Das Kind der GesellschaftS


Bomb

Ein Bombenfund hält Rothenberga stundenlang in Atem

Ein Fünf-Zentner-Geschoss wurde nach vergeblicher Entschärfung in sicherer Entfernung des Ortes gesprengt. Kurz nach 16 Uhr gab es Entwarnung. 33 Bewohner wurden sicherheitshalber aus ihren Häusern gebracht und über fünf Stunden im Dorfgemeinschaftshaus betreut und versorgt.

Rothenberga. Am 3. November, kurz nach 16 Uhr, kam vom stellvertretenden Leiter der Sömmerdaer Polizei, Michael Rothe, die erlösende Nachricht: "Die Sprengmeister der Spezialfirma haben die Bombe gesprengt. Die Leute können zurück in ihre Häuser."

Seit etwa 8.15 Uhr hielt die bei Baggerarbeiten im Zuge des neuen Radweges an einer Brücke gefundene amerikanische Fünf-Zentner-Bombe den Ort in Atem. Über den Bauträger - das Landratsamt - wurde der Fund an die Polizei gemeldet.

Feuerwehren aus Rothenberga, Roldisleben und Rastenberg waren im Einsatz, ebenso wie fünf Beamte der Polizei Sömmerda sowie 27 Kräfte der Bereitschaftspolizei, Mitarbeiter des Landratsamtes, des Ordnungsamtes der VG Kölleda und viele Helfer.

Question

Tote Babys in Bremen: Aufklärung dauert

Bremen. Der Tod dreier Babys in einer Bremer Säuglingsstation wird frühestens Mitte November aufgeklärt werden. Erst dann, möglicherweise auch erst Ende des Monats sei mit dem Untersuchungsbericht des Robert-Koch-Instituts zu rechnen, sagte die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) gestern. Gleichzeitig warnte sie: "Es ist durchaus möglich, dass die Infektionsquelle nie gefunden wird." Nur in jedem dritten Fall sei eine Suche nach solchen Infektionsquellen erfolgreich.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass im Klinikum Bremen-Mitte zwischen August und Oktober drei Frühchen an den Folgen eines "hygienischen Zwischenfalls" gestorben sind. Konkret vermuteten Klinikleitung und Gesundheitsbehörden, dass sich die Kinder mit Bakterien der Gattung Klebsiella infiziert hatten. Insgesamt waren 15 Kinder mit dem besonders resistenten Darmkeim in Berührung gekommen. Zehn werden noch im Klinikum behandelt, zwei konnten geheilt entlassen werden. Vordringlich wolle man jetzt weitere Infektionen verhindern, sagt Jürgens-Pieper. Die aktuelle Lage sei stabil.

Bell

München: Flugzeug kommt von Landebahn ab

Der Unfall mit einem Flugzeug der Singapore Airlines in München ist glimpflich ausgegangen. Das Flugzeug kam bei der Landung von der Landebahn ab und fuhr in den Grünstreifen, wo es zum Stehen kam. In München kam es zu zahlreichen Verspätungen und Flugausfällen, da sich die Bergung des Flugzeugs als sehr aufwändig gestaltete.
flugzeug, münchen, grünstreifen
© dapd

Ein Flugzeug mit 158 Menschen ist am Donnerstag nach der Landung am Münchner Flughafen von der Landebahn abgekommen. Verletzt wurde nach Angaben der Flughafenpolizei niemand. Die Ursache für den Vorfall ist noch unklar. Es kam zu Einschränkungen im Flugverkehr.

143 Passagiere und 15 Crewmitglieder hatten sich an Bord der Maschine befunden. Sie konnten das Flugzeug der Singapore Airlines über die Treppen verlassen und wurden im Terminal betreut.

Dollar

Jeder zehnte Deutsche ist überschuldet und Anstieg bei jungen Menschen

Die gute Arbeitsmarktentwicklung hilft vielen Deutschen aus den Schulden - und den Berlinern ganz besonders. Laut Schuldneratlas 2011 der Auskunftei Creditreform hat sich die Schuldnerquote in der Hauptstadt in diesem Jahr merklich verringert - von 12,7 im Vorjahr auf 12,3 Prozent. Mit der Schuldnerquote misst Creditreform jährlich, wie viele Menschen überschuldet sind und über längere Zeit ihre Verbindlichkeiten wie etwa einen Auto-Kredit nicht mehr bedienen können.

