Das Kind der GesellschaftS


Blackbox

Bombenfund bei Gartenarbeit: Ausgegraben und in der Küche gewaschen

Carole Longhorn aus Melton Constable fand bei der Gartenarbeit letzte Woche eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Die 65-jährige Britin grub die Bombe aus und brachte sie in ihre Küche.

Für den Fall, dass sie explodiert, legte die Frau sicherheitshalber eine Plastikschale über die Bombe. Dann reinigte sie sie in ihrem Waschbecken vom Dreck.

V

Beginn einer neuen Bewegung? Istanbuls Bürger demonstrieren gegen die prowestliche Außenpolitik und die Restriktionen Erdogans

Istanbul - Wer einige Zeit durch die Straßen Istanbuls geht stellt schon auf den ersten Blick fest, dass in dieser riesigen Metropole Welten aufeinandertreffen. Glaspaläste und moderne Einkaufszentren stehen neben den kargen Arbeiterwohnblöcken, Moscheen neben Diskotheken. Kräne ragen in den Himmel, überall wird gebaut.
Istanbul, Taksim
© HintergrundIstanbul, am 6. Juni - die zum Taksim führende Einkaufsmeile. Man kann unmöglich zählen, wie viele Menschen sich an den Demonstrationen insgesamt beteiligen, denn jede Seitenstraße ist voll, es ist ein Kommen und Gehen.
Ministerpräsident Erdogans Vorliebe für ausufernde Bauprojekte war es denn auch, mit der Ende vergangener Woche alles begann. Den Umbau des am Taksim-Platz gelegenen Gezi-Parks wollten viele nicht hinnehmen, die brutale Räumung der Protestierenden brachte das Fass zum Überlaufen. Zehntausende fingen an, sich den Taksim-Platz anzueignen, die Polizei wurde in tagelangen militanten Auseinandersetzungen dazu gezwungen, das Gebiet zu räumen. Dutzende, teils meterhohe Barrikaden aus Steinen, Metallgittern, ausgebrannten Bussen und Polizeifahrzeugen stehen immer noch an den Zufahrtsstraßen zum Taksim und werden von den Platzbesetzern Nacht für Nacht bewacht.

Kommentar: Weiterführende Informationen über die Polizeibrutalität und das Stillschweigen in den türkischen Medien finden Sie hier:
Mehr Tote bei Aufständen in der Türkei - Polizeibrutalität und Stillschweigen in den türkischen Medien


Light Sabers

Saatgutkrieg: US-Weizenbauern wollen mit Sammelklage gegen Monsanto zurückschlagen

Reuters meldet gerade, dass einige Weizenbauern am Donnerstag in den USA zusammen mit dem Center for Food Safety Monsanto verklagt haben. Eine Petition auf Zulassung einer Sammelklage, an der sich andere Bauern der USA beteiligen können, wurde bei einem Bezirksgericht in Washington eingereicht.
Monsanto
© Deesillustration
Die Begründung: Der Biotech-Konzern soll es versäumt haben, die Bauern und deren Ernten gegen die Verunreinigung mit nicht genehmigtem gen-veränderten Saatgut zu schützen.

Das bezieht sich auf die Entdeckung einer bislang nicht genehmigten Sorte, über die an dieser Stelle vor einer Woche berichtet wurde. Japan stoppte daraufhin seine Weizenimporte aus den USA, die EU, Südkorea und die Philippinen verschärften die Einfuhr-Kontrollen. Asien kauft 30-40% des weltweit gehandelten Weizens.

2 + 2 = 4

Das Beste aus dem Web: Die Wahrheit über Vegetarismus

Der Mythos der vegetarischen Lebensweise besagt, dass der Verzicht auf Fleisch zu einer nachhaltigen Ernährungsweise führt. Allerdings wird der Verzehr von Pflanzen die Probleme dieses Planeten nicht lösen.
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Ich war fast 20 Jahre lang Veganerin.

