Spionage in eigener Sache: Weil ein Kunde vertrauliche Informationen nach außen gab, durchsuchte Microsoft dessen private Emails - ohne Gerichtsbeschluss. Durfte der Softwarekonzern das?

© Bloomberg
Am Freitag Nachmittag droht die Situation endgültig zum Skandal zu werden, das Image von Microsoft kann deutlich beschädigt werden. Das Unternehmen aus Redmond, Washington,
verschickt jetzt ein Statement, das Kunden und Journalisten, Blogger und Mitarbeiter beruhigen soll.
"Es ist nicht realisierbar, einen Gerichtsbeschluss zu bekommen, der uns befiehlt, uns selbst zu durchsuchen", schreibt darin John Frank, Vice-President des Softwarekonzerns. Und juristisch gesehen mag Frank recht haben. Microsoft hat sich selbst durchsucht. Aber ist es so einfach?
Tatsächlich haben Mitarbeiter des Softwarekonzerns und E-Mail-Anbieters die Mails eines Bloggers durchsucht, der seine Mails beim Microsoft-Dienst Hotmail gespeichert hat. Die Techniker haben also einen Server durchsucht, der ihrer Firma gehört, auf dem aber Mails gespeichert waren, die zu einem Kunden gehörten.
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