Die Krise verschärft auch das Drogenproblem in Griechenland. In ihrer Verzweiflung greifen Drogen-Konsumenten zu sehr billigen und gefährlichen Substanzen. Seit kurzem kursiert eine auf Batteriesäure basierende Droge. Sie wird in Erdlöchern in der Hautpstadt gebraut.

© ReutersIn mobilen Labors testen griechische Ärzte Menschen auf HIV – hier auf dem Omonia-Platz in Athen. Die arabische Schrift auf dem Krankenwagen richtet sich an Migranten.
Giorgos, ein ehemaliger Junkie, spricht es deutlich aus: „Die Drogensüchtigen interessiert es nicht, ob sie sich mit AIDS anstecken, ob ihre Gesundheit oder die anderer Menschen gefährdet ist - das Einzige, woran sie denken, ist die Drogendosis bis zum nächsten Tag.“ Giorgos hat es geschafft, er ist seit diesem Sommer Absolvent eines harten Entzugsprogramms des Kethea, was so viel heißt wie: Therapy Center For Dependend Individuals. Vier harte Jahre hat sein Programm, das ohne die Gabe von Ersatzstoffen und mit bisher vergleichsweise großem Erfolg abläuft, gedauert. Er hat trotz Krise einen Arbeitsplatz und denkt nun lieber an ein Familienleben statt an Drogen.
Die Krise verschärft das Drogenproblem. So werden die Substanzen, die genommen werden, immer gefährlicher. 7668 Drogentote verzeichnet die offizielle Statistik für die letzten zehn Jahre. Die Drogenschutzorganisation Kethea geht von einer höheren Zahl aus, da auch die Folgekrankheiten wie HIV-Infektionen, Tuberkulose und Hepatitis C mit berücksichtigt werden müssten.