Das Kind der GesellschaftS


Key

Chefarzt verabreichte Tabletten ohne Einverständnis von Patienten

Ehemaliger Chefanästhesist soll Daten gefälscht und Probanden ungefragt für Studien benutzt haben

Nach Angaben einer eingesetzten Kommission soll ein ehemaliger Chefarzt des Klinikums Ludwigshafen bei wissenschaftlichen Berichten gegen zahlreiche Richtlinien verstoßen und bei Studien Angaben verfälscht haben. Ferner sollen Testungen mit Patienten durchgeführt worden sein, ohne dass diese vorher informiert gewesen wären. Der beschuldigte Arzt wurde bereits im Jahre 2010 seitens der Klinik entlassen, als erste Vorwürfe im Raum standen. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen.

Cow Skull

Grausiger Fund - Massengrab in Kambodscha

Im Nordwesten Kambodschas ist ein mögliches Massengrab der Roten Khmer entdeckt worden. Dorfbewohner machten den grausigen Fund bei Erdarbeiten in einem Waldgebiet. In dem Grab befänden sich etwa 20 Schädel und Teile von Skeletten. Es wurde am Wochenende rund 60 Kilometer vor Siem Reap entdeckt, wo die berühmte Tempelanlage Angkor Wat liegt. Nach Angaben eines Militärsprechers befand sich in dem Gebiet früher ein Gefängnis der Roten Khmer, in dem vermutlich mehrere Hundert Menschen getötet wurden. Unter der Herrschaft der Guerillabewegung von Pol Pot starben rund 1,7 Millionen Menschen.

Handcuffs

Kind von Mann erstochen - Motiv noch unklar

In einer Oberhausener Wohnung ist ein achtjähriger Junge erstochen worden. Die Polizei hat einen 27 Jahre alten Mann festgenommen, der ein Bekannter der Mutter sein soll. Die Frau sagte aus, sie sei in der Nacht wachgeworden, weil der Mann "mit einem Messer unruhig durch die Wohnung" lief.

Oberhausen - Am frühen Morgen vermeldete die Polizei die schreckliche Nachricht: In Oberhausen ist ein achtjähriges Kind erstochen worden. Der Junge wurde nach bisherigen Erkenntnissen in seinem eigenen Kinderzimmer getötet - der Täter soll ein 27-jähriger Bekannter der Mutter sein. Er soll auf den Jungen eingestochen haben.

Die Tat ereignete sich gegen ein Uhr nachts in einer Wohnung nahe des Hauptbahnhofs. Die 28-jährige Mutter wurde laut Polizei gegen 0.30 Uhr wach, weil der Mann "mit einem Messer unruhig durch die Wohnung" lief. Die Geräusche hätten auch den Sohn der Frau geweckt. Nachdem der Mann das Kind dann attackiert habe, sei die Frau mit dem Jungen auf die Straße gerannt.

HAL9000

Gedankenverbrechen: Mann bei olympischen Spielen festgenommen, weil er „nicht lächelte“

Mark Worsfold fällt das Lächeln schwer, weil eine Parkinson-Erkrankung seine Gesichtsmuskulatur beeinträchtigt. Der 54-Jährige beschuldigt die englische Polizei, ihn verhaftet zu haben, weil er als Zuschauer beim olympischen Straßen-Radrennen nicht lächelte. Die Polizei nennt andere Gründe.
olympia, orwell
Gedankenverbrechen nach Orwell: Wer nicht lacht, wird festgenommen.
Leatherhead - Mark Worsfold hat Verständnis für den schwierigen Job der Polizei - insbesondere bei einem Großereignis wie den Olympischen Spielen. Dennoch fordert der 54-Jährige von der Polizei in der Grafschaft Surrey, südöstlich von London gelegen, eine schriftliche Entschuldigung. Das berichten unter anderem der Guardian und die Daily Mail.

Worsfold wurde nach seiner Überzeugung als Zuschauer des Straßen-Radrennens der Männer am 28. Juli verhaftet, weil er nicht gelächelt habe. Der frühere Soldat und Kampfsportlehrer leidet an Parkinson. Wegen der Krankheit sind die Muskeln in seinem Gesicht starr, es gleicht einer Maske.

