Wissenschaft und TechnologieS


Ice Cube

Urzeitliche Mikroben in einem der kältesten und isoliertesten Ökosysteme der Erde entdeckt

In einem der kältesten und isoliertesten Ökosysteme der Erde, dem antarktischen Vidasee, haben US-Forscher im Wasser unter einer 20 Meter dicken Eisschicht vitale urzeitliche Mikroben entdeckt. Hier leben die Bakterien in völliger Dunkelheit, ohne Sauerstoff in stark salzhaltigem Wasser bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und könnten so Einblicke in mögliches Leben unter vergleichbaren extremen Bedingungen auch jenseits der Erde ermöglichen.
Bakterien Antarktis
© Christian H. Fritsen, Desert Research Institute Bakterien aus dem seit mehr als 3.000 Jahren von der Außenwelt isolierten antarktischen Vidasee.
Reno (USA) - Der größtenteils zugefrorene Lake Vida ist der größte See in den antarktischen McMurdo-Trockentälern und weist den weltweit höchsten Stickstoffoxid-Gehalt in einem natürlichen Gewässer auf. Das laugenartige Wasser selbst besitzt zudem einen im Vergleich zu normalem Meerwasser etwa sechs mal höheren Salzgehalt bei Temperaturen von durchschnittlich minus 13,5 Grad Celsius auf.

Chalkboard

Hunde lernen und generalisieren Objekte und deren Namen anders als Menschen

Border Collie verbindet den Namen eines Objekts mit dessen Größe und nicht mit der Form

Hund, Collie
© Sally SmithWortzuordnung beim Hund. Ist die Form entscheidend?
Hunde lernen neue Wörter anders als wir Menschen: Hören Kinder eine neue Bezeichnung für einen Gegenstand, merken sie sich als erstes die typische Form dieses Objekts. Sie schließen daraus beispielsweise, dass ein Ball immer rund ist. Hunde dagegen orientieren sich vor allem an der Größe, teilweise auch an der Textur eines Objekts, wie Tests britischer Forscher ergaben. Hatte der Border Collie Gable einmal gelernt, dass ein gebogenes, weiches Spielzeug einer bestimmten Größe "Dax" hieß, waren für ihn auch andere, gleichgroße Objekte ein Dax - selbst wenn ihre Form deutlich vom Vorbild abwich. Das zeige, dass der Hund Objekte und ihre Namen auf andere Weise lerne und generalisiere als der Mensch, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "PloS ONE".

"Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, dass es einen qualitativen Unterschied darin gibt, wie ein Hund ein Wort versteht und wie es ein Mensch tut", schreiben Emile van der Zee von der University of Lincoln und seine Kollegen. Dass Hunde die Namen von Objekten lernen können und auf Zuruf beispielsweise das richtige Spielzeug apportieren, hat bereits vor einigen Jahren der Border Collie Rico belegt. Nach längerem Training kannte er mehr als 200 verschiedene Bezeichnungen, wie die Forscher berichten. Unklar sei aber bisher gewesen, ob die Hunde Wörter in der gleichen Weise begreifen wie beispielsweise kleine Kinder.

Bizarro Earth

Wie zunehmende Trockenheit Baumarten weltweit gefährdet

Wassertransport im Stamm reißt bei 70 Prozent der untersuchten Arten schnell ab
Baum, Rotbuche
© Dr. Hervé Cochard (INRA, Clermont-Ferrand, France)Rotbuchen im Winter, aufgenommen in Frankreich, diese Art könnte in einigen Regionen zukünftig verschwinden.
Viele Baumarten haben kaum Puffer gegenüber zunehmender Dürre: Schon bei leicht trockenerem Klima reißt der Wassertransport in ihren Gefäßen ab. Das hat ein internationales Forscherteam unter Leitung von Steven Jansen von der Universität Ulm festgestellt. Demnach haben 70 Prozent der 226 getesteten Baumarten nur sehr geringe Sicherheitsreserven. Besonders bei Laubbäumen und Kiefern liege die Schwelle, bei der die Wasserversorgung der Blätter abreiße, nur wenig unterhalb der heutigen Bedingungen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature".

Dieses Ergebnis zeige, dass Wälder weltweit und in allen Klimazonen stärker durch den fortschreitenden Klimawandel gefährdet sein könnten als bisher gedacht. Denn ihre Anfälligkeit hänge eher von den jeweiligen Baumarten ab als von der jetzigen Niederschlags-Situation.

