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Beer

Sexentzug treibt Fruchtfliegen zum Alkohol

Fruchtfliegen
© TheAlphaWolf/GDLDrosophila melanogaster
Hirnbotenstoff reagiert sowohl auf Paarung als auch auf das Suchtmittel

Dürfen sich Fruchtfliegen-Männchen tagelang nicht paaren, ertränken sie ihren Kummer im Alkohol. Sie ziehen das Rauschmittel normalem Futter vor und verschaffen sich so eine Ersatzbefriedigung. Das funktioniere, weil sowohl Sex als auch Alkohol einen wichtigen Botenstoff des Belohnungssystems, das sogenannte Neuropeptid F, aktiviere, berichten US-amerikanische Forscher im Fachmagazin Science.

Bei der Paarung oder durch Alkohol steigt der Pegel des Botenstoffs im Gehirn der Fliegenmännchen. Dies löst ein Gefühl der Befriedigung aus. „Sexentzug erzeugt dagegen einen Mangel dieses Botenstoffs, der die Fliegen nach anderen Möglichkeiten der Befriedigung suchen lässt“, schreiben Galit Shohat-Ophir von der University of California in San Francisco und seine Kollegen. Alkohol sei eine dieser Möglichkeiten.

Sobald die Fliegenmännchen wieder kopulieren durften, war die Anziehungskraft des Alkohols auf sie verflogen. Ähnlich suchthemmend wirkte es, wenn die Forscher die Ausschüttung des Neuropeptids F künstlich anregten. Das belege, dass das Neuropeptid F bei den Fruchtfliegen eine Schlüsselposition als Vermittler zwischen Sucht, Befriedigung und dem Paarungsverhalten spiele.

Syringe

Therapiemittel gegen Alzheimer gefunden?

Alzheimer's patients
© Unknown
Philadelphia. Nicht erst der Fall des Rudi Assauer hat in Deutschland die Alzheimer-Erkrankung in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Viele Menschen treibt die Angst vor der erblichen Krankheit um. Nun scheint in den USA ein Durchbruch auf dem Weg zur Behandlung von Alzheimer erzielt worden zu sein.

Forscher haben einen neuen Hemmstoff gegen die zellzerstörenden Alzheimer-Plaques entwickelt. Die Substanz blockiert den Transport einer Vorstufe der schädlichen Eiweißablagerungen ins Gehirn, wie Versuche an Mäusen zeigten. Der Einstrom dieses Amyloids habe sich dadurch um bis zu 97 Prozent verringert. Gleichzeitig habe die Substanz Verhaltensstörungen und Gedächtnisausfälle bei an Alzheimer erkrankten Mäusen rückgängig gemacht, berichtet das internationale Forscherteam im Fachmagazin Journal of Clinical Investigations.

"Aus dieser Substanz könnte in Zukunft ein Therapiemittel für Alzheimer-Patienten entwickelt werden", schreiben Rashid Deane von der University of Rochester in New York und seine Kollegen. Denn der neue Hemmstoff FPS-ZM1 könne auch dann noch helfen, wenn im Gehirn der Betroffenen bereits Plaques entstanden seien und die erste neurologische Ausfälle bestünden. Wie die Forscher berichten, hemmt das neue Mittel nicht nur die Bildung neuer Eiweißablagerungen, es verringert auch die schädlichen Auswirkungen bereits existierender Plaques. "Der Hemmstoff unterdrückt die Entzündungsreaktion der Gehirnzellen und senkt sie um bis zu 85 Prozent", sagen die Forscher.FPS-ZM1 schütze die Neuronen damit vor dem Zellstress und den Zerstörungen, die durch die Amyloid-Plaques verursacht würden.

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Smoking

Nikotin ist nützlich

Rauchen
© dpa
Es gibt wirklich keinen guten Grund, um zu rauchen. Aber es gibt einen Stoff im Tabak, der nicht ohne Grund manche Mediziner fasziniert: Nikotin.

