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Eine vegetarische Lebensweise hat nicht nur Vorteile – Männer scheinen ohne Fleisch eher zu Depressionen zu neigen als ihre Fleisch-affinen Kollegen.
Der Verzicht auf Fleisch gilt als gesund und richtig. Tatsächlich haben Vegetarier in der Regel günstigere Blutdruckwerte, ein besseres Körpergewicht und weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch Ernährung ohne Fleisch kann sich auch negativ auswirken, und zwar auf die Psyche. In einer neuen Studie hat sich überraschend gezeigt, dass Männer, die sich vegetarisch ernähren, eher zu Depressionen neigen.

Gut vier von hundert Erwachsenen in Deutschland ernähren sich vegetarisch. Sie verzichten auf Fleisch oder sogar auf alle tierischen Lebensmittel. Neben ethisch-moralischen Gründen wird die Ernährung auch der Gesundheit zuliebe umgestellt. Schaut man dabei auf die körperliche Gesundheit, schneiden Vegetarier tatsächlich gut ab. Die gesundheitlichen Vorteile des Fleischverzichts sind gut dokumentiert. Wenig ist dagegen darüber bekannt, wie sich ein bestimmtes Essverhalten auf die Psyche auswirken kann. In einer aktuellen Studie über vegane Ernährung haben sich Neurowissenschaftler des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism in den USA und Mediziner der University of Bristol mit dem Thema beschäftigt. Sie gingen der Frage nach, ob es einen Zusammenhang zwischen fleischloser Ernährung und Depressionen gibt.

Dazu befragten sie knapp 10.000 Männer zu ihrem mentalen Zustand. 311 Probanden gaben an, sich vegetarisch zu ernähren, 39 Männer waren Veganer. Neben den Ernährungsgewohnheiten wurden auch weitere für die psychische Gesundheit wichtige Faktoren berücksichtigt wie die Zufriedenheit im Beruf, der Familienstand oder der Umgang mit Nikotin und Alkohol. Das Ergebnis: Die Vegetarier und Veganer unter den Befragten wiesen deutlich höhere Depressionswerte auf als die Fleischesser. Als Ursache vermuten die Wissenschaftler einen Mangel an Vitamin B12. Zusätzlich haben Veganer, die häufig viele Nüsse essen, einen erhöhten Omega-6-Fettsäure-Wert, was ebenfalls die Botenstoffe im Gehirn verändert.

Vitamin B12-Mangel als Ursache für Depressionen

Vitamin B12 (Cobalamin) ist hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Zwar enthalten auch einige pflanzliche Lebensmittel Vitamin B12; doch ist es durch die geringen Mengen sehr schwierig, darüber den Bedarf zu decken. Vitamin B12 spielt für das Nervensystem eine wichtige Rolle. Bei einem Mangel kann es zu Störungen des Hormon- und Neurotransmitter-Stoffwechsels mit geistig-psychischen Störungen und depressiven Verstimmungen kommen.

Zwar ist laut den Studienautoren nicht auszuschließen, dass eine umgekehrte Kausalität besteht. Gemeint ist damit, dass sich Menschen mit einem höheren Depressions-Risiko häufiger für eine vegetarische oder vegane Ernährung entscheiden. In jedem Fall aber unterstreicht die Studie erneut, wie wichtig es ist, bei einer vegetarischen oder veganen Ernährung auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 zu achten. Im Zweifel kann eine Mangelerscheinung durch vegane Ernährung auch durch Arzneimittel wie z.B. Vitamin B12 forte Hevert injekt ausgeglichen werden, das vom Arzt injiziert werden kann. Ob ein Vitamin B12-Mangel besteht, kann zuvor durch ein Blutbild beim Arzt festgestellt werden.


Quellen und weiterführende Links: