Das Kind der GesellschaftS


Dollars

Bakterien auf ukrainischem Geld gefunden - verursachen Tuberkulose, Lungenentzündung, Milzbrand und Pilzkrankheiten

Ukrainische Wissenschaftler haben auf der ukrainischen Landeswährung Mikroorganismen entdeckt, die Tuberkulose, Lungenentzündung, Milzbrand und Pilzkrankheiten verursachen.
Ukrainische Währung
© Flickr.com/9seconds/cc-by-nc-sa 3.0
"Wir haben erwartet, dass Banknoten schmutzig sind, konnten uns aber nicht vorstellen, inwieweit", sagte die Mitarbeiterin des Kiewer Instituts für ökologische Sicherheit, Katerina Garkawa.

Pistol

Krieg zwischen Rockerbanden: Tatort Halle

hells angels, rocker
© dpa
Bei einer Schießerei im Stadtteil Halle Trotha ist am Samstagabend mindestens ein Mann schwer verletzt wurden. Die Tat ereignete sich vor einem mit den “Hells Angels” sympathisierenden Rockerclub.

Halle - In Halle ist der Krieg unter verfeindeten Rockerbanden am Sonnabend offenbar wieder aufgeflammt. Vor einem mit den gefürchteten Hells Angels sympathisierenden Motorradclub im Stadtteil Trotha ist aus einem fahrenden Auto heraus gegen 19.30 Uhr auf einen 22-Jährigen geschossen worden. Der Mann wurde laut Polizei am Oberarm so schwer verletzt, dass er operiert werden musste. Er konnte deshalb noch nicht vernommen werden. Mario Sormes, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, sagte, dass man „in alle Richtungen ermittle“. Ob rivalisierende Rockerbanden hinter der Schießerei in der Köthener Straße stecken, wollte Sormes am Sonntag weder bestätigen noch dementieren. Erst am Montag soll es dazu weitere Informationen geben.

Tatort mit Spezialkamera gefilmt

Während der schwer verletzte 22-Jährige mit einem Rettungshubschrauber in ein hallesches Krankenhaus geflogen wurde, rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Die Köthener Straße wurde komplett gesperrt. Mit einer Spezialkamera haben Kriminaltechniker den gesamten Tatort gefilmt. Auf diese Weise sind Aufnahmen entstanden, die später immer wieder am Computer bis ins kleinste Detail ausgewertet werden können - selbst im Gerichtssaal. Auch mit einem Metalldetektor waren die Kriminaltechniker in der Köthener Straße unterwegs. Mit Hilfe dieser Technik konnten sie mehrere Patronenhülsen sicherstellen. Zudem fanden sie Reifenspuren, die offenbar zu dem unbekannten Auto gehören, aus dem geschossen wurde.

V

Massendemonstrationen in Brasilien: Tausende Menschen protestieren gegen die Regierung

Bei Massenprotesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und Korruption vor der Fußball-WM gehen in Brasilien Hunderttausende auf die Straße. Politik und Fifa versuchen noch, das Problem kleinzureden.
Demonstrationen,Aufstände, Brasilien
© AFPViele tausend Brasilianer gingen gegen die Regierung auf die Straße. Wie hier in der Hauptstadt Brasilia, bringen sie vor allem ihre Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen Lebensverhältnissen zum Ausdruck.
Die Demonstrationen gegen zu hohe Ausgaben für die Fußball-WM 2014 und gegen gestiegene Lebenshaltungskosten in Brasilien haben sich zur größten Protestbewegung seit gut 20 Jahren ausgeweitet.

Landesweit gingen mehr als 200.000 Menschen auf die Straße, rund die Hälfte von ihnen in Rio de Janeiro. Dort sowie in Belo Horizonte lieferten sich Demonstranten und Polizei Straßenschlachten, in der Hauptstadt Brasilia kletterten etwa 200 Demonstranten auf das Dach des Parlaments.

Heart - Black

Vergewaltiger stellten Tat auf Facebook ein: Schülerin erhängte sich

Ein 15 Jahre altes Mädchen hat sich das Leben genommen, nachdem sie auf einer Party vergewaltigt wurde und ihre Peiniger Bilder der Tat auf Facebook gestellt hatten.
facebook, auge, reflektion
© Daniel Reinhardt/dpa
Die 15-jährige Audrie Pott durchlebte zwei Albträume hintereinander: Das Mädchen aus Saratoga in Kalifornien wurde auf einer Party von Mitschülern vergewaltigt. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, stellten ihre Peiniger auch noch Bilder der Tat in das Online-Netzwerk Facebook. Audrie sah keinen Ausweg mehr und erhängte sich. Kurz bevor sie sich das Leben nahm, soll sie auf ihr Facebook-Profil geschrieben haben: "Die ganze Schule weiß es ... Mein Leben ist ruiniert." Das berichtet die Onlineausgabe der Daily Mail.

