Das Kind der GesellschaftS


Che Guevara

Ägypter demonstrieren gegen Militärrat

Militärrat: Nehmen jüngste Beschlüsse nicht zurück - Islamistischer Kandidat Mursi kündigt weitere Proteste an
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© Mosa'ab Eishamy/Al Jazeera
Kairo - Eine Woche nach der Präsidentenwahl in Ägypten bahnt sich eine neue Kraftprobe zwischen den islamistischen Muslimbrüdern und dem herrschenden Militärrat an. Die Generäle lehnten am Freitag Forderungen ab, die Ausweitung ihrer Befugnisse zurückzunehmen. Auch die Auflösung des von islamistischen Parteien dominierten Parlaments werde nicht zurückgenommen, erklärte das Gremium in einer im Fernsehen verlesenen Stellungnahme. Der Präsidentschaftskandidat der Muslimbrüder, Mohammed Mursi, kündigte daraufhin neue Proteste an und forderte die sofortige Bekanntgabe des Wahlergebnisses. In Kairo versammelten sich Tausende Demonstranten.

Die Stärkung seiner Machtbefugnisse sei im nationalen Interesse notwendig, erklärte der Militärrat. Die Demonstranten hätten das Recht zu protestieren, so lange sie nicht den Alltag störten. Zugleich kritisierten die Streitkräfte die Äußerungen Mursis und seines Konkurrenten Ahmed Shafik, die sich zu Wahlsiegern erklärt hatten. Mursi verzichtete am Freitag aber auf seinen Anspruch, gewählter Präsident zu sein. Er bemühte sich um versöhnliche Töne und bezeichnete die Militärs als Patrioten.

Syringe

Verunreinigtes Heroin: Milzbranderreger

Über ein Jahrzehnt war der Milzbranderreger aus Deutschland verschwunden. Doch jetzt werden neue Fälle gemeldet. Über verunreinigtes Heroin kamen die Bakterien ins Land und haben bereits zwei Todesopfer gefordert.
heroinspritze
© dpa
Zwei Heroinsüchtige haben sich in Bayern mit Milzbrand (Anthrax) infiziert, einer von ihnen starb. Das mit den Bakterien verunreinigte Heroin stammt vermutlich aus Großbritannien. In der dortigen Drogenszene kursiere seit 2009 entsprechend belastetes Heroin, teilte das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. In Deutschland seien bisher fünf Fixer daran erkrankt, zwei von ihnen hätten nicht überlebt.

Yoda

Kindernetzwerk Habbo von Pädophilen infiltriert

habbo, netzwerk
© Habbo
Das Soziale Netzwerk für Kinder und Jugendliche Habbo steht derzeit in der Kritik: Es sollen sich vermehrt User mit scheinbar pädophilen Neigungen im Kreis der Plattform aufhalten.

Die Online-Plattform Habbo soll ein ernsthaftes Problem mit (möglicherweise) pädophilen Nutzern haben. “Alte und neue Freunde treffen - nur im Habbo Hotel” - so heißt es auf der Website des Online-Games, das für Kinder und Jugendliche gedacht war. Bei Kotaku (engl.) ist man der Sache auf den Grund gegangen und hat sich selber in die Spielwelt Habbos begeben.

“Hey licky your v a g i n a. There you go darling. Sticks diick jn you. You’ve lost your virginity. Right NEXT. I want some cute girls not gay faggots” waren nur einige der verbalen “Eindrücke” die die Kollegen in der Habbo-Umgebung sammeln konnten.

Heart - Black

Schlachthof-Drama: Tiere müssen unnötig leiden wegen Akkordarbeit und Defiziten bei der Betäubung

Bundesregierung räumt „schwerwiegende“ Missstände auf deutschen Schlachthöfen ein. Demnach müssen offenbar wegen Akkordarbeit und Defiziten bei der Betäubung Tausende Tiere unnötig leiden. Bis zu neun Prozent der Rinder würden nicht richtig betäubt.

In der Debatte um den Tierschutz geraten jetzt auch Missstände auf den rund 5100 zugelassenen, deutschen Schlachthöfen ins Visier. Wie die Saarbrücker Zeitung (Donnerstag) berichtet, räumt die Bundesregierung „schwerwiegende“ Zwischenfälle bei der Tötung von Schweinen und Rindern ein. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Zeitung vorliegt.

