Wissenschaft und TechnologieS


Chalkboard

Rotation der Erdachse erstmals unmittelbar gemessen

Schaubild Erdachse
© Dna-webmaster, cc-by-sa 3.0 (dt.Text: grewi.de)Archiv: Schaubild zur Erdachse
München/ Deutschland - Forschern der Technischen Universität München (TUM) ist es als ersten gelungen, mit Labormessungen die Schwankungen der Erdachse unmittelbar zu bestimmen. Bislang konnten auf die Wanderungen der Polachse nur indirekt über die Richtung zu Fixpunkten im All geschlossen werden. Die Lage der Achse und die Drehgeschwindigkeit zu messen, ist Voraussetzung für die exakte Bestimmung einzelner Punkte auf der Erde, etwa für moderne Navigationssysteme.

"Die Erde schlingert", erläutert die TUM-Pressemitteilung (mytum.de) und führt weiter aus: "Wie bei einem Brummkreisel, den man antippt, schwankt die Lage ihrer Rotationsachse im Raum, weil die Gravitation von Sonne und Mond auf sie wirkt. Gleichzeitig ändert sich auch die Position der Rotationsachse auf der Erde permanent: Zum einen verursachen Ozeanbewegungen, Wind und Luftdruck eine Bewegung der Pole, die rund 435 Tage dauert - ein nach seinem Entdecker 'Chandler Wobble' getauftes Phänomen. Zum anderen ändert sich die Position im Laufe eines Jahres, weil die Erde auf einer elliptischen Bahn um die Sonne rast - der 'Annual Wobble'. Die beiden Effekte ergeben eine unregelmäßige Wanderung der Erdachse auf einer kreisähnlichen Linie mit einem Radius von maximal sechs Metern."

Network

Schimpansen erkennen Unwissenheit

Den Kenntnisstand anderer einschätzen zu können, ist für eine gute Kommunikation äußerst wichtig. Auch Schimpansen beherrschen laut einer neuen Studie diese Fähigkeit. Sie warnen unwissende Artgenossen vor Gefahren.

Eine täuschend echte Nachbildung einer Giftschlange half den Forschern um Catherine Crockford von der Universität von St Andrews, England, diese Schlüsse zu ziehen. Sie legten das potenziell gefährliche Tier auf einige Pfade, die von einer Gruppe freilebender Schimpansen in Uganda oft benutzt werden.

Entdeckt ein einzelner Affe die Schlange, stößt er Warnlaute aus, um andere Gruppenmitglieder in Hörweite zu informieren. Kommen weitere Artgenossen dazu, wiederholen die informierten Affen die Warnlaute, um auch die nicht-wissenden Schimpansen über die Gefahr in Kenntnis zu setzen. Sind allerdings nur Tiere anwesend, die bereits Bescheid wissen, stoßen sie sehr viel seltener Warnlaute aus.

Padlock

Rückschau Wissenschaftler bezweifeln AIDS-Theorie

aids, spritze
© Aidan Dunbar (@sxc.hu)
Eine Gruppe von über 37 Wissenschaftlern sorgt mit einem Schreiben an die medizinische Fachzeitschrift Science für Furore. Die Forscher bitten das Magazin, die vier Originalveröffentlichungen zurück zu nehmen, die das Humane Immundefizienz-Virus (kurz: HIV) für AIDS verantwortlich machen. Die Autoren des Schreibens liefern Verdachtsmomente, die daraufhin deuten, dass die in Science veröffentlichten Studien nicht nur mangelhaft durchgeführt, sondern deren Ergebnisse sogar gefälscht worden sind.

Dem US-Virologen Roberto Gallo, Verfasser der Originalveröffentlichungen und offizieller Mitentdecker des HI-Virus, wird vorgeworfen, in letzter Minute Änderungen an den Dokumenten vorgenommen zu haben. Bereits 2008 wurde dem berühmten Wissenschaftler der Medizin-Nobelpreis versagt - für viele Kritiker bereits ein erstes Anzeichen öffentlicher Zweifel an seiner wissenschaftlichen Integrität.

"Ich war entsetzt, als ich den Originalentwurf der wissenschaftlichen Veröffentlichung las, die heute weitgehend zum Beweis zitiert wird, dass HIV AIDS verursacht," sagt die Journalistin und Buchautorin Janine Roberts. Gallos handverfasste Änderungen verkehrten die Ergebnisse seiner Laborwissenschaftler ins Gegenteil, so die Autorin. Dies stelle eine unfassbare Missachtung des wissenschaftlichen Vorgangs und einen beunruhigenden Vertrauensbruch für die Öffentlichkeit dar.

