Das Kind der GesellschaftS


Che Guevara

Stromausfälle in Pakistan lösen gewalttätige Proteste der Bevölkerung aus

Indien hat vielleicht den größten Stromausfall der Welt zu bieten, das Nachbarland Pakistan hat dagegen seit Jahren mit einer Energiekrise zu kämpfen, die auf Ignoranz und Missmanagement zurückzuführen ist. Die Krise löst nun soziale Unruhen aus. Die Büros von Parlamentariern wurden in Brand gesetzt.
Straßenlaternen mit Solarplatten in Pakistan
© flickr/wetlandsofpakistanAuf der Suche nach alternativen Energiequellen, werden diese Straßenlaternen mit Solarplatten bestückt.
Ein beispielloser Stromausfall in der vergangenen Woche legte Indien für zwei Tage lahm. Als gleich drei Versorgungsnetze zusammenbrachen, hatten mehr als 600 Millionen Menschen darunter zu leiden (hier). In Pakistan gehören Stromausfälle dagegen zum Alltag, verursacht durch versäumte Investitionen in die Infrastruktur. Kurzfristige Ausgaben wurden Langzeitinvestitionen vorgezogen. Alles in einem fehlt es an Führung. Vetternwirtschaft und Korruption gibt es dafür im Überfluss.

Shoe

Griechen steigen auf Fahrräder um, weil Autos zu teuer geworden sind

Weil die Kosten für Treibstoff und den Betrieb von Autos stetig steigen, ist in Griechenland der Verkauf von Fahrrädern um ein Viertel gestiegen. Das Fahrrad ist nun nicht mehr als Fortbewegungsmittel der Armen verschrien.
Fahrrad
© Flickr/jwr94Fahrradfahrer erobern in Athen die Straßen. Die wenigen Geschäfte, die noch eröffnet werden, sind Fahrradläden.
Im Juli trieben neue Steuern die Spritpreise in Griechenland auf europäisches Spitzenniveau: Bis zu 1,72 Euro musste man pro Liter Treibstoff bezahlen. Weil sich die Griechen das Autofahren kaum noch leisten können, steigen immer mehr auf Fahrräder um. In den vergangenen beiden Jahren ist der griechischen Statistikbehörde zufolge die Zahl der Autos im Straßenverkehr je um 40 Prozent zurückgegangen.

V

Spaniens Robin Hood plündert Supermärkte und verteilt Lebensmittel an Bedürftige

Mitglieder einer spanischen Gewerkschaft haben in Andalusien zwei Supermärkte ausgeräumt, um auf die sozialen Missstände hinzuweisen. Die geklauten Produkte verteilten sie an Arme. Auch ein Bürgermeister beteiligte sich. Der spanische Innenminister ordnete die Festnahme der Beteiligten an.

Die schwere Rezession und die hohe Arbeitslosigkeit belasten die Geldbeutel der Spanier immer stärker. Und das neue Sparpaket der spanischen Regierung wird die Situation noch weiter verschlimmern. Um auf die große Not der Bevölkerung, bedingt durch die Krise, aufmerksam zu machen, hat eine Gewerkschaft nun zu ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen.

Cow Skull

Lebensmittelkrise erreicht Europa - Futtermittel für Tiere werden weltweit massiv teurer

Weil die Futtermittel für die Viehzucht weltweit massiv teurer werden, bekommt auch die europäische Lebensmittelindustrie Probleme. Die Mehrkosten könnten schon bald an die Konsumenten weitergereicht werden. Die UN erwarten weiter steigende Futtermittelpreise.
Kühe
© Flickr/loop_ohKeine Idylle: Die europäische Viehzucht ist längst auch von Futtermitteln aus Übersee abhängig.
Die hohen Lebensmittelpreise werden nun auch zum Problem für die europäische Nahrungsmittelindustrie. Die hohen Preise auf dem Weltmarkt für Mais und Soja wirken sich auf die Viehzucht in Europa aus.

„Wir sehen bereits, dass die Preise in der Futtermittelbranche steigen und in der Tat gibt es beireits eine Menge Probleme mit der Viehhaltung. Einige Viehzüchter sprechen bereits über die Einrichtung einer Art Unterstützung für den Milchsektor“, sagt Concepcion Calpe, Ökonom der Welternährungsorganisation der Verenten Nationen (FAO).

Extinguisher

Giftgas-Unfall in Hessen

Bild
© dpaEin Bus der Feuerwehr wird für Evakuierungsmaßnahmen bereitgehalten
Die Einwohner der hessischen Stadt Oestrich-Winkel kamen noch einmal mit dem Schrecken davon: Ein beschädigter Tank mit giftigem Gas drohte zu platzen. Mehr als 500 Katastrophenschützer, Feuerwehrleute, Polizisten und Sanitäter waren im Einsatz. Es gab mehrere Verletzte.

Großeinsatz nach einem Giftgas-Unfall in einer Fabrik im Rheingau. Die Feuerwehr postiert Wasserwerfer, Evakuierungen werden vorbereitet. Über Stunden droht ein Chemiekalientank zu platzen.

People

Studenten schummeln und plagiieren

Spicken, plagiieren, fälschen: Eine Studie erhebt erstmals Daten zum Schummeln im Studium. Danach täuschen vier von fünf Studenten. Fast nie fliegt der Schwindel auf.