Cult

Sekte lebte viele Jahre im Bunkersystem - Kinder konnten befreit werden

sekte,
© AP (Nikolay Alexandrov)
Rund 60 Mitglieder einer Sekte, darunter 27 Kinder, leben mehr als zehn Jahre lang in einem unterirdischen Bunkersystem. Einige der Kinder sollen in ihrem Leben noch nie an der frischen Luft gewesen sein.

Für die Kinder aus der Torfjanaja-Straße Nummer 41 beginnt gerade ein neues Leben. In dem Haus am Stadtrand von Kasan lebt Fajsrachman Satarow, ein 83 Jahre alter Imam, der sich als neuen Propheten Allahs sieht. Um sich hatte er eine Schar von Jüngern versammelt - wie viele, das ist den Behörden erst jetzt klar geworden.

Vergangene Woche durchsuchte der russische Geheimdienst FSB das Gelände und stieß auf ein regelrechtes Labyrinth auf acht unterschiedlichen Ebenen, einschließlich unterirdischer Kammern, die die Sekte selbst gegraben hatte. Auf dem Grundstück von 700 Quadratmetern lebten mehr als 60 Bewohner. Darunter waren 27 Kinder - viele schliefen in Räumen ohne Licht und Lüftung, abgeschnitten von Schulbesuch, Ärzten und überhaupt jedem Kontakt mit der Außenwelt.

People

Was sind die Triebkräfte für das Bestrafen? Ist das Gefühl der Benachteiligung, ein größerer Motivationsfaktor?

Menschen bestrafen vor allem dann, wenn sie sich benachteiligt und übervorteilt fühlen. Diese Ungleichheit motiviert mehr zur Strafe als das bloße Bedürfnis, es dem Übeltäter heimzuzahlen. Das haben zwei Forscherinnen in einem Computer-Experiment mit 560 Probanden herausgefunden. Diese tolerierten es, wenn ihnen ihr Spielpartner eine geringe Geldsumme wegnahm - solange er hinterher weniger oder maximal gleich viel Geld besaß wie sie. Hatte der Dieb aber am Ende mehr Geld, entschieden sich die Probanden mehrheitlich dafür, ihn zu bestrafen. Dieses Ergebnis zeige, dass die erlittenen Verluste nicht die Hauptmotivation für eine Strafe seien. Stattdessen vergleiche das Opfer seine Verluste mit dem Profit des Betrügers, bevor er sich für oder gegen eine Strafe entscheide, berichten die Wissenschaftlerinnen im Fachmagazin "Biology Letters".
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© SXCHandschellen
Stellen Sie sich vor, ein Betrüger prellt Sie um zehn Euro. Würden Sie ihn bestrafen, weil Sie nun zehn Euro ärmer sind oder würden Sie dies nur dann tun, wenn der Betrüger dadurch mehr Geld hätte als Sie? "Wir zeigen, dass Menschen vor allem dann strafen, wenn die Betrüger am Ende besser dastehen als sie selbst", erklärt Erstautorin Nichola Raihani vom University College London. Dies widerspreche allerdings der landläufigen Ansicht. Denn nach dieser diene eine Strafe vor allem dazu, es dem Gestraften mit gleicher Münze heimzuzahlen.

Heart

Kind rettet seinen Bruder vor dem Ertrinken

Durch das beherzte Eingreifen seines Bruders und eines 53 Jahre alten Mannes ist ein Kleinkind am Sonntag in Wolfsburg vor dem Ertrinken gerettet worden. Der eineinhalb Jahre alte Junge hatte mit seinem zwölfjährigen Bruder an einem Bootssteg für Modellschiffe gespielt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Wolfsburg. Der Zwölfjährige verlor dabei seinen kleinen Bruder kurzfristig aus den Augen und sah ihn anschließend im Wasser treiben. Daraufhin sprang er in den Teich, zog seinen Bruder aus dem Wasser und rief lauf um Hilfe. Ein 53 Jahre alter Anwohner hörte die Schreie, rannte sofort zu den Kindern und reanimierte den Jungen. Rettungskräfte brachten ihn anschließend in ein Krankenhaus. Die Mutter erlitt einen Schock.

Che Guevara

Massenproteste kanadischer Studenten wegen Finanzkrise und repressiven staatlichen Maßnahmen

Die weltweite Finanzkrise zieht immer weitere Kreise und hat nun auch Kanada erreicht. Anfängliche Studentenproteste entwickelten sich zu Massenkundgebungen, welche nun zum Rücktritt der Bildungsministerin führten.

Im kanadischen Quebec spitzt sich im Zuge der weltweiten Finanzkrise die Situation immer weiter zu. Was anfänglich vor zirka vier Monaten als Studentenproteste gegen die Erhöhung der Studiengebühren gedacht war, entwickelt sich immer weiter zu einer Massenbewegung, an der nun auch kanadische Gewerkschaften beteiligt sind.

Grund für die Studentenproteste sind umfangreiche Sparmaßnahmen, die die Liberale Regierung im letzten Jahr erlassen hat. Im Zuge dessen sollten unter anderem die Studiengebühren in Quebec in den nächsten sieben Jahren um ganze 82 % angehoben werden. Dies wollten die Studierenden allerdings nicht akzeptieren, was angesichts der Milliarden, die in immer neue Bankenrettungen fließen durchaus nachvollziehbar ist.

Heart - Black

Eichhörnchen steckte im Gullydeckel fest

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© dpaEin Eichhörnchen steckte in einem Gullydeckel fest. Polizisten gelang es, den kleinen Nager mit Olivenöl und Geschick zu befreien. Wenige Stunden nach der Rettungsaktion verstarb das Tier jedoch.
Sogar Olivenöl bringen die Tierfreunde in Uniform zum Einsatz: Durch das Geschick niedersächsischer Polizisten kann ein eingeklemmtes Eichhörnchen zunächst aus einem Gullydeckel befreit werden. Doch die Rettungsaktion bleibt ohne Happy End.

Der kleine Kerl schreit um sein Leben. Das rotbraune Köpfchen bewegt sich keinen Milimeter, die schwarzen Haare um das weiße Näschen zittern vor Angst. Gefangen in einem Gullydeckel, in erbärmlicher Verfassung, so findet eine Anwohnerin im niedersächsischen Isernhagen ein Eichhörnchen vor - und setzt umgehend eine Rettungsaktion für den kleinen Nager in Gang.

Herbeigerufene Polizisten versuchen zunächst, den kleinen Unglücksraben aus seiner misslichen Lage zu befreien, indem sie den Kopf des Tieres durch die Öffnung drücken. Vergeblich. Auch mit Olivenöl als Gleitmittel klappt es nicht. Am Ende stellen die Beamten den Gullydeckel hochkant, legen die Ohren des Wildtieres an - und das Eichhörnchen ist von seiner kiloschweren Halskrause befreit.

Syringe

Neue Droge aus Batteriesäure verschärft Drogenproblem in Griechenland - HIV und Hepatitis grassieren

Die Krise verschärft auch das Drogenproblem in Griechenland. In ihrer Verzweiflung greifen Drogen-Konsumenten zu sehr billigen und gefährlichen Substanzen. Seit kurzem kursiert eine auf Batteriesäure basierende Droge. Sie wird in Erdlöchern in der Hautpstadt gebraut.
HIV-Tests auf der Straße
© ReutersIn mobilen Labors testen griechische Ärzte Menschen auf HIV – hier auf dem Omonia-Platz in Athen. Die arabische Schrift auf dem Krankenwagen richtet sich an Migranten.
Giorgos, ein ehemaliger Junkie, spricht es deutlich aus: „Die Drogensüchtigen interessiert es nicht, ob sie sich mit AIDS anstecken, ob ihre Gesundheit oder die anderer Menschen gefährdet ist - das Einzige, woran sie denken, ist die Drogendosis bis zum nächsten Tag.“ Giorgos hat es geschafft, er ist seit diesem Sommer Absolvent eines harten Entzugsprogramms des Kethea, was so viel heißt wie: Therapy Center For Dependend Individuals. Vier harte Jahre hat sein Programm, das ohne die Gabe von Ersatzstoffen und mit bisher vergleichsweise großem Erfolg abläuft, gedauert. Er hat trotz Krise einen Arbeitsplatz und denkt nun lieber an ein Familienleben statt an Drogen.

Die Krise verschärft das Drogenproblem. So werden die Substanzen, die genommen werden, immer gefährlicher. 7668 Drogentote verzeichnet die offizielle Statistik für die letzten zehn Jahre. Die Drogenschutzorganisation Kethea geht von einer höheren Zahl aus, da auch die Folgekrankheiten wie HIV-Infektionen, Tuberkulose und Hepatitis C mit berücksichtigt werden müssten.