Telescope

Jupiters Kern könnte sich auflösen

Jupiter
© NASAJupiter, der größte Planet des Sonnensystems
Berkeley/ USA - Neue Berechnungen von Wissenschaftlern der University of California deuten daraufhin, dass der feste, felsige Kern des Jupiters unter den im Inneren des Gasriesen vorherrschenden extremen Bedingungen schmelzen und sich nach und nach sogar ganz auflösen könnte. Tatsächlich kann das Szenario einige ungewöhnliche Merkmale des Jupiterinneren erklären, die bislang den gängigen Theorien der Planetenentstehung zu widersprechen scheinen.

Wie Hugh Wilson und sein Kollege Burkhard Militzer vorab auf "arxiv.org" berichten, lassen sich die extremen Bedingungen im Innern des Jupiters derzeit noch nicht im Labor simulieren - schließlich herrschen hier Temperaturen von rund 20.000 Grad Celsius und ein Druck vor, der dem etwa 40-Millionenfachen des irdischen Luftdrucks entspricht. Aus diesem Grund wendeten die Forscher quantenmechanische Berechnungen über die Bedingungen im Innern des Jupiters und das Verhalten der den Jupiterkern bildenden Materialien an und kamen so zu dem Schluss, dass der Kern des Jupiters nicht nur schmelzen, sondern sich auch gänzlich auflösen und dabei die Atmosphäre des Gasriesen anreichern könnte.

Magnify

Fossilienfund: Forscher entdecken Vorläufer der ersten Tiere

Sporenkörper
© Stefan Bengtson, Swedish Museum of Natural History570 Millionen Jahre alter vielzelliger Sporenkörper während der Zell- und Zellkernteilung.
Aargau/ Schweiz - Bei einzelligen Organismen, die vor über einer halben Milliarde Jahre gelebt haben und deren Fossilien in China gefunden wurden, handelt es sich wahrscheinlich um die unmittelbaren Vorläufer der frühesten Tiere. Die amöbenartigen Einzeller haben sich in einer Weise in zwei, vier, acht usw. Zellen geteilt, wie es heute tierische (und menschliche) Embryonen tun.

Wie die Forscher vom Paul Scherrer Institut (PSI) glauben, könnten diese Organismen einem der ersten Schritte vom Einzeller zum Vielzeller in der Entwicklung richtiger Tiere entsprechen.

Möglich wurden die Erkenntnisse durch tomografische Untersuchungen, die den genauen inneren Aufbau der rund sandkorngroßen Fossilien sichtbar gemacht haben.

Radar

Sklavenhandel brachte Malaria nach Südamerika

Der gefährlichste Malaria-Erreger Plasmodium falciparum gelangte mit dem Sklavenhandel von Afrika nach Südamerika.

Dies zeigt eine vergleichende genetische Analyse der Parasiten, die ein Team um Erhan Yalcindag von der Universität Montpellier in den Proceedings der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) präsentiert.

Die Studie könnte Klarheit in die Debatte über die Herkunft des Malaria-Erregers in Südamerika bringen. Bislang waren sich Forscher uneinig, ob der Erreger erst mit der europäischen Auswanderung und dem afrikanischen Sklavenhandel nach Südamerika kam oder auf sehr viel ältere Ursprünge zurückgeht, wie ältere Beweismaterialien nahelegen.

Für ihre Studie analysierten die Autoren Malaria-Erreger in infizierten menschlichen Blutproben. Diese stammten unter anderem aus dem Afrika südlich der Sahara, dem Mittleren Osten, Südostasien und Südamerika. Die Forscher bestimmten die genetische Verwandtschaft der Erreger und fanden Belege für einen afrikanischen Ursprung von Plasmodium falciparum in der Neuen Welt.

Info

Rätsel über Metallkugel in Afrika und Weihnachtsleuchten gelöst

Die Aufregung über einen Lichtstreifen am Weihnachtshimmel war am Heiligen Abend in Deutschland nicht geringer als wenige Wochen zuvor im südwestafrikanischen Namibia, als dort eine mysteriöse Metallkugel mit einem lauten Knall in einem Dorf in die Erde schlug. Im Gegenteil: Bei der UFO-Meldestelle CENAP in der Stadt Mannheim brachen beinahe die Hotlines zusammen.
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© The Telegraph/Screenshot

Doch das außergewöhnliche Himmelsphänomen hatte eine durchaus profane Ursache, wie die europäische Weltraumagentur ESA nun bestätigte. Der weihnachtliche „Komet“ war ein Teil einer russischen Trägerrakete.

„Es handelte sich dabei um eine Oberstufe der Sojus-Rakete, die kürzlich drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hat“, erklärte ESA-Sprecher Bernhard von Weyhe am Sonntagabend im deutschen Darmstadt. Das hätten Untersuchungen einer Expertengruppe der Weltraumagentur ganz eindeutig ergeben. Belgische Astronomen hatten diesen Verdacht bereits zuvor geäußert. Aber auch ein Meteorit wurde nicht ausgeschlossen, die Behörden prüften kurz sogar die Möglichkeit eines Flugzeugabsturzes.

