Palästina mobile Schulen
© AFP 2017/ Abbas Momani
Nach Angaben der palästinensischen Behörden hat die israelische Regierung fünf mobile Gebäude beschlagnahmt, die als Schulen im Gebiet Jab al Zeb, östlich der Stadt Betlehem, genutzt wurden. Dies berichtet die palästinensische Agentur Wafa. Die Errichtung der Gebäude sei durch die EU finanziert worden.

Am Mittwoch müssten demnach 64 Schüler am Unterricht unter freiem Himmel teilnehmen.
​"Ich bin sehr enttäuscht. Statt Freude vom Beginn des Schuljahres zu empfinden, musste ich feststellen, dass die Schule, von der ich geträumt habe, nicht mehr existiert. Früher musste ich eine andere Schule besuchen, die sehr weit von meinem Haus liegt",
sagte Drittklässler Hasan Naif.


Israel habe, so Wafa, seine Entscheidung damit begründet, dass die Schulen ohne notwendige Lizenz errichtet worden seien. Örtlichen Bewohnern zufolge sind die Israelis während der Nacht gekommen und haben ihnen keine Möglichkeit gegeben, ihre Handlungen vor Gericht anzufechten.

Das palästinensische Außenministerium hat mitgeteilt, die israelische Regierung habe am Sonntagabend einen Kindergarten nahe Ostjerusalem abgerissen. Der Kindergarten habe dank einer EU-Finanzierung existiert. 25 Kinder unter fünf Jahren hätten ihn besucht.

Anfang Juni berichtete Der Standart, die EU habe dem UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) für dieses Jahr 82 Millionen Euro zugesagt. Brüssel helfe so nach eigenen Angaben bei der Finanzierung von knapp 700 Schulen und 140 Kliniken.

Am 11. Juni schrieb der Kurier, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Auflösung des UN-Hilfswerks für Palästinenser (UNRWA) gefordert. Dieses löse nicht die Probleme der palästinensischen Flüchtlinge, sondern verewige sie und stachele gegen Israel auf, so der Politiker. Vorausgegangen sei die Entdeckung eines Tunnels unter zwei von der Agentur betriebenen Schulen in dem von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen.