Mit den USA war ich einst befreundet. Wie nur ein Kind des Westens mit den USA befreundet sein konnte. Hatten sie uns nicht die Freiheit gebracht? Die Freiheit eines großen Landes mit den Weiten seiner Grassteppen, ein Land das in seinen Filmen Abenteuer ohne Ende versprach.
Waren die USA nicht das Gegenteil des an die Nazis verlorenen Deutschland, ein Deutschland der zackigen Uniformen und der kurzen Prozesse? Kam nicht aus den Staaten jene Musik, die unseren Vätern ein Graus war und die mit Bill Haley und Elvis Presley jene Lässigkeit verkörperte, auf die ganze Generationen anscheinend gewartet hatten? Aus diesem Land kam mit den Jeans jene Hose, die man nie mehr bügeln musste und die doch immer gut saß.
Selbst als sie mir die Freundschaft verdarben, als die riesige USA das kleine Vietnam überfallen hatte und meine Träume von amerikanischer Freiheit mit Napalm verbrannt und von Agent Orange vergiftet worden waren, selbst bei den Demonstrationen auf denen wir „USA-SA-SS“ skandierten oder „Ledernacken-Koffer-packen“, selbst da trugen wir die Parkas der US-Armee.
Immer wieder lieferten die Vereinigten Staaten von Amerika Botschafter der Hoffnung: Pete Seeger, der uns mit dem Lied „We Shall Overcome“ die Weltmusik der Bürgerrechtsbewegungen geschenkt hat. Bob Dylan, der mit „Blowin´ in the Wind“ die Friedensbewegung mit ihrem ultimativen Choral schmückte. In den Romanen von Jack London war ein Versprechen auf eine bessere, auf eine andere, eine neue Welt zu lesen.
Immer noch kommen aus den USA große Filme, wird dort große Musik produziert, kann das Land große Schriftsteller ebenso hervorbringen wie großartige Computer. Aber Hoffnungen? Mag sich noch jemand an die Euphorie erinnern, mit der ein farbiger Senator aus Illinois vor Jahren einen Schimmer von Hoffnung verbreitete, als er mit seinem „Yes We Can“ die Präsidentschaft erreichte? Wenn ja, dann eher mit Beschämung, als mit Begeisterung.
Kommentar: Die Euphorie ist in Ernüchterung umgeschlagen und Scham, von der strahlend lächelnden Langnase Obama derart verschaukelt worden zu sein. Er hat seine politische Verantwortung mit Füßen getreten und das Vertrauen unzähliger Menschen missbraucht: Puschkow: Obama hat Nobelpreis für Heuchelei verdient!
Viele haben Obama geglaubt, weil ihnen Hintergrundinformationen fehlten - vor allem Wissen über Politische Ponerologie und Psychopathen in Machtpositionen, Meister in der Kunst der Massentäuschung.
Trotz einzelner großartiger Ausnahmen wie Edward Snowden: Aus den USA kommt nichts mehr, was die Welt bereichert. Im Gegenteil. Die jüngere Geschichte der USA ist eine Geschichte von imperialen Kriegen. Von Vietnam über die vielen Kriege in Lateinamerika bis zu den Drohnen und Bomben, die auf arabische Länder niedergehen. Ganz zu schweigen von dem irren Leichtsinn, mit dem täglich der Krieg mit Russland riskiert wird.
Der jetzt an sein Ende gelangte Präsidentschaftswahlkampf hat einen neuen Höhepunkt des Antiamerikanismus erzeugt. Denn beide Bewerber verkörperten durchaus die USA, eine beträchtliche Zahl amerikanischer Wähler haben sich für sie entschieden. Für den explosiven Egozentriker Donald Trump oder die Machtmaschine Hilary Clinton, für einen Mann, der unbedenklich den Einsatz von Atomwaffen erwogen hat, oder für eine Frau, die so ziemlich jeden Krieg der USA gut fand oder sogar beförderte.
Und so wie eine Mehrheit der Deutschen für Angela Merkel verantwortlich ist, so ist eine Mehrheit der Amerikaner verantwortlich für Hillary Clinton die Kriegs-Pest, oder für Donald Trump die Atom-Cholera.
Kommentar: Geht man davon aus, dass Politik in einer ganz anderen Küche gekocht wird als in der des Volkes, dann kann man den "normalsterblichen" Amerikanern kaum die Verantwortung für diese Wahl zwischen Pest und Cholera anlasten. Sie wurde ihnen einfach auf einem Tablett serviert. Die Tatsache, wie Bernie Sanders abgesägt wurde, beweist ebenfalls, wie wenig Mitspracherecht das Volk eigentlich hat - die Demokraten entschieden, sich seiner über eine Intrige zu entledigen.
Die Amerikaner als Volk tragen jedoch auch eine Mitverantwortung für ein solches System. Das Festhalten an Illusionen über unsere Machthaber und deren Politik, fehlendes oder ungenügendes Wissen über Psychopathie und Ponerologie, sowie autoritärer Gehorsam (vor allem durch schulische Konditionierung) spielen eine wesentliche Rolle dabei. Neben einer Reihe weiterer Faktoren.
Keine Frage: Die letzten Entscheidungen fallen in den USA im engeren Kreis des militärisch-industriellen Komplexes. Und doch haben Präsidenten Spielräume, können mehr oder weniger aggressiv sein. Diese beiden wollten nie nur spielen. Ihr Biss ist tödlich. Auch deshalb verbietet sich ein Lesen im Kaffeesatz: Wird Trump, der Gewinner der US-Wahlen, der nur scheinbare Vertreter der Unzufriedenen, eine grundsätzlich andere Politik machen als Hillary Clinton? Trump jedenfalls ist mit seinen Milliarden Dollar zufrieden.
Die Deutschen haben auf die Verhältnisse in den USA keinen Einfluss. Ihn bleibt nur die Flucht. Die Flucht aus dem Kriegsgeschirr der USA, aus der NATO-Zwangsjacke, der kranken Organisation zur Unterdrückung der Völker. Es gibt ihn: Den Artikel 13 des Nato-Vertrages. Der einen Austritt der NATO-Staaten aus der Kriegsverbrecherorganisation vorsieht. Man kann der NATO kündigen.
Das wird nicht leicht sein. Es gilt eine Front von Pro-Amerikanern in Deutschland zu überwinden. Unter ihnen sind die wirklichen Kriegsgewinnler in Medien und Regierung in der Minderheit. Doch die Mehrheit hat sich einfach an die NATO gewöhnt, sie hängt noch der alten Idee einer militärischen Versicherung gegen „Russland“ an. Diese Mehrheit muss für ihre eigenen Interessen mobilisiert werden. Das wird nur gehen, wenn die erste Frage an die neuen Mitstreiter nicht lautet: Woher kommst Du? Sondern: Wohin gehen wir gemeinsam? Und die Antwort kann nur sein: Raus aus der NATO!




Kommentar: Nachfolgend eine Analyse von SOTT zum Wahlsieg von Trump:
- Lawrow: "Wir werden Trump an Taten messen, nicht an Worten"
- Trump ist die logische Konsequenz eines kriminellen und korrupten Establishments
Wie auch immer Trumps Politik sich anlässt - die Empfehlung, aus der NATO auszutreten, ist nur zu unterstützen: