Seit dem verheerenden Brand im Londoner Hochhaus Grenfell Tower am 14. Juni sollen mindestens 20 Menschen versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Nach Angaben der Aktivistengruppe Justice4Grenfell handelt es sich dabei nicht nur um ehemalige Bewohner, sondern auch um Augenzeugen der Tragödie. Als Grund dafür nennen die Aktivisten depressive Zustände unter den Opfern, weil diese sich isoliert fühlen. Manche haben eine Alkohol- und Drogensucht entwickelt.

Die Zeugen wollen die Bilder des brennenden Wohnhauses vergessen, können das aber nicht. Yvette Greenway, Aktivistin von Silence of Suicide, warnt vor weiteren möglichen Suizidversuchen. "Es gibt verschiedene Stufen eines Traumas: Depression, Angst und Selbstverstümmelung. Davon werden alle zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt betroffen. Wir brauchen eine langfristige psychische Versorgung für die nächsten Jahrzehnte, vielleicht auch länger", sagte die Expertin gegenüber der BBC.

Der Brand in dem 24-stöckigen Londoner Sozialbau brach am 14. Juni durch einen defekten Kühlschrank aus. Das Feuer konnte sich über die leicht entflammbare Fassadenverkleidung rasend schnell ausbreiten. Mindestens 80 Menschen kamen in den Flammen ums Leben.