Post-It Note

Midlife-Crisis bei Menschenaffen entdeckt - Hinweise auf biologische Wurzeln des Phänomens

Wissenschaftler zeigen:Orang-Utans und Schimpanse sind unzufrieden im mittleren Alter
Orang Utan
© Kabir Bakie / CC-by-sa 2.5Lebensraum der Orang-Utans ist der Regenwald
Die Midlife-Crisis ist offenbar keine Erfindung des Menschen: Auch Schimpansen und Orang-Utans sind in ihrer Lebensmitte unzufriedener und unglücklicher als in ihrer Jugend und im Alter. Das zeigt eine groß angelegte Studie eines internationalen Forscherteams. Die Wissenschaftler hatten Betreuer von insgesamt 508 Menschenaffen unterschiedlichen Alters nach deren psychischem Zustand befragt. Das Ergebnis: Affen im Alter von rund 30 Jahren wurden von ihren Betreuern als am unglücklichsten eingestuft. Ihr Wohlbefinden zeige damit ähnlich wie beim Menschen eine typische Senke im mittleren Alter, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences". Das deute darauf hin, dass die Midlife-Crisis möglicherweise auch biologische Wurzeln habe und nicht allein auf Faktoren im menschlichen Leben beruhe.

Info

Weißer Geruch: Das weiße Rauschen des Geruchsinns

Kombination vieler gleich starker Komponenten kann andere Düfte neutralisieren

Ähnlich wie es weiße Farbe und ein weißes Rauschen gibt, existiert auch ein "weißer Geruch": Ein Duft, der alle Kanäle unseres Geruchssinns belegt und andere Gerüche neutralisiert. Das haben israelische Forscher in einem Experiment herausgefunden. Dafür mischten sie zahlreiche Duftkomponenten so zusammen, dass sie alle die gleiche Intensität hatten und breit über das Spektrum der vom Menschen wahrnehmbaren Geruchsqualitäten verteilt waren.
Riechen, Geruch
© SXCRätsel Riechen
Ab etwa 30 solcher Komponenten konnten Probanden diese Mischungen nicht mehr auseinanderhalten - sie rochen für sie auch dann gleich, wenn sie aus völlig verschiedenen chemischen Bestandteilen zusammengesetzt waren. Selbst die markanten Duftstoffe der Rose seien völlig maskiert worden, wenn sie mit zahlreichen anderen zu einem solchen weißen Geruch zusammengemischt wurden, berichten die Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences. Dies belege, dass ein solcher weißer Reiz nicht nur beim Sehen und Hören existiere, sondern auch beim Geruch.

Info

Lehrbuchmeinung widerlegt: Erster Nachweis von Kannibalismus unter Pflanzen

Biologen der Universität Bielefeld haben eine überraschende Entdeckung gemacht und wiesen erstmals nach, dass die Grünalge Chlamydomonas reinhardtii nicht nur Photosynthese betreibt, sondern ihre Energie zum Wachsen alternativ auch aus anderen Pflanzen ziehen kann. Die ungewöhnliche der bisherigen Lehrmeinung widersprechende Erkenntnis könnte in Zukunft auch einen großen Einfluss auf die Gewinnung von Bioenergie haben.
Alge
© uni-bielefeld.de Die Alge Chlamydomonas reinhardtii.
Bielefeld (Deutschland) - Wie die Forscher um Professor Dr. Olaf Kruse aktuell im Fachjournal Nature Communications berichten, galt bislang, dass nur Würmer, Bakterien und Pilze pflanzliche Zellulose verdauen und sie so als Kohlenstoffquelle zum Wachsen und Überleben nutzen können. Pflanzen hingegen betreiben Photosynthese aus Kohlendioxid, Wasser und Licht.

Question

NASA: Überprüfung eines historischen Fundes auf dem Mars - keine Preisgabe von Informationen

Bild
© NASA
Die NASA überprüft derzeit einen Fund, der laut dem Curiosity-Leiter "in die Geschichtsbücher eingehen könnte." Über die Art des Fundes will er keinerlei Angaben machen, da man eine Kontaminierung nach den letzten Fehlschlägen nicht ausschließen könnte. Die Untersuchung wird mehrere Wochen dauern.

In letzter Zeit ist es relativ ruhig rund um den Mars-Rover Curiosity geworden, doch das könnte lediglich die bekannte "Ruhe vor dem Sturm" sein. Denn laut einem Bericht von NPR arbeitet die NASA derzeit an der Evaluierung einiger Daten, die "in die Geschichtsbücher eingehen könnten." Der einzige Haken hierbei ist, dass selbst die NASA ihren Ergebnissen noch nicht traut. So hatte der SAM-Sensor (Sample Analysis at Mars) bereits einmal scheinbar Methan am Mars entdeckt, ein möglicher Hinweis auf Lebensformen. Im Endeffekt entpuppte sich die Entdeckung allerdings als falsch, da der Sensor verunreinigt war und vermutlich einige Reste von der Erde mitgetragen hatte.

