Der geheimnisvolle Planet Nibiru rast auf die Erde zu und nur das südfranzösische Bugarach bleibt verschont. Das glauben zumindest Apokalyptiker - und haben das 200-Seelen-Dorf zu ihrem Wallfahrtsort erkoren. Die Folgen: Splitternackte Pilger und steigende Grundstückspreise.

© Getty ImagesWill notfalls die Armee zur Hilfe rufen: Jean-Pierre Delord. Im Hintergrund: Der angeblich von Aliens bewohnte Berg von Bugarach.
Manchmal kommt aber auch alles zusammen. Der geheimnisvolle Planet Nibiru rast in die Erde. Die Magnetpole vertauschen sich. Ozeane schwappen über, Vulkane brechen aus, die Welt verwandelt sich in ein Flammenmeer. Dies alles geschieht am 21. Dezember 2012. Apokalyptiker vieler Länder haben - gestützt auf den Maya-Kalender - errechnet, dass an diesem Tag die Welt untergeht.
Das ist nicht weiter beunruhigend, denn Ähnliches wurde seit Ende des Römischen Reiches bereits 183 Mal prophezeit. Für einen Weiler im Süden Frankreichs aber könnte das globale Raunen fatale Folgen haben. Untergangsgläubige haben Bugarach am Rand der Pyrenäen als einzigen Ort ausgemacht, der dem Inferno widersteht.
Das 200-Seelen-Dorf westlich von Perpignan befürchtet daher eine Esoteriker-Invasion. Die staatliche französische Sekten-Kommission Miviludes reiste kürzlich in den Ort und lässt ihn überwachen. Ein Bericht der Kommission, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, geht ausführlich auf die Apokalyptiker und auf Bugarach ein. Längst sind die Zeichen nicht mehr zu übersehen. Die abgelegene Sommerfrische wird zur Heilstatt der Katastrophen-Gläubigen.