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In Madrid (Foto oben) sind es gestern mehr als 100.000 gewesen, ebenso in Barcelona. In mehr als 80 spanischen Städten brannte die Luft gleich doppelt: Auch 40 Grad Hitze konnte nicht mehr verhindern, dass die Menschen ihren Zorn auf die Strasse trugen.
Der Protest lässt sich nicht mehr auf bestimmte Berufsgruppen oder soziale Schichten reduzieren - jetzt reicht es allen. Spanien ist ein ganz besonderes Land. Die Menschen halten lange still, bringen Opfer. Doch wenn sie einen gewissen Punkt überschritten sehen, gibt es kein Zurück mehr. Dieser Punkt ist jetzt! Regierungschef Mariano Rajoy hat das unterschätzt, offensichtlich kennt er sein eigenes Land zu wenig.
Jeder ist jetzt betroffen
, und jeder will seinen Protest öffentlich und sehr deutlich machen. Ob die drastische
Mehrwertsteuer-Erhöhung, die
Arbeitsmarktreform, die Streichung des Weihnachtsgelds bei den Beamten oder die Kürzungen beim Arbeitslosengelds - in ganz Spanien machten die Menschen gestern deutlich, dass jetzt Solidarität gefragt ist. “Das ist erst der Anfang”, hörte man oft auf den Strassen in Bilbao, Valencia, Palma de Mallorca, Las Palmas de Gran Canaria und praktisch überall im Land. T-Shirts mit Parolen wie “El pueblo unido jamás será vencido” (ein geeintes Volk ist unbesiegbar) oder “Que se jodan”, dem längst berühmten Ausspruch einer PP-Politikerin im Parlament, waren überall zu sehen.
Kommentar: Das einzige was uns Retten kann, ist bewusste Desillusionierung über die Welt dort draußen und uns selbst. Wie der Author dieses Artikels so treffend formuliert, ist dieser Prozess schmerzhaft, aber die einzige Möglichkeit Dinge Wirklich zum Positiven ändern zu können.