Kriegsgefangenen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen, wie aus einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Sergej Lawrow und Frank-Walter Steinmeier hervorgeht.
zweiter Weltkrieg
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Während des Zweiten Weltkriegs gerieten mehr als 5,7 Millionen sowjetische Offiziere und Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Im nationalsozialistischen Deutschland bedeutete das für viele Bürger der ehemaligen Sowjetunion Elend und Tod. Mehr als drei Millionen Menschen kamen in deutscher Gefangenschaft um. Zwischen 1941 und 1945 gerieten 3,15 Millionen Soldaten der Wehrmacht in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1,11 Millionen kamen dabei um.

Das gemeinsame Projekt soll den vielen unbekannten deutschen und sowjetischen Gefangenen ihre Namen zurückgeben, heißt es in der Erklärung. Die bislang bekannten und noch zu erhebenden Daten sollen digitalisiert und in elektronische Datenbanken zusammengeführt werden.

Die gemeinsamen Anstrengungen seien nicht nur Ausdruck des Gedenkens an die in dem grausamen Krieg Gefallenen, sondern auch Beweis für den zukunftsorientierten Charakter der deutsch-russischen Zusammenarbeit, betonten die Minister.
Die anfallenden Kosten werde Deutschland übernehmen, obwohl Einzelheiten zu dem Projekt noch abzustimmen seien.

Zuvor war gemeldet worden, dass Bundesaußenminister Steinmeier in seiner Rede angesichts des 75. Jahrestages des Überfalls von Nazi-Deutschland auf die Sowjetunion davor gewarnt hat, dass „aus den aktuellen politischen Differenzen und Konflikten, die wir mit der russischen Regierung haben, eine Entfremdung zwischen unseren Völkern wird“.