Ich kenne die Beweggründe, die mich dazu veranlassten, eine extreme Ernährungsweise mit Begeisterung anzunehmen; und es sind ehrbare, ja sogar noble Gründe wie Gerechtigkeit, Mitgefühl und eine verzweifelte, allumfassende Sehnsucht, die Welt wieder heil zu machen. Um den Planeten zu retten - die letzten Bäume, Zeugen von Ewigkeit und die Überbleibsel der Wildnis, Nährboden für aussterbende Spezies, still in ihren Pelzen und Federn. Um die Verwundbaren zu beschützen, die keine Stimme haben. Um die Hungrigen zu ernähren. Zum Mindesten, um nicht länger an den Schrecken der Massentierhaltung teilzuhaben.

Diese politischen Leidenschaften speisen sich aus einem so tiefen Verlangen, dass es das Spirituelle berührt. Für mich gilt das nach wie vor. Ich möchte, dass mein Leben - mein Körper - ein Ort ist, an dem die Erde in Ehren gehalten und nicht verschlungen wird; wo Sadisten keinen Platz haben, wo die Gewalt ein Ende findet. Und ich möchte, dass Ernährung, das Sichernähren eine erste fürsorgliche Handlung ist, die viel eher bewahrt als dass sie tötet. Dies ist eine Bestrebung, die tiefgründigsten Sehnsüchte nach einer gerechten Welt zu ehren. Jetzt aber glaube ich, dass wir mit der Philosophie und Praxis des Vegetarismus diesem Verlangen nach Mitgefühl, Nachhaltigkeit und einer gerechten Verteilung der Resourcen, nicht gerecht werden. An diesen Mythos zu glauben hat uns in die Irre geführt.

Kommentar: Weitere Artikel zum Thema:

Mythos Vegetarismus: Warum Vegetarismus moralisch, politisch, ökologisch und ernährungsbedingt ungesund ist

Vegetarismus verantwortlich für psychische Störungen

Leben ohne Fleisch, Feminismus und die Verzerrung der Weiblichkeit


Stormtrooper

Mehr Tote bei Aufständen in der Türkei - Polizeibrutalität und Stillschweigen in den türkischen Medien

Die Unruhen in der Türkei gehen weiter. Letzte Nacht erlag ein junger Mann den Schüssen - möglicherweise durch die Polizei. Es ist das zweite Todesopfer seit Beginn der Unruhen letzten Freitag.
Istanbul, Taksim Platz
© Bulent Kilic/AFP/Getty ImagesDer Taksim Platz in Istanbul am Sonntag.
Die Situation in der Türkei scheint weiter zu eskalieren. Die regierungskritischen Proteste in der Türkei verschärfen sich am fünften Tag in Folge offenbar weiter. Bei einer Demonstration im Süden des Landes sei ein 22-Jähriger von einem Unbekannten angeschossen worden und im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, berichtete der private Sender NTV in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf die Behörden. In Istanbul und Ankara setzte die Polizei wieder Tränengas und Wasserwerfer ein.

Kommentar: Wie Sie in diesem englischen Artikel nachlesen können, hatten sich Tausende von Protestanten am Taksim Platz in Istanbul versammelt - 900 von ihnen wurden verhaftet. Die Polizei setzte dabei Tränengas und Wasserwerfer gegen friedliche Protestanten ein, während die türkischen Medien diese Handlung des Gemeinwohls für die Menschen mit keinem Wort erwähnten.

