Forscher haben erstmals direkte Hinweise darauf gefunden, wie die ersten landwirtschaftlich geprägten Gesellschaften sozial organisiert waren. Das erstaunliche Ergebnis: Zumindest die Steinzeit-Menschen, die sich vor 9.000 Jahren in Basta im Süden Jordaniens niederließen, lebten in endogamen Strukturen, das heißt, sie gingen fast ausschließlich Beziehungen mit Personen innerhalb der Verwandtschaftsgruppe ein.

© Benz et al. / PLoS OneEin Beispiel der zahlreichen im jordanischen Steinzeitdorf Basta gefundenen Gebiss, denen als Folge einer erblichen Fehlbildung die Plätze für die äußeren Schneidezähne (rot) fehlen.
Freiburg (Deutschland) - Wie das internationale Wissenschaftlerteam um Dr. Marion Benz vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Universität Freiburg aktuell um Fachmagazin
PLoS One berichtet, untersuchten sie die Sozialstrukturen in dem Steinzeitdorf, in dem bislang mehr als 50 individuelle Skelette gefunden wurden. "Früher standen uns hauptsächlich die Ruinen der Häuser sowie Gräber zur Verfügung, um die soziale Organisation zu rekonstruieren", erläutert die Studienleiterin. "Nun konnten wir die Zähne und Kiefer der ehemaligen Dorfbewohnerinnen und -bewohner untersuchen."