Raketenteile mit 28.000 km/h unterwegs

„Die Raketenteile sind etwa 80 Kilometer über der Erde verglüht. Die Flugrichtung war von Westen nach Osten“, erklärte von Weyhe. „Beim Eintritt in die Atmosphäre hatten sie etwa eine Geschwindigkeit von 25.000 bis 28.000 Stundenkilometern.“ Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keiner Zeit bestanden. „Je weiter Teile in die Erdatmosphäre eintreten, desto mehr zerbrechen und verglühen sie.“ Die betreffende Sojus-Rakete war letzten Mittwoch vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus gestartet.

Rocket

Wieder eine Panne mit einer Sojus-Rakete

Der Ruf Russlands als stolze Weltraummacht steht auf dem Spiel. Bei einer neuerlichen schweren Raumfahrtpanne verlor Russland am Freitag durch den Fehlstart einer Sojus-Rakete einen militärischen Kommunikationssatelliten. Glücklicher verlief indes die Ankunft dreier Raumfahrer an der Internationalen Raumstation ISS.
sojus, rakete
© NASA - WikipediaSojus-Trägerrakete

Der vom Weltraumbahnhof Plessezk im Norden Russlands gestartete Meridian-Satellit stürzte in Sibirien ab, meldete die Agentur Interfax am Freitag unter Berufung auf Raumfahrtkreise. Schäden oder Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht. Der Satellit sollte vor allem der Kommunikation von Schiffen und Flugzeugen in der Arktis dienen.

Ein Teil mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern sei auf das Dach eines Hauses im Dorf Wagaizewo rund hundert Kilometer südlich von Nowosibirsk gefallen, sagte ein örtlicher Vertreter nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax am Samstag. Die Straße, in der das Haus stehe, sei zu Ehren der sowjetischen und russischen Raumfahrer einst Straße der Kosmonauten genannt worden, ergänzte er.

Weitere Starts auf Eis?

Es ist bereits der zweite Fall einer Sojus-Fehlzündung in diesem Jahr. Im August stürzte eine Sojus-Rakete mit dem Versorgungsraumschiff Progress ab, die bemannten Flüge zur Internationalen Raumstation ISS mussten daraufhin zwei Monate lang ausgesetzt werden. Die Trümmer des nun abgestürzten Satelliten seien südlich der Stadt Nowosibirsk aufgeschlagen, hieß es. Der Schaden wurde auf umgerechnet rund 50 Millionen Euro geschätzt.

Cow Skull

Forscher züchten Fleisch für Hamburger im Labor

Bild

Niederländische Forscher arbeiten derzeit an einem ungewöhnlichen Projekt. Die Wissenschaftler der Universität von Maastricht wollen einen Hamburger im Labor züchten. Das Rindfleisch dafür soll komplett künstlich hergestellt werden. Die Grundlage liefern 10.000 Stammzellen, die zuvor aus einem Kalb entnommen werden. Das Herstellen von sogenanntem In-Vitro-Fleisch solle auch mit Geflügel und Lamm möglich sein, so die Forscher. Mit dem Verfahren könnte Fleisch ohne vorheriges Züchten von Tieren hergestellt werden. Damit solle einer weltweiten Nahrungsmittelknappheit entgegengewirkt werden. “Ich glaube nicht, dass man in den kommenden Jahrzehnten noch auf die traditionelle Viehhaltung setzen kann”, erklärte der Forschungsleiter Mark Post. “In-Vitro-Fleisch wird die einzige Wahl sein.”

2 + 2 = 4

Geflügelte Rechner: Auch Tauben können Mathe

Tauben beherrschen einfache Mathe-Regeln genauso gut wie Rhesusaffen. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie aus Neuseeland.

Vögel sind alles andere als dumm - auch wenn die sprichwörtliche Gans noch immer als Beispiel für mangelnde kognitive Fähigkeiten herhalten muss. Krähen zum Beispiel beeindrucken mit einem planvollen Werkzeuggebrauch.
Tauben und Mathe
© Damian ScarfNeuseeländische Wissenschaftler haben Tauben Mathe beigebracht.

Und Tauben, so berichten neuseeländische Forscher, können sogar einfache abstrakte Rechenregeln erlernen. Bekannt war bereits, dass die Vögel zählen können - doch dazu sind sogar Insekten wie Bienen in einem gewissen Rahmen in der Lage. Bislang waren Wissenschaftler jedoch davon ausgegangen, dass höhere mathematische Leistungen Primaten vorbehalten sind.

So war es Elizabeth Brannon von der Duke University in Durham 1998 gelungen, Rhesusaffen beizubringen, Bilder mit einer unterschiedlichen Zahl von Gegenständen der Anzahl nach einzuordnen. Das heißt, die Affen konnten erkennen, dass vier mehr ist als zwei und acht mehr als sechs.