Schummeln gehört an der Uni zum Alltag. Der Spickzettel unter der Sitzbank, die Hausarbeit aus dem Internet oder der Laborbericht, in dem die Messergebnisse ein klein wenig aussagekräftiger gemacht wurden, als es das Experiment hergibt - sie alle sind keine Einzelfälle an deutschen Universitäten. Das zeigt eine neue Studie, die erstmals empirische Daten zum Schummeln unter mehreren Tausend Studenten und Dozenten erhoben hat und vorab exklusiv ZEIT CAMPUS vorliegt.

Das Ergebnis: 79 Prozent aller Studenten haben innerhalb eines Semesters mindestens einmal geschummelt, knapp jeder fünfte hat mindestens ein Plagiat abgegeben. Erwischt wird kaum jemand: 94 Prozent der Plagiatoren bleiben unentdeckt, trotz der Aufregung über die Doktorarbeiten des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg oder der Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin.

Kommentar: Es sollte auch gefragt werden, warum dies geschieht. Gestresst wodurch? Eventuell geht die Studie darauf genauer ein. Fragen die gestellt werden können: wie sind die Studienbedinungen und Prüfungsanforderungen etc.? Nicht zu vergessen, dass durch die Bachelor-Umstellung innerhalb Deutschlands mehr Lehrstoff auf kürzerem Zeitraum gelehrt und gelernt werden muss.


Footprints

Erneute schwere Jugendkrawalle in Frankreich

Etwa 100 Jugendliche haben sich im nordfranzösischen Amiens eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Die Randalierer brannten Autos nieder und schossen mehrfach auf Polizisten. Die Beamten erwiderten den Angriff mit Tränengas und Gummigeschossen.

Bei den Krawallen in der Nacht zum Dienstag wurden 16 Beamte verletzt, einer von ihnen schwer. Der Bürgermeister bezifferte den Sachschaden auf mindestens eine Million Euro. Nach Angaben der Behörden hatten die Randalierer zunächst Autos und Mülltonnen angezündet. Auch eine Schule sowie ein Freizeitzentrum und eine Turnhalle wurden durch Flammen schwer beschädigt.

Kommentar: Kommentar:


Smoking

Aus Protest gegen Rauch-Verbot: Grünen-Politiker erhalten Kneipen-Hausverbot

Einigen Unmut haben sich die Abgeordneten von Bündnis 90 / Die Grünen mit der geplanten Verschärfung des Rauchverbots in Bremen eingehandelt. Der "Weser-Kurier" berichtet von ersten Wirten, die den Politikern Hausverbot erteilt haben.
Zigarette und Aschenbecher
© Thinkstock by Getty Images
Ende des Jahres läuft das Bremer Nichtraucherschutzgesetz aus, daher besteht Handlungsbedarf. Geht es nach den Grünen, sollen künftig keine neuen Raucherkneipen zugelassen und bestehende Ausnahmeregelungen gekippt werden. Gastwirte zeigen sich alarmiert, sie befürchten deutliche Umsatzeinbußen.

"Ladenverbot für Fraktionsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen", heißt es laut Weser-Kurier vor der kleinen Kneipe "Mausefalle" im Steintor. Die Begründung liefert Kneipier Jörn Benter den Abgeordneten gleich mit: "Die von Euch beabsichtigte Bevormundung mündiger Kneipengänger". Unerwünscht ist die Grünen-Fraktion außerdem im "Haifischfischbecken", ebenfalls im Steintor.

Light Sabers

Schwimmtrainer missbrauchte Schutzbefohlene

schwimmtrainer
© dapd
Über mehrere Jahre soll ein Trainer eine seiner Schwimmerinnen sexuell missbraucht haben. Seit Dienstagmorgen verhandelt das Kieler Amtsgericht über die Vorwürfe seiner ehemaligen Schutzbefohlenen. Das Urteil in dem Missbrauchsprozess wird noch am Dienstag erwartet.

Der Anklageschrift zufolge soll sich der heute 40 Jahre alte Mann zwischen August 2004 und März 2006 in 18 Fällen an einer damals 16 Jahre alten Schwimmerin vergangen haben. Erstmals soll er die Minderjährige während eines gemeinsamen Kreta-Urlaubs im August 2004 sexuell missbraucht haben. Seine damalige Lebensgefährtin war ebenfalls mit im Urlaub.

Family

Demonstration für Gleichheit der Geschlechter in Tunesien

In der neuen Verfassung Tunesiens soll stehen, dass sich Frauen und Männer ergänzen. Dies bringt viele auf. Die Formulierung untergrabe die Gleichheit der Geschlechter.
Bild
© Fethi Belaid/AFP/GettyImagesTunesische Frauen demonstrieren für ihre Rechte in Tunis.
Tausende Menschen haben in der tunesischen Hauptstadt Tunis für die Rechte der Frauen demonstriert. Sie warfen der regierenden Ennahda-Partei vor, die Rechte der Frauen zu missachten. Etwa 6.000 Menschen, überwiegend Frauen, schlossen sich dem Protestmarsch an.

Die Demonstranten lehnten eine Formulierung im Verfassungsentwurf ab, in der es heißt, Frauen und Männer ergänzten einander. Stattdessen müsse das Gesetz von 1956 in Kraft bleiben, nach dem Frauen und Männer vollständig gleichberechtigt sind. Die neue Verfassung des Landes sollte ursprünglich im Oktober dieses Jahres verabschiedet werden. Als "realistisches Datum" wurde nun aber Ende April 2013 genannt.