Solar Flares

Neue Theorie beschreibt geneigte Bahnebene der Planeten als Hinweis auf zweite Sonne in unserem Sonnensystem

Mit einer neuen Theorie beschreibt ein US-Astronom, wie ein junger Stern entstehende Planetensysteme derart beeinflussen kann, dass die Bahnebenen ihrer Planeten im Verhältnis zur Ebene des Zentralgestirns geneigt wird. Sollte sich diese Theorie bestätigen, könnte auch die um 7 Grad gegen die Äquatorebene der Sonne geneigte Bahnebene unserer Planeten auf eine einst zweite Sonne des Sonnensystems hindeuten.
Sonnensystem
© NASAFehlt hier eine "zweite Sonne"? Künstlerische Darstellung der protoplanetaren Scheibe um die junge Sonne.
Cambridge (USA) - Grundlage der Theorie ist eine Entdeckung, die 1995 Wissenschaftler verblüffte, als Schweizer Astronomen den ersten sogenannten "hot Jupiter" entdeckten. Heiße Jupiter umkreisen ihren Stern auf derart ungewöhnlich dichten Bahnen, wie dies anhand der bis dahin gültigen Theorie zur Entstehung von Planeten aus protoplanetaren Scheiben heraus eigentlich für unmöglich gehalten wurde, da derart große Planeten laut dieser Vorstellung sehr viel weiter von ihren Sternen entfernt entstanden sein sollten. Mittlerweile sind zahlreiche "hot Jupiter" bekannt und Astrophysiker erklären diese mittlerweile mit der Vorstellung, dass diese Gasriesen nach innen und damit durch die protoplanetare Scheibe in Richtung ihrer Zentralgestirne gewandert sind.

Jupiter

Seltene Beobachtung eines Super-Jupiters bietet Schlüsselinformation für Planetenentstehung

Seltene direkte Beobachtung des Gasriesen mit der 13-fachen Masse des Jupiter um den Stern Kappa Andromedae wirft neues Licht auf Planetenentstehung
Super-Jupiter
© naoj / subaru / j. carson (college of charleston) / t. currie (university toronto)Zwei Falschfarben-Abbildungen des κ And-Systems, aufgenommen mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii, zeigt Super-Jupiter κ And b jeweils oben links. Der Großteil des Lichts des Muttersterns, auf den das Bild zentriert ist, wurde durch Bildverarbeitung herausgefiltert. Die Flecken rund um die Scheibe sind Resteffekte des herausgerechneten Sternenlichts.

Linkes Bild: Aufnahme im Nahinfrarotlicht (Wellenlängen 1,2 bis 2,4 Mikrometer).

Rechtes Bild: "Signal-zu-Rauschen"-Karte für die Abbildung links. Je weißer ein Fleck, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich nicht um einen zufälligen Störeffekt handelt, sondern dass dort tatsächlich ein Himmelskörper zu sehen ist.
Bislang haben Astronomen knapp 850 Exoplaneten entdeckt, direkt beobachtet wurde davon aber nur eine Hand voll. Der Großteil der Nachweise gelangen indirekt über minimale Pendelbewegungen der Muttergestirne oder deren Helligkeitsänderungen beim Vorbeiziehen eines Planeten. Grund dafür ist, dass Sterne ungleich heller sind als ihre Planeten und ihre Planeten schlicht überstrahlen. Nun ist einem internationalen Astronomenteam mit dem Subaru-Spiegelteleskop auf dem Gipfel des Mauna Kea (Hawaii) die seltene Aufnahme eines 168 Lichtjahre entfernten "Super-Jupiters" gelungen, der den massereichen Stern κ Andromedae, ein sogenannter Unterriese, umkreist.

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Multitasking eines Kraken: Nahrung stehlen und Hai in Schach halten

Gelebtes Multitasking: Ein Video aus einem südafrikanischen Meeresforschungsinstitut macht staunen

Nur die Banjo-Musik gegen Ende hätte es vielleicht nicht unbedingt gebraucht - immerhin erleben wir hier weniger Slapstick als ein weiteres Beispiel für die erstaunlichen Fertigkeiten von Kraken. Das Video wurde in einem Aquarium des Meeresforschungsinstituts der Universität Kapstadt angefertigt. Es zeigt einen Kraken, der sich geschickt einen verschlossenen Behälter mit Nahrung aneignet ... so weit, so gut. Was die Kopffüßer diesbezüglich zu leisten vermögen, wissen wir schon. Dieser hier ist aber besonders souverän: Während des durchaus komplizierten Vorgangs hält er mit einem Tentakel auch noch ganz beiläufig einen lästigen Katzenhai fern. Das ist Multitasking!



(red)