Die Täter waren Mitglied der Gruppierung "Saat des Bösen". Alle stehen unter Verdacht, noch weitere Straftaten begangen zu haben.
saat des bösen
© Thüringer Polizei
Suhl - Die Kriminalpolizei Suhl hat nach umfangreichen Ermittlungen der Gruppierung "Saat des Bösen" einen herben Schlag versetzt. In den vergangenen Jahren ermittelten die Beamten immer wieder wegen schwerster Straftaten gegen die Gruppe. Ende 2016 trat die "Saat des Bösen" wieder in den Fokus der Ermittlungen.

Am 29.12. erstatte ein 17-jähriger Suhler Anzeige, weil er mehrere Wochen im Wohngebiet "Ilmenauer Straße" gefangen gehalten worden ist. Er gab an, dass er mit Handfesseln an einen Heizkörper gefesselt wurde. Zusätzlich hätten ihn mehrere Männer unter anderem mit glühenden Zigaretten verbrannt und verschiedene Körperteile mit brennbaren Flüssigkeiten überschüttet und angezündet. Außerdem haben die Männer den Jugendlichen mit einem Messer bedroht und verletzt. Er sagte zudem aus, dass er von zwei Kriminellen zum Verkauf von illegalen Betäubungsmitteln und zu Diebstählen im Suhler Stadtgebiet gezwungen worden ist. Bei diesen Straftaten war zumindest einer der Landespolizeiinspektion Suhl bekannten Tätern in unmittelbarer Nähe - er zwang den jungen Mann nach Beendigung der Straftaten in die Wohnung zurück. Dort wurde er dann wieder festgekettet.

Die Beamten der Kripo Suhl übernahmen noch am Tag der Aussage die Ermittlungen. Ein rechtsmedizinisches Gutachten bestätigte den geschilderten Tatablauf. Als die Ermittlungsergebnisse vorlagen, beantragte die Staatsanwaltschaft Meiningen Haftbefehle gegen die 18 und 21 Jahre alten Suhler, die der Gruppierung "Saat des Bösen" angehören.

Der 18-Jährige stellte sich am 31.12.2016 selbst der Polizei. In der Mitteilung der Kripo heißt es, dass er von der Fahndung wusste. Der Beschuldigte gab in seiner Vernehmung zu, weitere Straftaten begangen zu haben. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt und der Haftbefehl wurde sofort vollstreckt.

Mit Unterstützung des thüringischen Landeskriminalamtes konnte die Kripo Suhl auch den 21-jährigen Verdächtigen festnehmen. Er hielt sich über mehrere Wochen in einer Wohnung in der Otto-Bruchholz-Straße in Suhl versteckt. Der junge Mann wollte sich in der ersten Vernehmung nicht zu Vorwürfen äußern. Die Ermittlungsergebnisse reichten aber dennoch, um den Haftbefehl zu vollstrecken. Aufgrund der Vernehmungsergebnisse gehen die Beamten davon aus, dass die beiden jungen Männer noch eine Reihe weiterer Straftaten begangen haben. Zudem verdichteten sich die Hinweise auf einen dritten Täter.

Bei ihm soll es sich um einen 23-jährigen Suhler handeln. Er ist der Polizei bereits als Intensivtäter bekannt und gehört ebenfalls der "Saat des Bösen" an. Bereits vor seiner Verhaftung stand er unter Verdacht, der Haupttäter gewesen zu sein. Er hatte offenbar seine Stellung in der Hierarchie der Bande ausgenutzt, um andere Mitglieder zu Straftaten zu nötigen. Dabei handelte es sich um Eigentums-, Betäubungsmittel und Erpressungsdelikte. Spezialkräfte nahmen den 23-Jährigen am 22. Februar in Dillstädt fest. Auch gegen ihn wurde der Haftbefehl vollstreckt.

Alle drei Täter sitzen in verschiedenen Gefängnissen in Thüringen. Die Kripo Suhl hat eine Ermittlungsgruppe gebildet. Mittlerweile stehen mindestens fünf weitere Personen unter Verdacht. Sie waren an den Straftaten in unterschiedlicher Weise beteiligt. Sie stellten ihre Wohnungen als Versteck zu Verfügung, informierten die Täter und halfen ihnen.

Die Kripo Suhl ermittelt weiterhin rund um die Gruppe "Saat des Bösen" und verfolgt Straftaten. Unter der Telefonnummer 03681/32 14 66 nehmen die Beamten Hinweise entgegen.