
© dpaMutig in Moskau: Ein Mann, der sich für die Rechte Homosexueller stark macht, hält einen hasserfüllten, maskierten Jugendlichen per Fußtritt in Schach
Russland lässt "Schwulenpropaganda" per Gesetz verbieten - und stachelt damit die eigene Bevölkerung zum Hass an. Tatsächlich müssen am Tag der Verkündung Homosexuelle in Moskau um ihr Leben rennen.Dutzende Jugendliche, die sich am Dienstagvormittag vor dem Gebäude des russischen Parlaments versammeln, sehen kräftig und aggressiv aus. Einige von ihnen tragen Masken, Uniform in Tarnfarben und schwere Stiefel. Das Ziel ihres Hasses ist eine kleine Gruppe von Aktivisten für Rechte von Schwulen und Lesben.
An diesem Tag diskutiert die Staatsduma über das Gesetz, das "Schwulenpropaganda" verbieten soll. Die Gegner des Gesetzes wollen mit einem "Tag der Küsse" gegen Homophobie protestieren. Sie werden von radikalen Orthodoxen sofort angegriffen und mit faulen Eiern beworfen. Der Streit zwischen den beiden Lagern geht los "Russland ist ein weltlicher Staat", ruft einer. "Nein, Russland ist ein
christlich-orthodoxer Staat", schreit sein Gegner.
Die Polizei mischt sich lange nicht ein, dann fängt sie an, die LGBT-Aktivisten festzunehmen. "Sodomisten raus aus Russland!", "Erwürge den Schwulen, wie der heilige Georg den Drachen", ruft die Menschenmenge. Als der Polizeibus mit den festgenommenen Aktivisten wegfährt, beginnen die aggressiven Jugendlichen eine regelrechte Jagd auf die verbliebenen Schwulen.
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