Bei den Protestanten handelt es sich um Menschen aus ganz Istanbul, mit unterschiedlichen Hintergründen, Glauben, Ideologien, die sich ursprünglich deshalb versammelt hatten, um friedlich gegen die Zerstörung des Gezi Parks zu demonstrieren, der einem weiteren Einkaufszentrum Platz machen sollte - indem sie sich einfach im Park versammelten und dort mit ihren Kindern, Decken, Zelten und Büchern die Nacht verbrachten. Währenddessen sperrte die Lokalregierung Istanbuls alle Zugänge zum Taksim Platz, die U-Bahn wurde stillgelegt, Fähren wurden gestrichen, Straßen gesperrt und die Anzahl der türkischen Polizisten im Park selbst wurde immer größer. Doch auch die Protestanten ließen sich nicht aufhalten und liefen zu Fuß zum Ort des Geschehens, wo die Polizei die Demonstrierenden dann brutal mit Tränengas, Pfefferspray und Wasserwerfern angriff, obwohl sich die Menschen friedlich verhielten.

Wie Sie also sehen, haben wir es hier mit einem weiteren Beispiel von roher Gewalt durch den Staat gegen seine - noch friedlichen - Bürger zu tun - und nur, weil diese Menschen 'es wagen' sich für das Gemeinwohl und dementsprechend gegen gewinnbringende Projekte von Firmen/Staat einzusetzen. Darüber hinaus, wie in diesem Blog berichtet, wurden den Menschen in der Türkei in letzter Zeit immer unzumutbarere gesetzliche Einschränkungen und Regulierungen in Bezug auf ihr privates Leben auferlegt.

Ganz offensichtlich ist die Einrichtung und Durchsetzung eines faschistischen Polizeistaats alles andere als nur auf die USA beschränkt, und es bleibt abzuwarten, ob und inwieweit sich die Menschen der Welt dagegen zur Wehr setzen.


Heart - Black

Deine Regierung, dein Freund? 60.000 US-Veteranen sind obdachlos

Laut offiziellen Zahlen sind entgegen aller Beteuerungen der US-Regierung momentan mehr als 60’000 ehemalige US-Soldaten obdachlos. Zudem sterben täglich 53 Veteranen, ohne jemals ihnen zustehende Invalidenhilfen erhalten zu haben.
Obdachloser symbolbild
© Wikipedia, The BlackbirdObdachloser
Mehr als 60’000 Veteranen sind laut offiziellen Zahlen des Secretary of Housing and Urban Development derzeit in den Vereinigten Staaten obdachlos. Shaun Donovan, US-Bauminister aus dem Kabinett von Friedensnobelpreisträger Barack Obama, bezeichnete dies während der alljährlichen Konferenz auf der National Coalition for Homeless Veterans am Dienstag als eine “nationale Schande”.

Light Sabers

Ungarn im Kampf gegen Monsantos Saatgut: Felder mit GVO-Pflanzen müssen abgebrannt werden

Die Regierung des EU-Mitgliedslands Ungarn verfolgt eine Null-Toleranz-Politik, wenn Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen entdeckt werden. Die Felder müssen abgebrannt werden. Dieser mutige Schritt ist Teil des weltweit wachsenden Widerstands gegen Monsanto und andere Saatguthersteller und deren Gen-Produkte.
Saatgut, Labor, Gentechnik
© motorolka / Shutterstock
Laut einer Pressemitteilung von Lajos Bognar, Vize-Staatssekretär im Ministerium für ländliche Entwicklung, hat die Regierung circa 400 Hektar Felder zerstört, auf denen gesetzwidrig Mais angebaut worden war. In Ungarn ist der Anbau von GVO-Pflanzen gesetzlich untersagt. Bognar erklärte, der Gen-Mais sei untergepflügt worden, Pollen hätten sich nicht verbreitet. Bei den
Ermittlungen hatten Kontrolleure unter den Pflanzen auch Produkte von DuPont Pioneer und Monsanto gefunden.

Wegen des ungehinderten Güterverkehrs in der EU hat die ungarische Regierung keine Handhabe, den Import von Gen-Saatgut legal zu stoppen. Wird jedoch entdeckt, dass es ausgebracht wird, kann sie die betreffenden Pflanzen zerstören lassen - eine wirksame Abschreckung für Bauern, die womöglich mit dem Gedanken spielen, das Gesetz zu missachten.