Sieben Monate danach steht die Tat nun offenbar vor der Aufklärung. Die Polizei hat drei Teenager im Alter von 16 Jahren festgenommen. Zwei davon sollen auf Audries Schule gewesen sein.

Hearts

Erstes Schwulenehepaar in Straßburg nach Gesetzerlassung

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© AFPYves Lorentz (links) and Patrice Strub jubeln auf dem Balkon des Straßburger Rathauses.
Yves Lorentz und Patrice Strube feiern ihre Eheschließung auch als Sieg für die Gleichheit.

Strassburg. Sie sind im Hof des Straßburger Rathauses aus einer pinkfarbenen Stretchlimousine gestiegen, haben, von ihren Familien und Freunden bejubelt, Hand in Hand den Trausaal betreten und sich wie andere Paare das Jawort gegeben. Und dennoch sind Yves Lorentz und Patrice Strub kein gewöhnliches Paar. Oberbürgermeister Roland Ries hat die beiden am Samstag als erstes homosexuelles Paar in seiner Stadt getraut. Vor wenigen Wochen erst, am 23. April, hatte die Pariser Nationalversammlung ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. "Dies ist das Ende eines langen demokratischen Prozesses, es ist ein Sieg der Gleichheit der Rechte für jeden Bürger", betonte Ries in seiner Hochzeitsansprache.

In Frankreich wurde das Recht für die Ehe zwischen Partnern gleichen Geschlechts in monatelangem Ringen zwischen bürgerlich konservativen Kreisen und der Linken aufs Heftigste erkämpft. Die Proteste dagegen waren massiv. Dass ihre Partnerschaft nun vom Staat als rechtmäßige Ehe abgesegnet ist, gilt dem Liebespaar aus Straßburg auch als persönlicher Sieg. "Wir haben selbst lange dafür gestritten, dass wir heute hier stehen können", sagte Yves Lorentz (41). Ihm und seinem Lebenspartner (31) sieht man an: Sie sind glücklich und stolz. Lorentz ist der Vorsitzende von Festigays, einem Verein, der Straßburgs Parade der Homosexuellenszene organisiert. Strub ist ihr Schatzmeister. "Anderswo auf der Welt wandern Menschen wegen ihrer sexuellen Ausrichtung ins Gefängnis", sagte Strub nach der Trauung. "Wir haben das Glück, dass wir es einfach tun können." Da glitzerten die Tränen in Lorentz’ Augen und in denen seiner 21-jährigen Tochter aus erster Ehe. Sie hat den Vater als Trauzeugin in den neuen Lebensabschnitt begleitet. In diesem Moment bricht die Hochzeitsgesellschaft im Saal des Stadtpalais’ neben der Straßburger Oper in Jubel aus.

Blackbox

Rückschau Unbekannter drohte im Internet mit Amoklauf in Straßburg - Keine Spur auf Täter

Ein Unbekannter hat im Internet einen Amoklauf in einem Gymnasium in der Gegend um Straßburg angekündigt. Die Behörden reagierten für den angekündigten Tag, den Freitag, mit massiven Sicherheitsvorkehrungen. Vom Täter fehlt bislang jede Spur.

Strassburg - Ein Großaufgebot der Polizei hat am Freitag 59 Gymnasien in der Gegend von Straßburg abgesichert. Mehr als 750 Polizisten waren im Einsatz, dutzende Streifen patroullierten um die Schulen, Schüler wurden am Eingang kontrolliert.

Ein massives Polizeiaufgebot sicherte am Freitag die Schulen im Unterelsass. Foto. EUDOXIO / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Auslöser des Einsatzes war eine anonyme Drohung im Internet. Wie mehrere Medien, darunter die badische Zeitung und Focus Online berichten, hatte ein Unbekannter am Dienstagabend auf einer französischen Spieleseite angekündigt, am Freitag das „letzte Kapitel“ seines Lebens zu schreiben in einer bestimmten Stadt wo sich ein bestimmtes Gymnasium befinde. Das Leben vieler Menschen, darunter seines, werde an dem Tag enden, fügte er hinzu. Er sei im Besitz eines Jagdgewehrs und wisse, wie man es bediene.