Was die absolute Verbesserung angeht, zählt die Hauptstadt zwar zu den Gewinnern. Doch an den grundsätzlichen Verhältnissen im Bundesvergleich ändert das nichts. Denn hinter Bremen liegt die Hauptstadt weiterhin auf dem vorletzten Platz. Brandenburg hingegen - dessen Schuldnerquote ebenfalls sehr deutlich zurückgegangen ist - befindet sich mit Blick auf Gesamtdeutschland auf einem bemerkenswerten fünften Platz.

Arrow Down

München: Vergewaltigung zur Rush-Hour

Mann vergeht sich auf Bahnhofstoilette an 24-Jähriger aus Fürstenfeldbruck

Am helllichten Tag ist in München eine Frau auf einer U-Bahn-Toilette vergewaltigt worden. Von dem Täter fehlte auch drei Tage nach der Tat jede Spur, wie die Münchner Polizei am Donnerstag mitteilte. "Wir haben keine sachdienlichen Hinweise bekommen", sagte Polizeisprecher Damian Kania. Die 24-jährige Frau aus Fürstenfeldbruck war am Montag gegen 16 Uhr am Ostbahnhof in die Toilette gegangen. Dort drängte sie ein etwa 30 Jahre alter Mann in eine Kabine, verschloss die Tür und vergewaltigte sie (wir berichteten). Eine andere Frau hörte die Hilferufe und drohte, die Polizei zu rufen. Der Mann flüchtete.

Die junge Frau blieb allein zurück, denn auch ihre Retterin war gegangen. Die 24-Jährige habe unter Schock gestanden. Deshalb habe sie nicht sofort die Polizei gerufen, sondern sei in ein Krankenhaus gefahren, um sich untersuchen zu lassen. Der Arzt habe die Polizei informiert.

Network

Frauen bevorzugen Teamarbeit

Bonn (dts) - Frauen setzen häufiger im Job auf Kooperation, während Männer bevorzugt als “Einzelkämpfer” ihr Geld verdienen. Das ergab eine Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Demnach entscheiden sich Männer oft nur dann freiwillig für Teamarbeit, wenn sie daraus einen konkreten materiellen Vorteil erzielen können. Im Rahmen des Laborexperiments ließen Verhaltensökonomen an der Universität Lyon 174 männliche und weibliche Probanden gegen Bezahlung verschiedene Aufgaben lösen. Im Versuchsverlauf konnten die Teilnehmer wählen, ob sie nach Einzel- oder Teamleistung entlohnt werden wollten. Während sich insbesondere die leistungsfähigen Männer für die Einzelarbeit entschieden, wählten die Frauen unabhängig vom eigenen Leistungsniveau bevorzugt die Teamvariante. Dafür nennen die Forscher drei Gründe: Erstens schätzen Frauen die Leistung ihrer Mitstreiter weniger pessimistisch ein als Männer. Zweitens sind Männer empfänglicher für materielle Anreize: War der im Team erzielbare Stücklohn nur geringfügig höher, entschieden sie sich im gleichen Maße für Teamarbeit wie Frauen. Drittens legen Frauen mehr Wert auf soziale Aspekte des Arbeitens, etwa das faire Teilen des gemeinsam erwirtschafteten Gewinns.

© - dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

Eye 1

Viele Facebook-Nutzer sind sorglos

Ein Fünftel der Facebook-Nutzer nehmen leichtsinnig Freundschaftsanfragen an und geben damit automatisch ihre privaten Informationen preis. Diesen Schluss zieht ein Forscherteam der kanadischen University of British Columbia aus den Ergebnissen eines Experiments. Die Wissenschaftler sammelten mit 102 virtuellen Facebook-Profilen Gigabytes an Benutzerdaten. Um an die Daten heranzukommen schickten die sogenannten "Social Bots" Freundschaftsanfragen an über 5000 zufällig ausgewählte Nutzer.

Die Forscher gestalteten ihre falschen Facebook-Profile möglichst attraktiv, damit die fremden Freundschaftsanfragen auch angenommen werden. So erstellten sie Fake-Accounts mit gut aussehenden Frauen und Männern, deren Profilfotos von der Bewertungs-Seite hotornot.com stammten. Die Bots erstellten sogar Status-Updates, um die Profile authentischer wirken zu lassen. Um zu verhindern, dass das Facebook Immune System (FIS) Alarm schlägt, sendete ein Bot nur 25 Anfragen am Tag. Dennoch wurden nach acht Wochen Laufzeit 20 der gefälschten Profile enttarnt.

Hatte ein Nutzer die Anfrage angenommen, bekam der Bot - abhängig von den Privatsphären-Einstellungen - Zugriff auf dessen Daten und sammelte sie für das Experiment ein. Es wurden 2391 männliche und 2662 weibliche Facebook-Nutzer kontaktiert. Insgesamt akzeptierten 976 Nutzer die Anfragen - rund ein Fünftel.

Stop

Datenschutzhickhack: Fesseln für Facebook

Bundesinnenminister Friedrich droht Onlinenetzwerken wie Facebook mit einem Gesetz zum Datenschutz. Die Anbieter versprechen einen freiwilligen Kodex. Sollte der nicht ausreichen, müsse es "flankierende gesetzliche Schritte" geben.
FB Freundschaftsanfrage
© 2011 FTD.de

Nutzerdaten auf Facebook sind leichte Beute. Wie leicht, dokumentiert eine aktuelle Studie von Forschern der University of British Columbia in Vancouver: Die Wissenschaftler haben Programme auf das soziale Netzwerk losgelassen, die sich als reale Nutzer ausgaben, um an persönliche Informationen anderer zu kommen. Die Bilanz ist ernüchternd: Von rund 5000 angeschriebenen Facebook-Nutzern reagierten knapp 1000. Über diese direkten "Freunde" kamen die Programme binnen acht Wochen an mehr oder weniger öffentliche Informationen von mehr als einer Million Facebook-Profilen.

Facebook äußerte am Mittwoch "ernsthafte Bedenken" an den Methoden der Studie. Die Forscher gaben an, sie hätten nach den Ethikstandards der Universität gehandelt und nach der Aktion alle gesammelten Daten gelöscht. Es sind nicht die ersten Sicherheitsprobleme, die bei Facebook bekannt wurden. Experten haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass sich hinter harmlosen Umfragen oder Spielen sogenannte Schadprogramme verbergen können. So hatte die Sicherheitsfirma Symantec aufgedeckt, dass Dritte über bestimmte Anwendungen Nutzerprofile und Chats einsehen können.

Heart - Black

Erdbebenfolgen in der Türkei: Arm und Reich sind nicht gleich

Das schwere Erdbeben im Osten des Landes hat eine tiefe Kluft zwischen den sozialen Schichten gerissen. Auch politische Allianzen bestimmen, wer zuerst Hilfe bekommt.
Hilfslieferung
© dapdWer wird als erstes bedient? Vermutlich die reichen und politisch genehmen.

VAN taz | Abgesehen von einigen Rissen in den Wänden und etwas abgeplatztem Putz scheint Van nach dem schweren Erdebeben vom vergangenen Sonntag zum normalen Alltagsleben zurückzukehren.
Tagsüber sind die Bürgersteige der Innenstadt gefüllt, und auf den Straßen herrscht das übliche Verkehrschaos. Nachts jedoch ist Van eine verlassene Geisterstadt: die mehrstöckigen Appartmentblocks, die das Stadtbild beherrschen, stehen größtenteils leer, nur vereinzelt sind Fenster erleuchtet.

Über 5.000 Gebäude sind wegen statischer Bedenken für unbewohnbar erklärt worden. Während es die Mittelschicht vorzog, der Stadt vorläufig zu entfliehen, bleibt den ärmeren Bewohnern keine Wahl, als bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt die Nächte in Zelten zu verbringen. Die Naturkatastrophe hat - wie so oft - die bereits Benachteiligten am härtesten getroffen.

Nuke

Schwedische Atomkraftwerke nicht erdbebensicher

Stockholm. Die schwedischen Atomkraftwerke haben den nach der Katastrophe in Fukushima von der EU verordneten Stresstest nicht bestanden. Nach Angaben der schwedischen Strahlensicherheitsbehörde SSM vom Mittwoch würden die derzeit in Betrieb stehenden zehn schwedischen Reaktoren ein schweres Erdbeben mit Werten über sechs auf der Richterskala vermutlich nicht unbeschadet überstehen. Bis 2013 wollen die Verantwortlichen in Schweden die AKW durch Umbauten und Änderung von Sicherheitsroutinen sicherer gegen Erdbeben machen.

Grund für die relative Empfindlichkeit der schwedischen AKW-Bauten ist, dass starke Erdbeben in Skandinavien als "unwahrscheinlich" gelten. Der mit der Durchführung der EU-Stresstests beauftragte Atomsicherheitsexperte Jan Hanberg sagte laut der schwedischen Nachrichtenagentur TT, die Tests hätten außerdem ergeben, dass die schwedischen AKW-Betreiber auch nicht in der Lage wären, gleichzeitig entstandene Schäden am mehreren Reaktoren zu bewältigen.