
Dem Telegraphzufolge soll es in Großbritannien bisher 371 aufgedeckte Fälle dieser Art gegeben haben. 95 der Opfer kamen aus Vietnam, 67 aus Nigeria und 25 aus China. Die anderen Kinderopfer wurden aus Rumänien und Bangladesch nach Großbritannien geschmuggelt. „Illegale Händler nutzen die Nachfrage nach Organen und die Verwundbarkeit von Kindern aus. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Händler dieses Risiko eingeht und nur ein einziges Kind nach England bringt“, so die Direktorin der Kinderschutzorganisation ECPAT UK, Bharti Patel.
ECPAT meldet in einer Mitteilung von Februar 2016: „Besonders in Deutschland und Ungarn seien große Zahlen von Kriminellen mit Bezug zur Ausbeutung von Flüchtlingen festgenommen worden. Beunruhigend ist auch die große Überschneidung von Netzwerken, die sowohl Menschen nach Europa schmuggeln als auch Menschenhandel zum Zweck von sexueller Ausbeutung betreiben (...). 27 Prozent der Flüchtlinge, die während des letzten Jahres in Europa ankamen, sind minderjährig. Sie stellen eine leicht angreifbare Gruppe dar und sind damit am meisten davon bedroht, Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zu werden.“
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein großer Teil der Kinder, die entführt wurden, in Tschechien sexuell ausgebeutet werden, ist hoch. Insbesondere das deutsch-tschechische Grenzgebiet ist deutschlandweit bekannt für Kinderprostitution. Doch zu den Opfern gehören auch zahlreiche einheimische Kinder.
In einer Mitteilung der Kinderrechtsorganisation ECPAT aus dem Jahr 2005 heißt es: „Für viele Kinder im Grenzgebiet gehört Kinderprostitution zum normalen Alltag. Dies zeigt eine Studie, die UNICEF heute in Prag veröffentlicht. Bei einer Befragung von mehr als 1.500 Kindern und Jugendlichen berichtet fast jedes siebte Kind in der tschechischen Stadt Cheb nahe der deutschen Grenze davon, dass ihm einmal ein Erwachsener Geld für Sex angeboten habe. In einem gemeinsamen Appell fordern die Kinderrechtsorganisation ECPAT und UNICEF Deutschland, Österreich und Tschechien die Regierungen auf, die sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Mitte Europas wirksamer zu bekämpfen.“
ECPAT ist der Ansicht, dass sowohl die EU als auch die einzelnen EU-Staaten zu wenig gegen die Bekämpfung von Kinderprostitution tun.



Kommentar: Solche Meldungen gab es seit Beginn der Flüchtlingskrise bereits mehrfach: