Das sagen die lokalen CDU-Politiker unisono zum Rücktritt von Christian Wulff: Nun müsse man einen „überparteilichen“ Kandidaten finden, also einen Bundespräsidenten, auf den sich alle politischen Fraktionen einigen können. Wobei sich dann sofort die Frage stellt: Warum hat man das nicht schon vor einem halben Jahr getan? Das hätte das Trauerspiel gar nicht erst entstehen lassen.
Gregor Sickel, Vorsitzender der Kreuznacher CDU, hält den Rücktritt für bedauerlich, aber konsequent - „nach den ganzen Dingen, die passiert sind“. Sein Favorit sei Wulff nicht gewesen, er hätte seinerzeit Joachim Gauck bevorzugt. Zu Wulff sagt Sickel diplomatisch: „Ich schätze Wulffs Arbeit, aber ich denke mal, ein Bundespräsident muss auch aufpassen, dass er eine gewisse Würde ausstrahlt.“ Die letzten Geschehnisse hätten dem Amt des Bundespräsidenten „nicht unbedingt genutzt“. Sickel fügt hinzu, Wulff sei auch „mehr oder weniger an den Medien gescheitert“, wobei er das gar nicht einmal als Medienschelte versteht, sondern als Kritik an einem Politikstil, der sich zu sehr an medialer Repräsentanz orientiere. Denn wenn man stets die Nähe der Medien suche, um sich „schön darzustellen“, müsse man sicht nicht wundern, wenn die Medien auch dann ein besonderes Interesse an der Person zeigten, wenn es um negative Aspekte gehe. Eine „gewisse Zurückhaltung“ sei da schon angebracht, und eins komme hinzu: „Man sollte auch nach Möglichkeit ehrlich sein, dann passieren solche Sachen auch nicht.“ Und wenn einmal Zweifel in der Öffentlichkeit auftauchten, müsse man diese möglichst offen aufklären - nicht „scheibchenweise“, so seine leise Kritik am Wulffs Umgang mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.