Arrow Down

Respektlosigkeit von Eltern gegenüber Kindern: Bloßstellung der Kinder im Internet

public shaming
© screenshot: reasonsmysoniscryingDer neueste Fall von öffentlichem Shaming: "Reasons my son is crying"
Videos, Posts und Fotos können zu rechtlichen und moralischen Problemen werden

25 Millionen Views und fast 32.000 Kommentare. So die Bilanz eines Ausschnitts aus der Sendung des US-Comedians Jimmy Kimmel. Kurz nach Halloween forderte er Zuseher auf, Reaktionen ihrer Kinder aufzunehmen, wenn ihnen mitgeteilt wird, dass alle zu Halloween gesammelten Süßigkeiten bereits aufgegessen wurden. Die Social Media Kanäle waren in der ersten Novemberwoche 2012 voll von Jimmy Kimmels lustigen Videos. Auch zu Weihnachten, als man den Kindern Kartoffeln und leere Pappkartons statt Spielzeug und Süßigkeiten schenkte, waren Jimmy-Kimmel-Zuschauer und YouTube-User ob der Lustigkeit der eingesendeten Videos entzückt.

Doch wie weit können Eltern moralisch und rechtlich gehen, wenn es um das Bloßstellen ihrer Sprösslinge geht? Die Antwort darauf ist schwieriger zu finden, als man denkt.

Veröffentlichung von "lustigen" Kindervideos

Im Fernsehen hat man so etwas schon vor Jahrzehnten vorgesetzt bekommen. In Zeiten von Social Media werden solche "lustigen" Videos aber ungehemmt und immer wieder millionenfach geteilt. Eines der besten Bespiele aus dieser Kategorie ist "David after dentist". David, ein kleiner Junge aus den USA, hat nach einem Zahnarzt-Termin, benommen von der Narkose, etwas wirre und zugegebenermaßen witzige Aussagen von sich gegeben. Davids Vater hatte in diesem Augenblick, als sich die Szenen am Rücksitz seines Wagens abspielten, die Kamera oder das Smartphone gezückt und ein Video davon aufgenommen. Daran ist an sich nichts auszusetzen, denn Videos von Kindern zu Erinnerungszwecken sind nichts Ungewöhnliches. Anders ist das aber, wenn der Vater das Video nicht in die Schublade schiebt, wo sämtliche Familienalben zu finden sind, sondern dieses auf YouTube öffentlich teilt.

Verhängnis

Der neueste Fall, der durch die Social Media Kanäle und diverse Tech-Medien kursiert, ist "Reasons my son is crying". In diesem Tumblr-Blog stellt ein Vater Fotos seines zweijährigen Sohnes zur Schau, in denen der Junge weint. Versehen werden die Fotos zusätzlich mit scheinbar witzigen Kommentaren. Was Erwachsene im ersten Moment schrecklich komisch finden, kann Kindern irgendwann zum Verhängnis werden - und den betroffenen Eltern auch.

Yoda

Raucher demonstrieren gegen Rot-Grün Gesetz in NRW

4000 Menschen kamen am Samstag in Düsseldorf zu einer Demonstration „Pro Rauchen“ zusammen: vor allem Kneipenwirte, Schützenvereinsmitglieder und Karnevalisten.
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© Ralf Rottmann / WAZ FotoPoolIn Düsseldorf demonstrierten am Samstag viele Menschen gegen das Rauchverbot in Kneipen. Mit Plakaten und Helmut-Schmidt-Masken zogen sie durch die Innenstadt.
Düsseldorf - Reinhold Rehfus raucht seit 60 Jahren, und als politische Tat hat er das eigentlich nie begriffen, aber an diesem Mittag gegen 12.14 Uhr ist es soweit: So demonstrativ, dass fast der Rhein stehen bleibt zum Gucken, steckt Rehfus sich eine Zigarre an - jetzt und hier ist es eine Stellungnahme.

„Ich habe noch nie demonstriert“, sagt der 75-Jährige, ein früherer Wirt, „aber was die diesmal mit uns machen...“ Und erinnert sich, als er ein junger Mann war „und in der Kneipe roch es nicht nach Qualm, da sagte man, nichts los, und ging weiter“.

Demonstration der Glutbürger

Aber das war ganz früher. Gute alte Zeit, würden bestimmt diejenigen sagen, die an diesem Wochenende in Düsseldorf demonstrieren. 3500 Menschen, vielleicht 4000: gegen das Rauchverbot in Kneipen und Schützenzelten.

Wirte haben aufgerufen zu der Demo, Schützen- und Karnevalsvereine, und jetzt sind manche der Menschen eher witzig drauf und andere nur noch sauer.

Doch eines nach dem andern: Da steht also eine „Fan-Gemeinschaft Helmut Schmidt“ und gibt entsprechende Gesichtsmasken aus, während andere dem Johannes-Rau-Denkmal - historisch korrekt - eine brennende Zigarette zwischen die Finger fummeln. Dort verteilen junge Männer Flugblätter, „Hausverbot für Grünen-Mitglieder“, und eine vierte Gruppe steigert sich gerade schaudernd in die Vorstellung hinein, was es in der „Gouvernantenrepublik Deutschland“ demnächst alles nicht mehr gibt: „Salz, Zucker, Fett, Fleisch, Alkohol, Kakao, Currywurst . . .“ Vision Müsli. Zukunft, dein Name ist Tofu.

Briefcase

Jugendlicher löste Polizeieinsatz aus: Angekündigter Amoklauf über YouTube der keiner war

Weit über das Ziel hinausgeschossen ist ein 17-Jähriger aus Würzburg. In einem Youtube-Video hatte er einen Amoklauf angekündigt, um seinen Battle-Gegner zu übertrumpfen. Jetzt droht ihm eine Anzeige.

Würzburg - Ein 17-Jähriger hat in einem Lied auf der Internetplattform YouTube einen Amoklauf in seiner ehemaligen Schule in Würzburg angekündigt. Wie die Polizei mitteilte, war ein Lehrer des Gymnasiums auf das Video gestoßen, in dem ein Amoklauf angedroht und mehrere Lehrer der Schule namentlich benannt wurden. Der Lehrer verständigte die Schulleitung und diese die Polizei.

Am Sonntag stellten die Beamten den Jugendlichen im Haus seiner Eltern zur Rede. Der Junge gab an, dass er nur ein sogenannten Battle, einen Wettstreit, mit einem Gegner ausgetragen habe und ihn übertrumpfen wollte. Das Ganze sei nicht ernst gemeint gewesen. Nach Ansicht der Polizei war ein Amoklauf zu keiner Zeit geplant.

V

Solidarität für türkische Bürger: Mahnwache in Berlin vor Botschaft

Die Auseinandersetzungen in der Türkei wirken anziehend: Dutzende deutsche Aktivisten unterstützen inzwischen vor Ort die Demonstranten in Istanbul.

Berlin - Sein Freund saß in Istanbul auf der Straße. Erst kam der Strahl des Wasserwerfers, dann wurden zwei Kartuschen Pfefferspray über ihm entleert, bis er ohnmächtig wurde. Anton Pieper war dabei, als es in Istanbul in den vergangenen Tagen zu massiven Übergriffen der Polizei kam. Zehn Tage Urlaub hatte sich der Menschenrechtsaktivist genommen, um seine Freunde in der Türkei zu unterstützen - hat Wasser geschleppt, Gasmasken verteilt, Essen gereicht. „Dafür muss man kein Türkisch können“, sagt Pieper.

In Internetvideos hatte er zuvor alte Bekannte wiedererkannt, die von der Polizei verprügelt wurden. Bei Protesten 2009 gegen die Weltbank hatte Pieper sie in Istanbul kennengelernt - auch damals schon war es zu massiven Polizeieinsätzen gekommen. Kurz entschlossen stieg Pieper nun wieder ins Flugzeug, um zu helfen. „Es ist für Leute sehr wichtig, zu sehen, dass die Menschen auch aus dem Ausland zu ihnen kommen, weil es ihren Protest aufwertet. Viele wissen aufgrund der Medienzensur in der Türkei gar nicht, wie ihr Protest aufgenommen wird“, sagt Pieper.

Der Konflikt rund um den Taksim-Platz ist längst zum Anziehungspunkt für AktivistInnen aus Deutschland geworden. Einige Dutzend sind inzwischen vor Ort. Felix Hartung hatte erst am Mittwoch in Berlin eine Podiumsdiskussion zu den Protesten in der Türkei organisiert, bei der 300 Euro Spendengelder zusammenkamen. Am Donnerstag saß Hartung im Flugzeug, am Freitag finanzierten die Spenden ein großes Frühstück für die AktivistInnen im Gezi-Park.