Demnach müssen offenbar wegen Akkordarbeit und Defiziten bei der Betäubung Tausende Tiere unnötig leiden. Bis zu neun Prozent der Rinder würden nicht richtig betäubt, bei Schweinen belaufe sich die „Fehlbetäubungsrate“ bei von Hand bedienten, elektrischen Anlagen auf bis zu zwölf Prozent. Solche Zwischenfälle seien „aus Sicht der Bundesregierung so schwerwiegend“, dass die tierschutzgerechte Tötung weiterentwickelt werden müsse.

Che Guevara

Iranische Asylbewerber dürfen weiter mit zugenähten Lippen demonstrieren

Das Würzburger Verwaltungsgericht hat die Auflagen gegen die protestiereden Asylbewerber bestätigt. Nur einen Punkt wiesen die Richter zurück.

Würzburg. Iranische Asylbewerber demonstrieren seit dem 18. März ununterbrochen in der Würzburger Innenstadt für ihre eigene Anerkennung als politische Flüchtlinge und eine Verbesserung der Asylpraxis in Deutschland. Sechs der ursprünglich zehn iranischen Männer wurden seither als Flüchtlinge anerkannt. Derzeit demonstrieren 13 Männer und Frauen, sechs von ihnen sind mit zugenähten Mündern im Hungerstreik.

Das Verwaltungsgericht hat in einem Beschluss am Freitag nahezu alle beschränkenden Auflagen der Stadt Würzburg für den weiteren Protest der Iraner bestätigt - einzig das Verbot zugenähter Lippen und Fotos davon wiesen die Richter zurück. Dies sei weder strafbar noch handle es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Außerdem gehe davon auch keine Gefährdung der öffentlichen Ordnung aus. Dass diese Art des Protests von vielen Menschen abgelehnt werde, könne zwar sein, das Grundrecht auf Meinungsäußerung aber wiege höher, so die Richter. Die iranischen Asylbwerber kündigten gestern an, den Beschluss des Würzburger Verwaltungsgerichts nicht zu akzeptieren. Nun muss sich der bayerische Verwaltungsgerichtshof zum vierten Mal mit der Demonstration der iranischen Flüchtlinge befassen.

Bad Guys

Psychopathischer Virus: Konsumhunger der Industrienationen schadet der Natur weltweit

Importe nach Deutschland sind für die Gefährdung von 395 Arten verantwortlich

Containerschiff
© Huhu Uet / CC BY 3.0Containerschiff auf der Elbe
Unser Hunger nach Konsumgütern ist schuld daran, dass tausende von Kilometern entfernt die Artenvielfalt zerstört wird. Denn 30 Prozent aller weltweit bedrohten Tier- und Pflanzenarten sind als Folge des Welthandels bedroht. Das hat ein internationales Forscherteam errechnet. Allein Deutschland sei durch seine Importe und die damit verbundenen Lieferketten für die Gefährdung von 395 Arten weltweit verantwortlich. Es stehe damit nach den USA und Japan an dritter Stelle in der Rangliste der zerstörerischsten Importeure, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature".


Die Folgen des Konsumhungers trage vor allem die Natur in den Entwicklungsländern, sagen die Forscher. Am stärksten bedroht sei die Tier- und Pflanzenwelt in den Exportländern Papua Neuguinea, Madagaskar und Indonesien. Diese und andere wenig entwickelte Regionen haben meist einen großen Artenreichtum, gefährden ihn aber, indem sie Rohstoffe und Güter für andere produzieren. So ist beispielsweise der Klammerschwanzaffe Ateles geoffroyi in Mexiko und Mittelamerika stark bedoht, weil die ursprünglichen Wälder dieser Region zunehmend für Kaffee- und Kakaoplantagen abgeholzt werden, wie die Forscher berichten. Bestimmt sei der Kaffee und Kakao nicht für den örtlichen Konsum, sondern für den Export beispielsweise nach Europa oder in die USA.