V

"Marsch gegen Monsanto": Millionen Menschen in mehr als 50 Ländern protestierten - Mosanto weltweit unter Druck

Am 25. Mai protestierten in mehr als 50 Ländern Millionen ganz normale Bürger gegen Monsanto, den weltweit führenden Saatguthersteller. Demonstrationen gab es auch in Berlin, München und Frankfurt am Main. Vor den rund 200 Teilnehmern der Frankfurter Demo betonte der Autor dieses Beitrags, was an dieser Protestaktion so ungewöhnlich war und warum Monsanto extrem nervös wird.
Monsanto
© picture-alliance
Monsanto und die großen GVO-Konzerne wie BASF, Syngenta, Bayer AG oder DuPont haben seit 20 Jahren Erfahrung damit, den Widerstand gegen ihre gefährlichen patentierten Produkte in Schach zu halten. In der Vergangenheit waren die Protestdemonstrationen von bekannten Nicht-Regierungsorganisationen wie Greenpeace oder Friends of the Earth organisiert worden. Aber der March Against Monsanto (Marsch gegen Monsanto) vom 25. Mai war ein neues Phänomen, denn der Protest wurde nicht von einer Organisation gesponsert. Im Februar hatte der Aktivist Tami Canal aus den USA die Facebook-Seite March Against Monsanto gestartet und als Termin den 25. Mai festgelegt. Aus diesen winzigen Anfängen wurden die Demos durch die Basis organisiert, und zwar ausschließlich über Twitter oder Facebook. Einzelne erfuhren im Internet von der Idee, Monsanto an einem Tag weltweit an den Pranger zu stellen, die Nachricht verbreitete sich im Internet wie ein Lauffeuer.

Das Phänomen gleicht dem, was angeblich vor zwei Jahren bei den Protesten des Arabischen Frühlings in Tunesien und Ägypten geschah. Nur gab es dieses Mal keine US-Regierung, die Millionen gefälschter Protest-Tweets formulierte. Dieses Mal war der Protest real, und Berichten zufolge ist die GVO-Lobby besorgt, dass er sich ausweiten könnte.

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Symbolisch? Furchtloses Schaf attackiert immer wieder Menschen in brasilianischem Dorf

Killerschaf
© YouTube/negociosdaterraEin herumlaufendes Schaf attackiert in einem brasilianischen Dorf die Bewohner
Kuriose Szenen in Brasilien: Dort attackiert ein Schaf immer wieder Menschen. Ob Spaziergänger oder Motorradfahrer - niemand ist vor dem Tier sicher. Selbst von rüder Gegenwehr lässt sich das „Killerschaf“ nicht abhalten.


Eine Frau rennt, als ginge es um ihr Leben, eine ältere Dame kämpft um ihre Fassung und ein Mann setzt sich als Kickboxer in Szene: In einem brasilianischen Dorf spielen sich ungewöhnliche Dinge ab. Dort attackiert ein frei herumlaufendes Schaf die Einwohner.

Beaker

Indien: Vier Schwestern mit Säure übergossen

Jährlich kommt es in Indien zu 100 bis 500 Säureattacken
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© APA/EPADie Säureattacke gegen die vier Schwestern reiht sich in eine Serie von Misshandlungen gegen Frauen in Indien.
Neu-Delhi - Vier Schwestern sind im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh von zwei Männern mit Säure angegriffen worden. Die Unbekannten hätten die 21 bis 27 Jahre alten Lehrerinnen auf dem Weg von der Schule nach Hause überrascht und von einem Motorrad aus mit Säure übergossen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Augen einer jungen Frau seien bei der Attacke am Dienstagabend schwer verletzt worden.

Laut der Stiftung für Säure-Überlebende in Indien (ASFI) gibt es auf dem Subkontinent jährlich 100 bis 500 Säureattacken, die meisten wegen ausgeschlagener Heiratsanträge, fehlender Mitgift und Verdacht der Untreue.

(APA)