Es ist entscheidend daran beteiligt, dass Raucher süchtig werden. Doch Nikotin hat auch eine helle Seite. Seine stimulierende Wirkung kann vielleicht helfen, Menschen, die von geistigem Verfall bedroht sind, von Neuem zu beflügeln. Aus dem Gift könnte ein Medikament werden.


Giftig ist Nikotin ganz buchstäblich. Die Tabakpflanze stellt es her, um Fressfeinde unschädlich zu machen. Es ist ein biologisches Insektizid. Wie das ebenfalls anregende Koffein gehört Nikotin zur chemischen Gruppe der Alkaloide. Es wirkt auf vielfältige Weise, vor allem im Gehirn ist es bedeutsam. Hier heftet es sich auf Nervenzellen an Andockstellen des Botenstoffs Acetylcholin. Über diesen Effekt fördert es Aufmerksamkeit, Lernen und das Gedächtnis. Umgekehrt schwinden bei einem Alzheimer-Patienten die Andockstellen für Acetylcholin.

Amerikanische Ärzte haben nun Nikotinpflaster, wie sie Raucher als Hilfe zur Entwöhnung benutzen, bei Menschen mit leichter geistiger Beeinträchtigung erprobt. Bei diesen Personen ist das Gedächtnis auffällig geschwächt, ohne dass ein echter geistiger Verfall, eine Demenz vorliegt. Allerdings erkranken viele Betroffene später an einer Demenz. Wie die Mediziner im Fachblatt Neurology berichten, behandelten sie 74 Menschen mit leichter geistiger Beeinträchtigung, Durchschnittsalter 76, entweder mit einem Nikotinpflaster oder einem Scheinmedikament, Placebo.

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Cell Phone

ADHS-ähnliche Symptome durch Handystrahlung bei Tests mit Mäusen

Strahlenbelastung führte in Tierversuchen zu Gehirn- und Verhaltensänderungen bei ungeborenen Mäusen. Hirn Ungeborener besonders empfindlich.
Handy
© grenzwissenschaft-aktuell.deHandystrahlung hat bei ungeborenen Mäusen Verhaltensveränderungen hervorgerufen.

LONDON. Nicht alles, was im Tierversuch herausgefunden wird, ist auch auf den Menschen übertragbar.Dennoch ist ein neues Forschungsergebnis alarmierend. Handystrahlung könnte die Gehirnentwicklung von Ungeborenen im Mutterleib stören. Hinweise darauf haben Forscher in Experimenten mit Mäusen gefunden. Setzten sie trächtige Mäuseweibchen der elektromagnetischen Strahlung eines Mobiltelefons aus, entwickelten deren Jungen später Verhaltensstörungen. Diese hätten denen von menschlichen Kindern mit der Aufmerksamkeitsstörung ADHS geglichen. Die im Mutterleib der Strahlung ausgesetzten Mäuse seien hyperaktiv, weniger ängstlich und hätten Gedächtnisprobleme gezeigt, berichten die Forscher im Fachjournal Scientific Reports. (doi:10.1038/srep00312)

Die Strahlenbelastung im Mutterleib löste bei den Mäusejungen auch physiologische Veränderungen im Gehirn aus, wie die Wissenschaftler beobachteten. Dadurch war die Übertragung des Hirnbotenstoffs Glutamat bei diesen Tieren gestört. Betroffen von diesen Veränderungen sei vor allem der sogenannte präfrontale Cortex, ein Hirnzentrum, das auch bei ADHS eine wichtige Rolle spiele, sagen die Forscher.

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Beaker

Klon-Projekt: Elefant soll Mammut zur Welt bringen

Bild
Südkoreanische und russische Forscher wollen in einem gemeinsamen Projekt ein Mammut klonen. Die Arbeiten dazu sollen noch dieses Jahr beginnen. Das Mammut soll von einer indischen Elefantenkuh ausgetragen werden.

Südkoreanische und russische Wissenschaftler wollen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt ein Mammut klonen. Der umstrittene südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk und Wasili Wasiliew von der Universität der russischen Teilrepublik Jakutien unterzeichneten am Dienstag ein entsprechendes Abkommen. Die Arbeit zum Klonen des vor rund 10 000 Jahren ausgestorbenen Wollhaarmammuts soll noch in diesem Jahr beginnen. Auch ein Forschungsinstitut in Peking ist an dem buchstäblichen „Mammutprojekt“ beteiligt.

Grundlage für die Arbeit sind in Sibirien entdeckte Überreste des ausgestorbenen Tiers, die durch die Klimaerwärmung aus dem Permaeis zutage gefördert wurden. Die Forscher wollen in einem ersten Schritt Stammzellen aus dem Gewebe der Überreste gewinnen.

Bacon

Ernährung beeinflusst Gen-Expression: Fleischfresser haben keine Geschmacksrezeptoren für Süßes

Bei vielen Säugetieren sind einzelne Geschmacksrezeptoren deaktiviert

Hauskatzen zeigen keinerlei Interesse an Schokolade oder Keksen. Kein Wunder - sie können die Süße überhaupt nicht schmecken. Und das ist laut einem amerikanisch-schweizerischen Forscherteam unter Fleischfressern keine Seltenheit.


Die Gruppe um Peihua Jiang vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia hatte das Fressverhalten und die Geschmacksrezeptoren von zwölf verschiedenen Säugetieren verglichen. Ziel der Untersuchung war zum einen, herauszufinden, ob der Verlust eines Teils des Geschmackssinns nur bei Katzen auftritt oder ob es sich dabei um eine typische Eigenart von Fleischfressern handelt. Zum anderen wollten die Forscher prüfen, ob auch andere Geschmacksrezeptoren, beispielsweise für umami oder bitter, davon betroffen sein können.

Meteor

Magnetische Anomalien auf Mond durch Meteoriten?

Magnetische Anomalien auf dem Mond stammen womöglich von Asteroiden-Resten

Der Mond besitzt kein Magnetfeld und kaum magnetische Gesteine. Seit Jahren rätseln Planetenforscher daher, wieso es einige Stellen mit starken lokalen Magnetfeldern auf der Mondoberfläche gibt - sogenannte magnetische Anomalien. Jetzt haben Forscher um Mark Wieczorek berechnet, dass die merkwürdigen Magnetflecken womöglich bei einem gewaltigen Einschlag entstanden sind. Bruchstücke des Meteoriten könnten die Anomalien erzeugen, fanden die Forscher durch Simulationsrechnungen heraus.


Die magnetischen Anomalien wurden in den 1960er Jahren bei den Apollo-Missionen entdeckt. Auf der Erde entstehen ähnliche Anomalien, wenn eisenreiches Gestein durch das Erdmagnetfeld magnetisiert wird. Das Mondgestein enthält allerdings kaum Mineralien, die magnetisierbar sind, weswegen die Herkunft der lunaren Anomalien mysteriös blieb. Wieczorek und seinen Kollegen fiel nun auf, dass sich die magnetischen Anomalien am Rand des größten Einschlagkraters des Sonnensystems konzentrieren, des 2.500 Kilometer großen Aitken-Beckens. Sie vermuteten daher, dass mit dem Einschlag eisenreiche Spritzer in die Mondkruste gelangt sein könnten.

Rocket

Schwerelosigkeit verändert das Gehirn

Aufenthalte im Weltraum lassen die Knochendichte und die Muskelmasse schwinden, das war bereits bekannt. Jetzt haben Forscher entdeckt, dass eine längere Zeit in der Schwerelosigkeit Augen und Gehirn verändern kann.
astronaut
© dpaNoch ist unklar, wie lange Menschen im All bleiben können, ohne gravierende körperliche Schäden zu erleiden

Die Veränderungen an Gehirn und Augen der Astronauten ähneln der sogenannten intrakraniellen Hypertension. Durch das Problem, das vor allem übergewichtige Frauen trifft, steigt im Schädel aus bisher ungeklärten Gründen der Hirnwasserdruck. Dies kann etwa Kopfschmerzen auslösen oder die Sehnerven schädigen. Das beschreiben die Forscher der University of Texas in Houston im Fachblatt Radiology. An der Untersuchung nahmen 27 Astronauten teil, die durchschnittlich 108 Tage an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) oder eines Space Shuttle verbracht hatten.