Light Saber

Feministinnen protestieren gegen Fußball-EM

Kiew - Bei einer barbusigen Protestaktion gegen die Fußball-EM sind in Kiew vier Aktivistinnen festgenommen worden. Zwei Frauen hatten sich inmitten schwedischer Fans auf einem Tisch halbnackt ausgezogen, «Fuck EURO» gerufen und Biergläser weggetreten. Die Frauen von der ukrainischen Organisation Femen wollten damit gegen Zwangsprostitution protestieren, teilte die Gruppe mit. Die Aktivistinnen wurden von Wachpersonal weggetragen. Bereits zuvor waren nach Femen-Angaben zwei andere Mitglieder in der Fan-Zone der ukrainischen Hauptstadt festgenommen worden.

femen, feministin
© Sergey Swetlizki
dpa

Newspaper

EU-Wirtschaftskrise: In Spanien werden die Bauern geplündert

Spaniens Bauern haben es mit einem neuen Typus von Dieb zu tun. Sie stehlen neben Kirschen und Artischocken auch Vieh und landwirtschaftliches Gerät.
Viehdiebe
© KeystoneDas Filet ist weg, nur das Gerippe bleibt zurück.
Mitten in der tiefen Wirtschaftskrise fürchten die spanischen Bauern um ihr Auskommen. Aber nicht eine mangelnde Nachfrage oder Schädlinge stören das Geschäft, sondern gewöhnliche Diebe. Tausende Polizisten sind in den Dörfern bereits im Einsatz, um den Diebstahl von Ernte und landwirtschaftlichem Gerät zu verhindern. In manchen Gegenden haben sich die Bauern zusammengeschlossen und stellen nachts eigene Patrouillen auf.

«Die Leute haben immer ein bisschen geklaut. Daran ist man gewöhnt», erklärt der 69-jährige Kirschbauer Domenec Tugas. «Aber mit der Krise ist es schlimmer geworden.» Das bestätigt die Sprecherin des Landwirtschaftsverbandes Asaja, Estrella Larrazabal. «Der Anstieg (der Diebstähle) seit Beginn der Krise vor einigen Jahren ist aussergewöhnlich. Die Diebe nehmen alles mit, was sie bekommen können.»

Padlock

Pädophilem wird Prozess gemacht: Gutachter fordert Kastration für den Kinderschänder

Er zwang Kinder zum Sex, filmte seine Taten und stellte sie ins Internet. Nun steht ein Pädophiler in Detmold vor Gericht. Eine psychiatrische Gutachterin fordert die medikamentöse Kastration des Mannes.

„Die Pädophilie des Angeklagten ist behandelbar, aber definitiv nicht heilbar“, sagte Nahlah Saimeh, Ärztliche Direktorin der Forensischen Psychiatrie in Eickelborn, der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch. Eine Therapie für den Angeklagten im Detmolder Prozess müsse deshalb mit einer medikamentösen Kastration einhergehen. „Nur so kann die Gefährlichkeitsprognose langfristig deutlich gebessert werden. Der Mann bleibt eine Gefahr.“

Bei dieser Art der Kastration werden dem Patienten Medikamente verabreicht, die den Geschlechtstrieb verringern sollen. Im Gegensatz zur chirurgischen Kastration, nach der durch die Nebennierenrinden immer noch Hormone produziert werden, lässt sich das Testosteron-Niveau damit praktisch auf null senken.

Heart - Black

Mann in Vietnam läuft Amok, ersticht Babys

In Vietnam ist ein Mann in seiner Nachbarschaft Amok gelaufen. Mit einem Messer griff er mehrere Menschen an und tötete zwei Kleinkinder. Die Polizei macht die Drogensucht des Mannes für das blutige Verbrechen verantwortlich.

„Er hatte nach der Einnahme von Drogen Wahnvorstellungen“, sagte der Polizeichef in der Provinz Dong Nai in Südvietnam über den Mann, der in seiner Nachbarschaft Amok gelaufen war. Der Drogensüchtige erstach sieben Monate alte Zwillinge und verletzte drei weitere Menschen lebensgefährlich, darunter einen Siebenjährigen und seine eigene Mutter, berichtete die Polizei am Mittwoch.