Das US-geführte Militärbündnis NATO wird voraussichtlich am Donnerstag die Entsendung von 3.000 Soldaten nach Afghanistan beschließen. Damit könnte die Zahl westlicher Truppen auf 20.000 steigen. Das wäre Teil einer langfristigen Bemühung, die Taliban zu besiegen und den Konflikt zu beenden.

Das neue NATO-Personal werde nicht an Kampfhandlungen teilnehmen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen NATO-Beamten. Die Soldaten sollen dabei helfen, neue Soldaten für die afghanische Armee und die Luftwaffe auszubilden. Das Ziel ist, die neue Afghanistan-Strategie des US-Präsidenten Donald Trump zu ergänzen.

"Wir haben beschlossen, die Zahl der Truppen zu erhöhen, um den Afghanen zu helfen, die Pattsituation zu überwinden sowie um den Taliban und den Aufständischen zu signalisieren, dass sie auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen werden", sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag vor einer Pressekonferenz.

Die NATO-Verteidigungsminister sollen den Einsatz in der zweiten Hälfte eines am Mittwoch beginnenden zweitägigen Gipfeltreffens genehmigen. Die Truppen würden ab Anfang 2018 eingesetzt werden, informierte ein NATO-Beamter.

Westliche Staaten scheinen entschieden zu sein, den Krieg in Afghanistan wieder fokussierter aufzunehmen. Seit der US-Invasion 2011 kämpft der Westen bisher vergeblich gegen die Taliban.


NATO-Generalsekretär Stoltenberg unterstrich angesichts eines Anschlags der Terrormiliz "Islamischer Staat" am Dienstag auf einen Fernsehsender in Kabul seine Entschiedenheit, afghanische Sicherheitskräfte mehr zu stärken.

Der US-Gesandte zur NATO, Botschafter Kay Bailey Hutchinson, sagte, das US-Ziel sei, den Taliban zu zeigen, dass sie den Krieg nicht gewinnen können.

Trumps Strategie in Afghanistan, die im August vorgestellt wurde, beruht auf der Bereitstellung von mehr Truppen, einer stärkeren afghanischen Armee, der Unterstützung durch regionale Verbündete wie Indien und einem härteren Umgang mit Pakistan. US-Beamte behaupten, dass Pakistan den Taliban und anderen extremistischen Gruppen Zuflucht und Unterstützung gewährt, was Pakistan bestreitet.

Wir möchten, dass Pakistan mit positiven Bemühungen hilft, Afghanistan zu stabilisieren", kommentierte Hutchinson. Verschiedene NATO-Bündnispartner versprachen den USA, dass sie die afghanische Armee bis 2020 mit rund drei Milliarden US-Dollar unterstützen werden. Das Geld soll auch dazu dienen, eine Luftwaffe aufzubauen.

Die Trainingsmission der NATO in Afghanistan würde laut Stoltenberg auf 16.000 Soldaten steigen. Etwa die Hälfte der zusätzlichen Truppen käme aus den Vereinigten Staaten und der Rest von NATO-Verbündeten.

Der US-General John Nicholson, Kommandeur der "Resolute Support"-Mission und der US-Streitkräfte in Afghanistan, sagte im Februar, dass ein paar Tausend weitere Truppen einen Unterschied im Kampf gegen den IS machen würden.

Ungefähr 11.000 US-Truppen dienen in Afghanistan, sagte das Pentagon im August. Der US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte im September, dass mehr als 3.000 zusätzliche US-Truppen nach Afghanistan geschickt werden.

Reuters behauptet, dass die westlichen Truppen im Land zusammengefasst auf eine Zahl von über 20.000 kommen könnten.