Jeder dritte Raumfahrer zeigt Veränderungen

Bisher war bekannt, dass Aufenthalte im Weltraum die Knochendichte und die Muskelmasse schwinden lassen. Nun untersuchten Forscher Gehirn und Augen von Raumfahrern per Magnetresonanztomographie (MRT). Auffällige Befunde fanden sie vor allem im Hirn jener Astronauten, die mehr als 30 Tage hintereinander in Schwerelosigkeit verbrachten. Die Hirnflüssigkeit jedes dritten Astronauten hatte sich im Bereich der Sehnerven ausgedehnt, bei gut jedem Fünften war die Rückseite des Augapfels abgeflacht und bei etwa jedem Siebten war der Sehnerv ausgewölbt.

Pills

Alkoholsucht: LSD soll dagegen helfen

LSD ist nicht nur ein starkes Halluzinogen, es kann offenbar auch bei der Bewältigung von Alkoholsucht helfen. Forscher haben jetzt Studien aus den sechziger und siebziger Jahren ausgewertet - und sind auf erstaunliche, in Vergessenheit geratene Erkenntnisse gestoßen.
lsd, droge, hippie
© CorbisParty im San Francisco der späten sechziger Jahre: Psychedelische Drogen wie LSD waren in der Hippie-Ära äußerst beliebt.

Die Hippie-Ära erscheint ohne LSD kaum denkbar. Bis 1966 war Lysergsäurediethylamid in den USA legal - und wurde fleißig benutzt. Schon in kleinen Mengen verursacht es teils lang anhaltende Halluzinationen, was längst nicht nur in der Psychotherapie nützlich sein kann. LSD schenkt, so berichten es viele Konsumenten, spirituelle Erfahrungen und das Gefühl, mit dem ganzen Weltall in Verbindung zu stehen. Das Zeitempfinden ändert sich, Sinneseindrücke werden intensiver, hinzu kommen Halluzinationen unterschiedlicher Art.

Allerdings ist nicht jede LSD-Erfahrung angenehm. Wer emotional belastet ist, kann auch einen Horrortrip mit Angstzuständen, Desorientierung oder gar Psychose-ähnlichen Symptomen und Kontrollverlust erleben. Durch die starke Verbreitung des LSD-Konsums in den sechziger Jahren kam dergleichen nicht eben selten vor. Die Folge: Die Substanz wurde in zahlreichen Staaten verboten, die Forschung kam ab den siebziger Jahren nahezu zum Erliegen.

Manche Wissenschaftler glauben schon seit langem, dass das ein Fehler war. Denn in der Medizin kann LSD durchaus Vorteile bieten, zumal es kaum abhängig macht. Jetzt haben Forscher sechs Studien aus den späten sechziger und frühen siebziger Jahren ausgewertet, in denen insgesamt 536 Alkoholiker mit Hilfe von LSD behandelt wurden. Das Ergebnis: LSD habe einen "klaren und konsistent hilfreichen Effekt" in der Therapie der Trunksucht.

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Schmallenberg-Virus sichtbar gemacht

Greifswald, Düsseldorf. Forschern ist es erstmals gelungen, das Virus der Schmallenberg-Seuche sichtbar zu machen. Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts konnten den Erreger unter einem hochauflösenden Mikroskop zeigen.

Das Schmallenberg-Virus wird nach bisherigen Erkenntnissen von Stechmücken übertragen. Es führt zu Missbildungen oder Totgeburten bei Lämmern und Kälbern. Vor allem in Nordrhein-Westfalen gibt es viele Fälle. Forscher arbeiten an einem Impfstoff.

Die Zahl der am Schmallenberg-Virus erkrankten Huftiere im Münsterland stagniert. Das Landesumweltamt hat bislang 21 erkrankte Tierbestände in unserer Region erfasst. Neue Fälle seien in den vergangenen Tagen nicht dazu gekommen. Es sei jedoch vor allem bei Kälbern noch mit weiteren erkrankten Tieren zu rechnen.